Rumex acetosa - Großer Sauerampfer (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Rumex acetosa L. (= Acetosa pratensis), der Große oder Wiesen-Sauerampfer, gehört zur Familie der Polygonaceae (Knöterichgewächse). Die englischen Namen sind Common Sorrel, Garden Sorrel, Spinach Dock, Narrow-leaved Dock. EPPO-Code RUMAC.

Der Wiesen-Sauerampfer wurde früher viel verzehrt, weil er angenehm säuerlich schmeckt, wenn die Blätter jung gepflückt werden. Wild wächst er in Mitteleuropa überall, auch in Deutschland. Er ist im ganzen nördlichen Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Aber er wurde auch nach Nordamerika verschleppt, ebenso nach Neuseeland und Tasmanien. Im Norden kommt er noch nördlich des Polarkreises vor. Auf Wiesen und Weiden, auch an Wegrändern, kann man ihn häufig sehen, allerdings kann er mit Rumex crispus und R. obtusifolius verwechselt werden, die gleich groß sind, aber andere Blätter haben. Auch dem Gebirgs-Sauerampfer Rumex arifolius und dem wesentlich häufigeren Rispen-Sauerampfer Rumex thyrsiflorus sieht er ähnlich. Der Wiesen-Sauerampfer gedeiht gut auf nährstoffreichen, lockeren Böden.

Die mehrjährige Pflanze treibt im Frühjahr aus tiefgehenden, über 1 m langen Wurzeln aus. Sie bildet viele Grundblätter, die meistens breit pfeilförmig aber manchmal auch eliptisch–länglich sind und lange Stiele haben. Ab Mai schießt der Blütentrieb in die Höhe und erreicht durchaus 1 m. Die oberen Blätter sind schmal pfeilförmig. Der Wiesen-Sauerampfer blüht ab Mai bis in den August hinein. Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen.

Für den Verzehr wird meistens die Unterart Rumex acetosa var. hortensis (= Rumex rugosus) genommen. Wie alle alle Rumex-Arten enthält er viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft. Wie bekannt hängt Giftigkeit mit der Menge zusammen. Er wird als Mittel gegen Atemwegsinfektionen verwendet.

Verfasser: Wohlert Wohlers. März 2020.

Fotos von Pollen: Sam S (2016) Rumex acetosa. In: PalDat - a palynological database

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.