Amaranthus retroflexus – Zurückgebogener Amarant (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Amaranthus retroflexus L., der Zurückgebogene Amarant oder auch Zurückgekrümmter Fuchsschwanz gehört zur Familie der Amaranthaceae (Amarantgewächse). Die englischen Namen sind Redroot, Reflexed Amaranth, Rough Pigweed. EPPO-Code AMARE.

Der Zurückgebogene Amarant kommt ursprünglich aus dem tropischen Amerika. In Nordamerika ist er viel zu finden. Dort wurde er als Nahrungs- und Medizinalpflanze verwendet. In Europa wurde er Ende des 18ten Jahrhunderts in Kultur genommen und verwilderte. In Deutschland kommt er viel vor, allerdings nicht in den Mittelgebirgen und im Alpenvorraum. Er ist wohl heute weltweit verbreitet, in Russland wie auch in Australien und Neuseeland. Im Norden wächst er nur bis hinauf nach Mittelschweden, nicht in Finnland. Er ist heute ein typisches Unkraut in Hackfrüchten, auch auf Gemüsefeldern, im Mais und in Weinbergen. Er bevorzugt humose, durchlässige, nährstoff- und stickstoffreiche Böden. In warmen, fruchtbaren Gebieten ist er sehr konkurrenzstark, da die Pflanzen bis 130 cm hoch werden können.

Der Zurückgebogene Amarant ist einjährig. Samen keimen im Sommer aus 0,5 bis 4 cm Bodentiefe. Die lang gestielten Laubblätter sind eiförmig, am Ende zugespitzt, unten wechselständig. Die kleinen Blüten stehen am Stängelende in grünen, dichten Scheinähren mit stachelspitzigen Blütenhüllen, die nach Abreife lange erhalten bleiben: Lateinisch amaranthus bedeutet ‚nicht verwelkende Blüte‘. Blütezeit ist Sommer bis zum Frühherbst.

Der Zurückgebogene Amarant wurde in Nordamerika als Gemüse verwendet, aber auch als Heilpflanze gegen verschiedene Krankheiten, so Magen- und Menstruationsbeschwerden, Heißwasserauszüge auch gegen Heiserkeit. Kühe und Schweine sollten nicht mit großen Mengen gefüttert werden, da es die Nierenfunktion beeinflusst, wahrscheinlich aufgrund von Oxalaten und Phenolen.

Im westlichen Europa treten mindestens neun Arten der Gattung Amaranthus auf, die alle auf Unkrautfluren wachsen können. Der Weiße Amarant (Amaranthus albus) gilt als Zeigerpflanze für trockene Standorte. Hier beschrieben ist auch noch der Grünährige Amarant. Bekannt ist der Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus) mit seinen leuchtend purpurroten, meistens hängenden Blütenständen, der auch verwildert ist.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Dezember 2017.

Nicht chemische Bekämpfungsverfahren siehe Oekolandbau.de von den Autoren B. Jüttersonke, B. Pallut, P. Marx und S. Kühne, alle JKI.

Herbizide schauen Sie bitte im aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BVL nach unter Schadorganismus Amarant-Arten.

Fotos vom Pollen des Zurückgebogenen Amarants gibt es bei PalDat, einer palynologischen Datenbank, zu sehen.