Valerianella carinata, das Gekielte Rapünzchen oder der Kiel-Feldsalat gehört zur Familie der Caprifoliaceae (Geißblattgewächse), Unterfamilie Valerianaceae (Baldriangewächse). Die englischen Namen sind European Cornsalad, Keel-fruited Corn Salad. EPPO-Code VLLCA.
Die vier häufiger in Deutschland auftretenden Feldsalat-Arten wurden früher alle gesammelt und gegessen, aber nur Valerianella locusta ist der richtige Feldsalat, der angebaut wird. Es gibt je nach Landschaft viele deutsche Namen. Das Gekielte Rapünzchen ist vor allem im Südwesten Deutschlands und bis zu den Mittelgebirgen verbreitet. Im Mittelmeerraum und Vorderasien ist es heimisch. Nach Nordamerika wurde es verschleppt, tritt dort aber nur im Westen vereinzelt auf. Getreidefelder, Weinberge und Wegränder sind seine Standorte, wenn sie warm und trocken sind. Als Unkraut hat es keine wirtschaftliche Bedeutung. Es gedeiht gut auf lockeren, kalkhaltigen Lehm-, Löss- und Kiesböden.
Die einjährige Pflanze wird kaum höher als 20 cm, selten 40 cm. Sie keimt meistens im Herbst und überwintert als Rosette. Die gegenständigen Stängelblätter sind schmal, ca 4 cm lang und an den Rändern behaart. An den Enden der kantigen, mit Reihen von kurzen Haaren besetzten Stängel stehen die hellblauen Blütchen. An den Samen kann man die verschiedenen Arten am besten unterscheiden. Sie sind 2,5 mm lang und weisen eine tiefe Furche auf.
| Pflanzen im JKI-Unkrautgarten. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Grundblätter mehrerer Pflanzen sehen frisch und knackig aus. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die unbehaarten Grundblätter können 7 cm lang werden. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Aus einem Paar Stängelblättern sprießen zwei Stängel. Die Blattränder sind meistens gerade. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel sind an den Kanten nur spärlich behaart, ebenso wie die Blattränder. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Nur drei Stängelblattpaare werden gebildet. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Knospen sind lila bläulich gefärbt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwei Blütenstände stehen eng zusammen. Die hellblauen Blüten sind ca 2 mm groß. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Zwei der großen Stängelblätter stehen unterhalb der Blüten, die anderen Vorblätter sind ziemlich klein. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Antheren sind weiß. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Der Pollen ist weiß. Tiefer in der Blüte ist die weiße Narben zu erahnen. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die Stängel oberhalb der obersten Stängelblätter strecken sich mit fortschreitender Blüte. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Die spatenförmigen Keimblätter sind gestielt. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
| Keimblätter wie erste Blätter haben eine versenkte Mittelrippe. (Bild: W. Wohlers, JKI) |
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Verfasser: Wohlert Wohlers. August 2021.
Fotos vom Pollen des Kiel-Feldsalats siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.