Valerianella carinata – Gekieltes Rapünzchen (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Valerianella carinata, das Gekielte Rapünzchen oder der Kiel-Feldsalat gehört zur Familie der Valerianaceae (Baldriangewächse). Die englischen Namen sind European Cornsalad, Keel-fruited Corn Salad. EPPO-Code VLLCA.

Die vier häufiger in Deutschland auftretenden Feldsalat-Arten wurden früher alle gesammelt und gegessen, obwohl eigentlich nur Valerianella locusta der richtige Feldsalat ist, der angebaut wird. Es gibt je nach Landschaft viele deutsche Namen. Das Gekielte Rapünzchen ist vor allem im Südwesten Deutschlands und bis zu den Mittelgebirgen verbreitet. Im Mittelmeerraum und Vorderasien ist es heimisch. Nach Nordamerika wurde es verschleppt, tritt dort aber nur im Westen vereinzelt auf. Getreidefelder, Weinberge und Wegränder sind seine Standorte, wenn sie warm und trocken sind. Als Unkraut hat es keine wirtschaftliche Bedeutung. Es gedeiht gut auf lockeren, kalkhaltigen Lehm-, Löss- und Kiesböden.

Die einjährige Pflanze wird kaum höher als 20 cm, selten 40 cm. Sie keimt meistens im Herbst und überwintert als Rosette. Die gegenständigen Stängelblätter sind schmal, ca 4 cm lang und an den Rändern behaart. An den Enden der kantigen, mit Reihen von kurzen Haaren besetzten Stängel stehen die hellblauen Blütchen. An den Samen kann man die verschiedenen Arten am besten unterscheiden. Sie sind 2,5 mm lang und weisen eine tiefe Furche auf.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. November 2014.