Digitaria ischaemum – Kahle Fingerhirse (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Digitaria ischaemum (= Panicum ischaemum), die Kahle Fingerhirse oder Faden-Hirse, gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Der englische Name ist Smooth Finger-grass, Crabgrass. EPPO-Code DIGIS.

Die Kahle Fingerhirse wuchs ursprünglich nur in Europa und Asien. Sie ist in Deutschland vor allem in der norddeutschen Tiefebene zu finden, auch im Rheingraben, wenig in den Mittelgebirgen. Aber sie wurde weltweit verschleppt. In Nordamerika wächst sie vor allem im Nordosten und Mittwesten, in Australien im Südosten. In Skandinavien ist sie selten und kommt nur in Schonen und auf Gotland vor.

Die einjährige Pflanze bildet Horste. Die Halme sind meistens niederliegend, können aber auch aufrecht wachsen. Sie sind dünn mit nur 3 bis 4 Knoten. Blattspreite und Blattscheide sind meistens grün, können aber auch leicht rötlich sein. Deswegen kann sie leicht mit der Bluthirse verwechselt werden. Selbst kahl, also unbehaart, ist sie nicht immer. Allerdings sind die fingrigen Trauben mit den dünnen Scheinähren weiter gespreizt als bei der Bluthirse. Sie wächst gut auf nährstoffreichen, kalkarmen, mäßig sauren Sandböden. Man findet sie in Mais- und Gemüsefeldern, Obst- und Weingärten, auch an Bahndämmen und Rainen. In zu trockenen, wenig gedüngten Rasen kann sie sich gut vermehren und unterdrückt die anderen Gräser. Da sie im Herbst abstirbt, hinterlässt sie kahle Stellen, so rund wie ihr Horst groß war, ein guter Platz für die nächste Generation.

Der Name Fingerhirse weist auf die langen, schmalen Ähren hin, von denen immer mehrere zusammen am Halmende stehen. Der Name Digitaria kommt von Lateinisch Digitus – Finger. Zur dieser Gattung gehören weltweit 260 Arten, von einigen werden die Körner geerntet und gegessen, Hirsen, die in Westafrika Fonio heißen: Digitaria exilis und D. iburna, sowie D. sanguinalis und D. compacta. Auch werden sie als Viehfutter angebaut.

Verfasser: Wohlert Wohlers, August 2021.