Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit (Berlin)

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Geschichtspark Zellengefängnis Moabit

Großgruppe: Grünfläche (wie Parks oder Friedhöfe)
Schutzstatus: nicht geschützt
Ortsangabe: Lehrter Str. 5B, 10557 Berlin

Was gibt es hier zu entdecken?
Der Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit ist ein Gedenk- und Erholungsort besonderer Art: hinter fünf Meter hohen Ziegelmauern verbirgt sich eine grüne Oase, die gleichzeitig Einblick in eine dunklere Seite der Berliner Geschichte verschafft. Hier wurden über 100 Jahre lang Inhaftierte in strenger Isolationshaft gehalten. Mit Hilfe von Garten- und Landschaftselementen wird dem Besucher die Enge der Isolationshaft nahegebracht. So wird der ursprüngliche Grundriss der Zellentrakte und Gefängnismauern mit Hainbuchenhecken, Blutbuchen sowie durch Erhebung und Absenkung einzelner Gartenbeete nachempfunden. Das Gelände mit den teilweise noch erhaltenen Originalbauelementen steht seit 1992 unter Denkmalschutz.
Im Gebiet vorkommende holzige Blütenpflanzen
Gemeine Robinie – Robinia pseudoacacia, Gemeine Walnuss – Juglans regia, Gemeine Hainbuche – Carpinus betulus, Gemeiner Wacholder – Juniperus communis
Beschreibung des Gebietes, Naturdenkmales etc.:
Auf 28.000 m² erstreckt sich die heutige Parkanlage in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Sie wird teilweise von noch erhaltenen Gefängnismauern begrenzt. Ein maßstabsgetreuer Nachbau einer Gefängniszelle ist für den Besucher unter freiem Himmel begehbar.
Entstehungsgeschichte:
Der Geschichtspark wurde 2006 als Ort der Erinnerung und der Aufarbeitung eröffnet. Er ist somit einer der jüngsten Parks in Berlin. Die Parkanlage wurde um einen lichten Waldbereich mit Kletter- und Freizeitangeboten, eine Brunnenanlage sowie ein Sternenlabyrinth erweitert.
Nutzungs- und Kulturgeschichte:Das Gelände entstand 1842-1849 als Musterstrafanstalt. Es war das erste Zellengefängnis Deutschlands. Als Vorbild diente das britische Zellengefängnis von Pentonville. Im 19. Jahrhundert galt die isolierte Einzelhaft als besonders wirksame Methode, um Gefangene von ihren kriminellen Trieben zu heilen. Hierzu wurde jeglicher Kontakt zu den anderen Insassen unterbunden. Sonstiges:
Der Park ist über drei Eingänge (Invaliden-, Lehrter und Minna-Cauer-Straße) erreichbar. Öffnungszeiten: im Sommer täglich bis 21 Uhr, im Winter täglich bis 18 Uhr.

Zu den prominenten Inhaftierten gehört unter anderem der junge Wilhelm Voigt, der später als "Hauptmann von Köpenick" bekannt wurde. Zu Zeiten des Nationalsozialismus fanden zahlreiche Hinrichtungen hier statt. Die Infotafeln am Eingang des Parks gedenken den Opfern und geben tieferen Einblick in die Geschichte des Gefängnisses. Einschränkung der Zugänglichkeit:
geregelte Öffnungszeiten

Bilder

Quellen und Weblinks