Senecio viscosus – Klebriges oder Leim-Greiskraut (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Senecio viscosus, das Klebrige Greiskraut, auch Leim-Greiskraut gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütengewächse). Die englischen Namen sind Sticky Groundsel, Sticky Ragwort. Eppo-Code SENVI.

Das Klebrige Greiskraut ist in Europa und Asien heimisch. In Deutschland ist es weit verbreitet. Nach Nordamerika wurde es verschleppt und wächst dort vor allem in Canada. Im Norden ist es bis zum 64 Breitengrad zu finden, und an einigen Stellen auch weiter nördlich. Es gedeiht gut auf sandigen, auch steinigen Böden und ist viel an Wegrändern und vor allem Bahndämmen zu finden, wo es in Mitteleuropa zu den zwanzig häufigsten Arten zählt und aufgrund der hohen Samenproduktion sehr schnell größere Flächen besiedeln kann.

Die einjährige Pflanze kann 60 cm hoch werden und riecht unangenehm. Die ganze Pflanze ist mit drüsigen Haaren bedeckt und klebt, daher der Name. Aufgrund der Haare wirkt sie graugrün. Auch die Hüllblätter sind dicht mit Drüsenhaaren besetzt. Sie haben kleine, schwarze Spitzen. Die gelben Zungenblüten am Rand rollen sich schnell ein, wahrscheinlich aufgrund einer kurzen Blütezeit. Dadurch wirken die Pflanzen nicht so gelb wie andere Senecio-Arten, z.B. S. inaequidens. Zwischen den Röhrenblüten stehen gelbliche Haare, der sich bereits bildende Flugapparat. Blütezeit ist von Juni bis Oktober.

Senecio viscosus erscheint nicht auf den Listen mit giftigen Arten, obwohl es wahrscheinlich auch Pyrrolizidin-Alkaloide enthält. Vielleicht wird es aufgrund des strengen Geruchs nicht gefressen, zumal es auf Kulturland kaum zu finden ist.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.

Zu der Wildbiene Andrena flavipes, übrigens ein Weibchen, siehe www.wildbienen.de