Vicia tetrasperma – Viersamige Wicke (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Vicia tetrasperma,die Viersamige Wicke, gehört zur Familie der Fabaceae oder Leguminosae (Hülsenfrüchtler), Unterfamilie Faboideae (Schmetterlingsblütler). Die englischen Namen sind Four-seed Slender Vetch, Smooth Vetch, Lentil Tare. EPPO-Code VICTE.

Die Viersamige Wicke ist in Westasien und Europa heimisch. In Deutschland ist sie fast überall zu finden. Nach Nordamerika wurde sie verschleppt, ebenso nach Australien, wo sie aber nur wenig verbreitet ist. Sie wächst auf schwach bis stark sauren Böden, die auch arm an Mineralien sein können. Sie kommt an Wegrändern, in Gebüschen und auf Ödland vor, aber auch auf Äckern.

Die einjährige Pflanze wird 60 cm hoch, hat dünne Stängel und rankt sich an anderen Pflanzen empor. Die mit drei oder vier Paar Fiederblättchen bestückten Blätter enden in einer einfachen Ranke, selten zwei Ranken. Die Pflanze ist eng anliegend und nur wenig behaart. Die Blüten sind hellviolett, auch die zusammengewachsenen Kelchblätter können rosa-violett sein. Blütezeit ist Mai bis Juni. In ihren Hülsen sind meistens nur vier Samen. Sie keimt manchmal im Herbst und überwintert dann.

Wie alle Leguminosen verbessert auch die Viersamige Wicke mit Ihren Stickstoff-fixierenden Wurzelknöllchen den Boden. Die Kulturpflanze, mit der sie zusammen auf dem Acker steht, hat aber davon kaum einen Vorteil, denn die Wicke rankt an ihr empor, ist Konkurrent und beschattet sie und vermindert den Ertrag. Das trifft für alle Leguminosen der Begleitflora zu.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Mai 2015.