Galinsoga quadriradiata L. (= Galinsoga ciliata), das Behaarte oder Zottige Franzosenkraut auch Raues Knopfkraut, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütengewächse). Der englische Name ist Shaggy Soldier. EPPO-Code GALCI.
Das Behaarte Franzosenkraut ist in Deutschland weit verbreitet. Dabei wächst es erst seit etwas mehr als zweihundert Jahren in Europa. Der Name Franzosenkraut ist ein Name mit einem politischen Hintergrund. Die hübsche Pflanze mit den frisch grünen Blättern und den vielen, kleinen, gelb-weißen Blüten wurde Ende des 18ten Jahrhunderts aus Südamerika mitgebracht und in europäischen botanischen Gärten angepflanzt. Dann breitete es sich zur Franzosenzeit vor allem mit dem aufkommenden Zuckerrübenanbau schnell aus. Das Gleiche passierte in Nordamerika. Dort ist es aber nicht so häufig wie in Europa. Man findet es vor allem an der Ostküste bis hinunter nach Virginia und westlich bis zu den großen Seen und Minnesota. Nach Australien wurde es nicht verschleppt, aber nach Neuseeland. Im Norden ist es als frostempfindliche Pflanze seltener. Es kommt in Skandinavien noch bis Mittelschweden vor, in Finnland aber nicht mehr.
Es wächst viel in Gärten, an Wegen und in vielen Ackerkulturen. Es gedeiht am besten auf schweren, stickstoff- und nährstoffreichen Lehm- und Tonböden. Es keimt im späten Frühjahr ab Mai/Juni und kann 80 cm hoch werden. Die Blüten erscheinen vom Sommer bis zum ersten Frost. Die Blüten sind Körbchen mit vier oder fünf weißen Zungenblüten, die fast so groß sind wie der Korb der gelben Röhrenblüten. Dadurch und durch die Behaarung kann man es gut von dem Kleinblütigen Franzosenkraut unterscheiden, siehe auch hier. Die nur 1,5 mm großen Samen sind im Boden mehr als zehn Jahre lebensfähig.
| Eine Pflanze an einer Straße, direkt am Bordstein. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine junge, noch kaum verzweigte Pflanze. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter sind gestielt und auf der Oberseite nur wenig behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blattunterseite ist an den Adern, aber auch an den Feldern dazwischen, schütter behaart. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Neben den langen Haaren gibt es auch kurze zur Blattspitze gebogene Haare. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch der Blattstiel ist mit zweierlei Haaren besetzt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Häufig hängen die Blätter auch. Ihr Rand ist gesägt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Blattrand von unten mit den Zähnchen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Stängel ist dicht mit Haaren besetzt, wenn er sich noch nicht gestreckt hat. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel weisen wie die Blätter lange gerade sowie kurze, gebogene Haare auf. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch die Blattstiele tragen zwei Arten von Haaren. (Bild: W. Wohlers) |
| Aus den Blattachseln sprießen die Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Lange Seitentriebe, neben denen neue wachsen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die gestreckten Stängel sind häufig rötlich gefärbt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine Knospe ist bereits tief zwischen den Blättern des ganz jungen Triebs zu sehen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Trieb hat sich gestreckt, die Knospe hebt sich über die Blätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Blätter bei den Blüten sind wesentlich schmaler als die darunter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Blütenkörbe und Knospen noch auf gedrungenen Stielen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die gelben Röhrenblüten sind alle geöffnet. Dazu zwei Knospen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Ganz oben sind die Blätter nur noch lanzettförmig und kurz. Typisch eine zentrale Blüte, hier schon Samenkorb, und zwei Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers) |
| In den Achseln der schmalen oberen Blättern entwickeln sich nicht nur Seitentriebe, auch Knospen. (Bild: W. Wohlers) |
| Bei einer älteren Pflanze sind die Stängel der beiden Seitentriebe lang, auch der Stiel der mittleren Blüte, hier bereits abgereift. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die selten wenig mehr als 5 mm großen Blüten sehen ganz hübsch aus. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Hülle des Blütenkorbs besteht aus vier Reihen Blättern. (Bild: W. Wohlers) |
| Knospen und Blütenkorb von der Seite. Aus den Röhrenblüten schieben die Narben den gelben Pollen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Stiele tragen manchmal keine Drüsenhaare. Eventuell Hybride mit Galinsoga parviflora. Hier mit geflügelter Blattlaus, wohl Myzus persicae. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Röhrenblüten öffnen sich vom Rand her. Fünf Blütchen sind noch geschlossen. (Bild: W. Wohlers) |
| Die weißen Zungenblüten haben keine Antherenröhre und keinen Pollen. In der Mitte sind einige Spreublätter zu erkennen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| In der Mitte ist eine Narbe völlig von dem gelben Pollen übersät. (Bild: W. Wohlers) |
| Der Pollen verblasst schnell und wird weiß. Rechts ist die gestreifte Wand der Röhrenblüte zu sehen. (Bild: W. Wohlers) |
| Samenkörbe. Links ist zu erkennen, dass die Spreublätter einzipfelig sind. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Samenkorb. Der weiße Pappus hat meistens einige lang herausragende Haare. (Bild: W. Wohlers) |
| Der 1,5 mm große, schwarze Samen ist stark behaart. (Bild: W. Wohlers) |
| Die Keimblätter des Behaarten Franzosenkrauts sind kahl. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Keimblätter haben eine eingezogene Spitze. Gut zu erkennen sind die kleinen Zähnchen am Rand er ersten richtigen Blätter. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Eine junge Pflanze mit dem stark behaarten Stängel und der fast kahlen Blattoberseite. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Auch in den Achseln der Keimblätter entwickeln sich Seitentriebe. (Bild: W. Wohlers) |
| Ein Bestand des Behaarten Franzosenkrauts im Gewächshaus, fertig zum Auspflanzen in den Unkrautgarten. (Bild: W. Wohlers) |
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Verfasser: W. Wohlers. Juli 2018.
Fotos vom Pollen des Behaarten Franzosenkrauts siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.
Interessant sind die spezifischen Regulierungsstrategien für den ökologischen Landbau.
Herbizide schauen Sie bitte im aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis nach.