Ulmus (Österreich)

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Ulmus (Ulme; Ulmaceae)
Von: Wolfgang Willner
Die Originalfassung dieses Schlüssels ist die Bearbeitung von Ulmus in der Online-Flora von Österreich von Wolfgang Willner (V.I.N.C.A.). Hierher übertragen und bearbeitet mit Erlaubnis des Autors.
Geographischer Geltungsbereich: Österreich — Zielgruppe: Experten • Interessierte — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: G. Hagedorn
1
Pflanzen zum Zeitpunkt der Bestimmung ohne Blüten oder Früchte jedoch mit voll entwickelten Laubblättern   ► 2
Pflanzen zum Zeitpunkt der Bestimmung ohne voll entwickelte Laubblätter, jedoch blühend, fruchtend oder in Winterruhe   ► 4
Bestimmung nach Laubblättern
2
Laubblattspreite unterseits flaumhaarig (mit weichen, ± geschlängelten Haaren)   ► 3
Laubblattspreite unterseits in den Nervenwinkeln bärtig, sonst kahl oder locker bis dicht borstenhaarig   ► 5
3
Haupt-Laubblattzähne auffällig zur Spitze hin gekrümmt (Abb. 1); sitzende rötliche Drüsen (s. u.) fehlend; Winterknospen kegelförmig und sehr spitz, im Ø deutlich seitlich zusammengedrückt, Knospenschuppen hellbraun mit ca. 1 mm breitem, dunkelbraunem Rand 
  U. laevis
15–35 m hoher Baum; Stamm fast stets mit Wasserreisern, am Grund oft deutlich zerklüftet („Brettwurzeln“); Wurzelschösslinge selten vorhanden; Borke schwach längsrissig, sich jedoch in Schuppen ablösend; Äste oft bis ins 3. Jahr behaart, Korkleisten stets fehlend; Knospenschuppen kahl bis rostbraun behaart; Laubblattstiel (4–)5–10 mm lang; Spreite 5–12(–15) cm lang, elliptisch, zugespitzt, doppelt gesägt, am Grund oft stark asymmetrisch; längere Spreitenhälfte den Blattstiel niemals öhrchenartig überdeckend; Spreite oberseits kahl oder durch sehr kurze Borsten rau, selten locker borstenhaarig; Perigon meist rostbraun bewimpert; Narben weiß; Früchte 10–15 mm lang, Same etwa in der Mitte der Flügelfrüchte liegend.
Haupt-Laubblattzähne nicht zur Spitze hin gekrümmt; Laubblattstiel, Nebenblätter und Blattadern (besonders auf der Spreitenunterseite) ± dicht mit sitzenden (gelblichen bis) rötlichen Drüsen besetzt (starke Lupe!); Winterknospen spitz-eiförmig, im Ø rundlich bis schwach seitlich zusammengedrückt, Knospenschuppen einheitlich schwarzbraun, nur an der – meist überdeckten – Basis heller. 
  U. minor
(Weitere Merkmale siehe Punkt 5-*)
Bestimmung nach Blüten, Früchten oder Winterknospen
4 (1)
Blüten und Früchte lang gestielt (Blütenstiele 5–20 mm lang, Fruchtstiele (10–)20–40 mm lang), hängend; Perigonzipfel und Staubblättern je (5–)6–8; Frucht zottig bewimpert (Abb. 5); Winterknospen kegelförmig und sehr spitz, im Querschnitt deutlich seitlich zusammengedrückt, Knospenschuppen hellbraun mit ca. 1 mm breitem, dunkelbraunem Rand 
  U. laevis
(Weitere Merkmale siehe Punkt 3).
Blüten und Früchte fast sitzend (Stiele höchstens 2 mm lang); Perigonzipfel und Staubblätter je (3–)4–5(–6); Früchte nicht bewimpert; Winterknospen spitz-eiförmig, im Querschnitt rundlich bis schwach seitlich zusammengedrückt, Knospenschuppen einheitlich schwarzbraun, nur an der (meist überdeckten) Basis heller   ► 5
5 (2)
Früchte (15–)20–30(–35) mm lang, Samen in (oder seltener etwas unterhalb) der Mitte der Flügelfrüchte liegend (Abb. 5); Laubblattspreite oberseits ± dicht mit ca. 0,5–1 mm langen, an der Basis verdickten, aufrecht-abstehenden Borstenhaaren besetzt; Blattstiel (1–)2–5(–6) mm lang, längere Spreitenhälfte den Blattstiel oft öhrchenartig überlappend [mehrere Laubblätter untersuchen!]; sitzende rötliche Drüsen [s. u.] fehlend; Knospenschuppen rostbraun behaart, kaum verkahlend 
  U. glabra
Baum, bis 40 m hoch; Borke lange glatt bleibend (und dann ± „hainbuchen-artig“), später längsrissig; Stamm selten mit Wasserreisern; Wurzelschösslinge fehlend; junge Äste grünlich bis rotbraun, nicht glänzend, locker bis dicht behaart; Korkleisten stets fehlend; Laubblattspreite (5–)7–15(–18) cm lang, elliptisch bis verkehrt-eiförmig (wenigstens die der größeren Laubblätter mehrheitlich über der Mitte am breitesten), meist deutlich zugespitzt, vorn oft mit 2(–4) seitlichen bespitzten Lappen (Abb. 2), unterseits ± dicht borstenhaarig; Blattrand doppelt gesägt, vordere Hauptzähne oft etwas zur Spitze hin gekrümmt; Laubblattstiel kraushaarig; Perigon rostbraun bewimpert; Narben purpurn.
5
Früchte 10–15(–20) mm lang, Samen oberhalb der Mitte der Flügelfrüchte liegend (Abb. 5); Laubblattspreite oberseits kahl oder (besonders an Schattenblättern, Wasserreisern und Wurzelschösslingen) locker (sehr selten auch ± dicht) mit Borstenhaaren besetzt, aber auch dann Haare höchstens ca. 0,5(–0,7) mm lang und wenig abstehend; Blattstiel (3–)5–10(–15) mm lang, längere Spreitenhälfte den Blattstiel nicht öhrchenartig überlappend (mehrere Laubblätter untersuchen!); Blattadernetz (besonders an der Spreitenunterseite), Blattstiel, Nebenblätter und Früchte ± dicht mit sitzenden (gelblichen bis) rötlichen Drüsen besetzt (starke Lupe!); Knospenschuppen meist weißhaarig, vorn bald verkahlend 
  U. minor
Baum oder Strauch, 2–30 m hoch; Borke früh längsrissig; Stamm meist mit Wasserreisern; Wurzelschösslinge oft vorhanden; junge Äste meist glänzend rotbraun, kahl oder seltener ± dicht behaart, v. a. an strauchförmigen Individuen oft mit 5 ca. ½–1 cm breiten Korkleisten; Laubblattspreite (2–)4–8(–12) cm lang, elliptisch (selten an einigen Laubblätter über der Mitte am breitesten), nicht oder nur undeutlich zugespitzt, niemals lappig (Abb. 3), unterseits in den Aderwinkeln bärtig, sonst kahl bis locker- bis (selten dicht?) borstenhaarig, selten ± flaumhaarig; Blattrand (fast) einfach- bis doppelt-gesägt, Hauptzähne nicht zur Spitze hin gekrümmt; Blattstiel kahl bis dicht (flaum-)kraushaarig; Perigon meist weiß bewimpert; Narben weiß bis purpurn.
5’’
Pflanzen in allen Merkmalen oder in deren Summe zwischen den beiden zuvor genannten Arten stehend. 
  U. × hollandica
Spreite (5?–)8–15 cm lang, oft auffallend grob gesägt und in der Mitte am breitesten (Abb. 4), unterseits locker bis dicht borstenhaarig (sehr selten auch ± flaumhaarig?), meist mit sitzenden Drüsen besetzt (bisweilen Drüsen jedoch farblos bleibend oder fehlend); Laubblattstiel (3?–)5–8(–10?) mm lang.

