Vicia tetrasperma,die Viersamige Wicke, gehört zur Familie der Fabaceae oder Leguminosae (Hülsenfrüchtler), Unterfamilie Faboideae (Schmetterlingsblütler). Die englischen Namen sind Four-seed Slender Vetch, Smooth Vetch, Lentil Tare. EPPO-Code VICTE.
Die Viersamige Wicke ist in Westasien und Europa heimisch. In Deutschland ist sie fast überall zu finden. Nach Nordamerika wurde sie verschleppt, ebenso nach Australien uns Neuseeland, wo sie aber nur wenig verbreitet ist. Sie wächst auf schwach bis stark sauren Böden, die auch arm an Mineralien sein können. Sie kommt an Wegrändern, in Gebüschen und auf Ödland vor, aber auch auf Äckern.
Die einjährige Pflanze wird 60 cm hoch, hat dünne Stängel und rankt sich an anderen Pflanzen empor. Die mit drei oder vier Paar Fiederblättchen bestückten Blätter enden in einer einfachen Ranke, selten zwei Ranken. Die Pflanze ist eng anliegend und nur wenig behaart. Die Blüten sind hellviolett, auch die zusammengewachsenen Kelchblätter können rosa-violett sein. Blütezeit ist Mai bis Juni. In ihren Hülsen sind meistens nur vier Samen. Sie keimt manchmal im Herbst und überwintert dann.
Wie alle Leguminosen verbessert auch die Viersamige Wicke mit Ihren Stickstoff-fixierenden Wurzelknöllchen den Boden. Die Kulturpflanze, mit der sie zusammen auf dem Acker steht, hat aber davon kaum einen Vorteil, denn die Wicke rankt an ihr empor, ist Konkurrent und beschattet sie und vermindert den Ertrag. Das trifft für alle Leguminosen der Begleitflora zu.
| Der reifende Bestand der Viersamigen Wicke im JKI-Unkrautgarten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine junge Pflanze mit mehreren Seitentrieben. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind nur 1 mm dick. Nach unten weist ein Blattstiel von gleicher Stärke. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind kantig und eng anliegend und fast gar nicht behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Blatt ist klein mit nur drei oder vier Paar Fiederblättchen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Das Nebenblatt ist klein mit zwei Spitzen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die knapp 1 cm langen Fiederblättchen sind gefaltet. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ein Blatt hat meistens nur eine Ranke. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwei Knospen und ein noch nicht entfaltetes Blatt. Die Haare stehen am Grund der Fiederblättchen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die hellviolette Blüte ist nur 3 mm lang. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Es stehen immer nur zwei Blüten zusammen. Eng anliegende Haare auf den Stielen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Fahne ist violett geadert. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Aus dem Schiffchen ragt die Narbe heraus; die Hülse hat bereits angefangen zu wachsen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine gerade der Blüte entwachsene Hülse mit aufgerichteter Narbe, die sonst nach vorne gerichtet sind. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| In den unreifen Hülsen scheinen die vier Samen durch. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Hülsen sind an den Trieben weit verteilt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Hier vier einzelne Hülsen. Häufig stehen zwei an einem Stiel. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die obere Hülse hat fünf Samen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Hülse ist nur 1,5 cm lang, die Samen messen 2 mm. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Keimpflanze mit den länglich ovalen ersten Blättern, die in einer Spitze enden. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Mai 2015.