Tripleurospermum maritimum - Strandkamille (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: Arno Littmann, JKI)

Tripleurospermum maritimum (= Tripleurospermum perforatum, Matricaria inodora), die Geruchlose, auch Falsche Kamille oder Strand-Kamille gehört zur Familie der Asteraceae ehemals Compositae (Korbblütengewächse). Zwei ihrer Unterarten wurden lange als getrennte Arten geführt: subsp. inodorum und subsp. maritimum (die Küsten-Kamille). Die englischen Namen sind Sea Mayweed, False Chamomille, Scentless Chamomille, Horse Daisy. EPPO-Code MATIN.

Die Geruchlose Kamille ist weit verbreitet. Ursprünglich in Nordeuropa und Westasien beheimatet, hat sie sich nicht nur in ganz Mitteleuropa, sondern auch in Nordamerika und Neuseeland ausgebreitet. In Südeuropa, in wärmeren Klimaten, ist sie selten. Auch nördlich des 65sten Breitengrad ist sie weniger zu finden. Sie ist auf fast allen Bodenarten verbreitet, selbst auf sauerstoffarmen Tonböden und verschlämmten Äckern. Sie zeigt oberflächliche Verdichtungen an. Sie gedeiht auf Ödland, in Rainen und an Weg- und Grabenrändern. Vor allem kommt sie in fast allen Ackerkulturen vor, insbesondere im Wintergetreide, Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, seltener im Sommergetreide. Sie kann dort sehr konkurrenzstark sein und zählt daher zu den dreißig wichtigen Ackerunkräutern. In Privatgärten wird sie häufig aufgrund ihrer hübschen Blüten toleriert.

Die bis zu 60 cm hohe Geruchlose Kamille ist einjährig, selten zweijährig und überwintert auch. Sie keimt nahezu ganzjährig, insbesondere aber im Frühjahr als Flachkeimer. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Die einzelnen, endständigen, geruchlosen Blüten besitzen einen halbkegelförmig aufgewölbten Boden mit weißen, abstehenden Zungenblüten und gelben Röhrenblüten. Die Geruchlose Kamille kann leicht mit der Echten Kamille (Matricaria recutita) verwechselt werden. Die Böden der jungen Korbblüten sind jedoch nicht hohl wie die der Echten Kamille.

Inhaltstoffe enthält die Geruchlose Kamille nur wenig. Sie wird daher nicht in der Medizin eingesetzt.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2017.

Zu Gegenmaßnahmen im Ackerbau siehe die Website im Oekolandbau.de von B. Jüttersonke, B. Pallut, P. Marx, S. Kühne, alle JKI.

Herbizide schauen Sie bitte im aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BVL nach. Alle Kamille-Arten werden dort zusammengefasst.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos der Geruchlosen Kamille gibt es beim finnischen Naturegate.