Sonchus oleraceus – Kohl-Gänsedistel (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Sonchus oleraceus, die Kohl-Gänsedistel, auch Gemüse-Gänsedistel oder Saudistel genannt, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Die englischen Namen sind Annual Sowthistle, Smooth Sowthistle. EPPO-Code SONOL.

Die Kohl-Gänsedistel ist in ganz Europa, dem westlichen Asien und Nordafrika beheimatet und weit verbreitet, auch in Deutschland. Sie wurde weltweit verschleppt, nach Australien und auch nach Nordamerika, wo sie nur im Inneren des Kontinents weniger zu finden ist. Sie wächst an Wegrändern, auf Ödland, in Gärten, in Getreide- und Kartoffelfeldern, wo sie aber heute als Unkraut keine Rolle mehr spielt. Gut gedeiht sie auf nicht zu trockenen, nährstoffreichen Böden so ziemlich aller Art.

Die einjährige Pflanze keimt manchmal auch im Herbst, aber sie ist nicht sehr frostfest. Sie kann 1,50 m Höhe erreichen. Ihre Blattform ist sehr variabel. Sie kann breit lanzettliche, aber auch dreieckige Blätter haben, die gelappt in unterschiedlichen Formen sein können. Manchmal sind die Blattränder mit vielen Zähnchen besetzt, manchmal fast gar nicht. Die Blattfläche kann breit bis zum Stängel herablaufen oder nur ganz schmal sein, immer stängelumfassend, aber nicht mit einer ausgeprägten Schnecke, wie bei der Dornigen Gänsedistel (Sonchus asper), die zeitweise nur als eine Unterart angesehen wurde. An den Blüten kann man die beiden kaum unterscheiden. Das sicherste Merkmal sind die Samen, die bei der Kohl-Gänsedistel zwar auch gerippt, aber die Rippen mit Noppen besetzt sind, die auch in Zähnchen auslaufen können.

Die Kohl-Gänsedistel wurde früher als Gemüse angebaut und entweder wie Spinat gekocht oder roh gegessen und auch an Gänse und Schweine verfüttert. Auch die Pfahlwurzel soll verzehrt worden sein. In der Naturmedizin ist sie ebenso bekannt.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Februar 2014.