Bellis perennis – Gänseblümchen (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W.Wohlers)

Bellis perennis L., das Gänseblümchen, Maßliebchen oder Tausendschön gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Daisy oder auch Lawndaisy – lawn = Rasen. EPPO-Code BELPE.

Das Gänseblümchen ist wohl eines der bekanntesten Pflanzen überhaupt. Wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden erfreuen die weißen Blüten mit dem rosa Hauch. Sie werden von Kindern zu Ketten zusammengefügt oder auch geflochten, wenn die Stängel lang genug sind. Ursprünglich aus Europa, ist es in Mitteleuropa wirklich überall zu finden, so auch in Deutschland. Es wurde weltweit verschleppt, nach Nordamerika ebenso wie nach Neuseeland und Australien, wo es aber nur im klimatisch eher mediterranen Südosten auftritt. Im Norden tritt es noch am 60sten Breitengrad auf und auch noch etwas nördlicher, siehe Karte von Finnland. Seitdem es Parks und Rasenflächen gibt, hat sich das Gänseblümchen noch mehr verbreitet, denn die offene Fläche ist ideal für die Pflanze, obwohl es nicht von allen Rasenbesitzern geliebt wird. Durch die flach wachsende Rosette ist es recht tritt- und schnittfest. Im viel betretenen Sportrasen, etwa vor Fußballtoren oder befahrenen Wegen kann es aber nicht überleben.

Die Pflanze ist ausdauernd und wächst gut an sonnigen Standorten, dennoch ist sie im Schatten besonders häufig zu sehen, weil es dort weniger Konkurrenz hat. Es verbreitet sich mit kurzen Ausläufern, die nur 2 bis 3 cm lang sind. Aus einer Rosette, die tiefe Temperaturen gut überstehen kann, sprießen im späten Winter gleich nach Frostende mit den ersten Sonnenstrahlen die ersten Blüten. Die Blätter sind verkehrt eiförmig mit langem Stiel. Die ganze Pflanze ist behaart. Der Blütenkorb enthält Dutzende von gelben Röhrenblüten mit einem äußeren Kranz von weißen Zungenblüten. Die Blütezeit geht bis zum Frostbeginn. Gänseblümchen werden so gut wie gar nicht von Bienen besucht. Im gänsebeblümten Rasen braucht man keine Angst vor Bienenstichen zu haben - im Gegensatz zu Weißklee.

Das Gänseblümchen wird in der Homöopathie und der Naturmedizin mit einem weitem Spektrum eingesetzt: so als blutreinigende Maßnahme oder bei Hauterkrankungen. Die jungen Knospen können in Salaten verwendet werden, ältere sind bitter, da sie viel Saponine und Gerbstoffe enthalten. Die Knospen wurden früher auch als Kapernersatz eingelegt. In China werden die Blüten als Chrysanthemen-Tee getrunken.

Verfasser: Wohlert Wohlers, April 2020.

Fotos vom Pollen des Gänseblümchens siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.