Solidago canadensis – Kanadische Goldrute (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Solidago canadensis L., die Kanadische Goldrute, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Canadian Goldenrod. EPPO-Code SOOCA.

Die Kanadische Goldrute ist eine ausdauernde Pflanze, deren Heimat Nordamerika ist. Sie wurde als Zierpflanze im 17ten Jahrhundert nach Europa gebracht und breitete sich schnell aus. Heute ist sie in Deutschland und Europa viel zu finden. Im Norden bis weit über den Polarkreis hinaus, siehe diese Karte von Finnland. Ihre Bodenansprüche sind minimal. Sie wächst auf Trockenrasen und Auen, auf Brachflächen und an Wegrändern und Gleisanlagen, wo sie durch ihre Rhizome Schaden bewirken kann. Deswegen ist sie bei uns im Unkrautgarten zu finden. Mit ihren dichten Beständen ist sie ein starker Konkurrent der heimischen Wildflora. Als Zierpflanze wird sie weiter verwendet. Außerdem wurde sie zeitweise als Kulturpflanze angebaut, um Farbstoffe zu gewinnen, siehe dies Anbautelegramm aus Thüringen. Auch in der Pharmazie ist sie bekannt.

Die Kanadische Goldrute kann bis 2,5 m hoch werden und durch ihre Ausläufer dichte Bestände mit 300 Sprossen pro qm bilden. Mit Teilstücken der Rhizome wird sie leicht verbreitet. Die Blüten sind klein, aber in großer Zahl vorhanden. Mehrere tausend Samen können pro Pflanze reifen und mit dem Wind verbreitet werden. Im Boden überdauern sie allerdings nicht lange.

Sie wird in der Heilkunde bei Blasen- und Nierenerkrankungen erwähnt. Das lateinische Wort solidus bedeutet fest, gesund! Wichtiger ist allerdings die Echte Goldrute (Solidago virgaurea). Die Kanadische Goldrute eignet sich zum Färben von Naturfasern, da sie Rutin und Quercitin enthält, die eine mittlere Lichtechtheit aufweisen und auch recht waschfest sind. In Thüringen wird die Kanadische Goldrute angebaut und ein Acker etwa zehn Jahre geerntet. Unkräuter können dabei unangenehm werden, da sich die Goldrute im Jungpflanzenstadium nur langsam entwickelt und kaum Konkurrenzkraft hat.

Verfasser: Wohlert Wohlers. August 2020.

Fotos vom Pollen der Canadischen Goldrute siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.