Häufigere Hybride: U. glabra × U. minor = U. × hollandica (siehe Punkt 5 im Schlüssel).


Hinweise: Technischer Hinweis 1: Form, Größe und Behaarung der Laubblätter können bisweilen innerhalb eines Individuums stark variieren, je nach dessen Alter und der Lage der Laubblätter (Langtrieb, Kurztrieb, Wasserreis, Schössling ...). Zum Bestimmen sollten womöglich Laubblätter aus dem Kronenbereich, bevorzugt die oberen Laubblätter von Kurztrieben, verwendet werden. (Beim Sammeln daher unbedingt zu notieren: Baum oder Strauch? Lang- oder Kurztrieb? Wasserreiser? Wurzelschössling?).

Technischer Hinweis 2: Die Länge des Laubblattstiels wird von der Achsel bis zum Ansatz der längeren Spreitenhälfte gemessen, die Länge der Spreite von diesem bis zur Blattspitze. Das Stück zwischen den beiden Ansätzen der Spreitenhälften zählt also bereits zur Spreite. Die Längen des Laubblattstiels und der Spreite ergeben in der Summe die Laubblattlänge. – Die Maße beziehen sich jeweils auf die oberen Laubblätter eines Jahrestriebes (die unteren sind meist unterentwickelt).

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Ulmus (Österreich) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
3 Oktober 2010 19:42:14). Abgerufen am 6. März 2025, 12:15 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Ulmus_(Österreich)