Chenopodium album – Weißer Gänsefuß (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Chenopodium album, der Weiße Gänsefuß, auch Melde genannt, gehört zur Familie der Amaranthaceae (Fuchsschwanzgewächse ). Er zählt im Ackerbau zu den verbreitetesten Unkräutern überhaupt und hat deswegen viele lokale Namen. Die englischen Namen sind Fat Hen und Goosefoot. EPPO-Code CHEAL.

Der Weiße Gänsefuß ist in Deutschland weit verbreitet. Er kommt wahrscheinlich aus Europa und Asien, ist aber heute weltweit zu finden. In der Steinzeit wurde er vielleicht sogar als Kulturpflanze angebaut. Jung kann er als Salatpflanze oder wie Spinat verwendet werden. Er ist sehr formenreich und hat viele Unterarten, die auch nicht eurasischen Ursprungs sind, z.B. C. a. var. missouriense. Er gilt daher in Nordamerika sowohl als einheimisch als auch eingeschleppt. Die Systematik ist schwierig. Einige der Unterarten gelten heute als eigene Arten. Eingebürgert ist er auch in Australien und Neuseeland. Im Norden wächst er nur noch an wenigen Stellen am 65sten Breitengrad. In Schweden aber auch weiter nördlich.

Der Weiße Gänsefuß ist eine einjährige, häufig über 1 m hohe Pflanze. Er wächst auf Baustellen und Ruderalflächen und auch auf dem Acker und im Garten. Er kommt überwiegend im Sommergetreide sowie in Hackfrüchten vor. Bei warmer Witterung wächst er viel schneller als Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben mit ihrer langsamer Jugendentwicklung und ist daher ein großer Konkurrent um Licht und Nähstoffe. Einmal im Garten vorhanden, wird man ihn schlecht wieder los. Er liebt Standorte mit guter Stickstoffversorgung. Blütezeit ist Juni bis zum Herbst.

Zum Namen: Das Blatt erinnert an einen Gänsefuß. Melde ist eher ein Sammelbegriff aller verwandter Arten und wie viele deutsche Namen ungenau. In der Regel wird Atriplex patula mit Melde bezeichnet.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Februar 2018.

Eine ausführliche Beschreibung mit schönen Fotos vom Weißen Gänsefuß gibt es beim finnischen NatureGate.

Elektronenmikrospische Bilder des Pollen sind bei Paldat, einer palynologischen Datenbank, zu finden.

Nichtchemische Bekämpfungsmaßnahmen siehe Ökolandbau.de.

Zugelassene Herbizide sind beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aufgelistet unter dem Schadorganismus Gänsefuß-Arten.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Chenopodium album – Weißer Gänsefuß (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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1 November 2018 17:50:00). Abgerufen am 15. November 2018, 19:49 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Chenopodium_album_–_Weißer_Gänsefuß_(JKI-Pflanzenportraits)