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Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes |
Anmerkungen |
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* ''ungeschlacht … <span></span>
* ''ungeschlacht'' hat mehrere Bedeutungen (siehe [https://www.woerterbuchnetz.de/DWB/ungeschlacht https://www.woerterbuchnetz.de/DWB/ungeschlacht]) hier wahrscheinlich die Bedeutungen aus Grimms Wörterbuch: » … 3) von übler äußerer Beschaffenheit, Ungestalt, unförmig, massig, unhandlich, unfein … 4) von übler Art und Wesenheit … 5) übel von Charakter und Sitte …«
* siehe auch [[Die Märchen – Die Blumenwelt nach ihrer deutschen Namen Sinn u. Deutung in Bilder geordnet (Johanne Nathusius)]] g in Bilder geordnet (Johanne Nathusius)]] +
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Pflanzenwissenswertes auf Seite | Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes + |
Portraitbild Pflanze | Datei:Trollius europaeus (Thomé Bd.2 1904, BHL-44721, Tafel 252) clean, no-description.jpg + |
Portraitbild Pflanze Beschriftung |
'''A, B''' blühende Pflanze; '''1''' und ' … '''A, B''' blühende Pflanze; '''1''' und '''2''' Blüten; '''3''' Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; '''4''' Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); '''5''' Staubblatt; '''6''' kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; '''7''' reifes Fruchtköpfchen; '''8''' einzelne Balgkapseln; '''9''' Same; '''10''' desgleichen im Querschnitt '''4''', '''5''', '''8''' bis '''10''' vergrößert (Tafel 252 aus [[ #Thomé & Müller Bd.02 1904|<span style="font-variant:small-caps">Thomé & Müller, Bd. 2, 1904</span>]]) & Müller, Bd. 2, 1904</span>]]) +
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Portraitbild Pflanze Miniaturbild |
[[Datei:Trollius europaeus (Thomé Bd.2 190 … [[Datei:Trollius europaeus (Thomé Bd.2 1904, BHL-44721, Tafel 252) clean, no-description.jpg|x120px|rahmenlos|'''A, B''' blühende Pflanze; '''1''' und '''2''' Blüten; '''3''' Blüte nach Entfernung der äußeren Blütenhülle; '''4''' Blatt der inneren Blütenhülle, Grübchen mit Honigdrüse (=Nektarium); '''5''' Staubblatt; '''6''' kleines, halbreifes Fruchtköpfchen; '''7''' reifes Fruchtköpfchen; '''8''' einzelne Balgkapseln; '''9''' Same; '''10''' desgleichen im Querschnitt '''4''', '''5''', '''8''' bis '''10''' vergrößert (Tafel 252 aus [[ #Thomé & Müller Bd.02 1904|<span style="font-variant:small-caps">Thomé & Müller, Bd. 2, 1904</span>]])]] amp; Müller, Bd. 2, 1904</span>]])]] +
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Quellenangaben |
[[ #Nathusius - Die Blumenwelt - 1869|< … [[ #Nathusius - Die Blumenwelt - 1869|<span style="font-variant:small-caps">Nathusius (1869)</span>]] S. 83ff., im Abschnitt „Die Märchen“: <div class="ausdrucken-Frakturschrift">»Als noch dichte Wälder die deutſche Erde beſchatteten, da war noch gute Zeit für das Volk der Elben, Zwerge und Waſſernixe. Sie hatten ihre ſtillen Lieblingsplätze zu luſtigen Tänzen im Mondenſchein auf Lichtungen mitten im dunkeln Wald, zu fleißigen Werken in und über der Erde; ſie machten ſich die Wurzeln und Kräuter dienſtbar, deren geheime Kräfte zu Nutz und Schaden den kleinen weiſen Leuten wohlbekannt. So brachten ſie ihr Leben auf viele Jahre, wurden älter als die Menſchenkinder. Wenn ſie ja mal einem Menſchen zu Geſicht kamen, ſo waren ſie meiſt als eisgrau bärtige Männlein anzuſehen: die in der Erde wohnenden Dunkelelben ſchwärzer als Pech, die Lichtelben von Alfheim aber leuchtend wie die Sonne, und die Weiblein beſonders von lieblicher, wunderbarer Schönheit, ſo daß manche alten Dichter, die noch mehr von ihnen wußten als wir, Frauenſchöne nicht beſſer als durch den Vergleich mit den kleinen Lichtelbinnen beſchreiben konnten. Die Holzmännchen oder Wildenmänner hatten recht eigentlich den grünen Wald zu eigen, Nix und Nixen trieben ihr Spiel in den klaren Waldſeen.
Aber der Menſch behauptete mehr und mehr ſein Recht als Herr der Erde: er durchfiſchte die Wäſſer, lichtete die Wälder, drang in den felſigen Grund der Berge ein, — die kleinen Leute mußten weichen, wehklagend flohen ſie vor dem lärmenden Bauen der Häuſer, vor dem Pochen der Bergwerke, aber auch in bitterem Trotz gegen den Eindringling ſuchten ſie ihm Schaden und Schabernack zu thun, ihr heidniſcher Sinn ſchlug im Kampfe gegen den Menſchen immer boshafter durch, und überwog das harmlos muntere Weſen, das ſie trieben, ſo lange ſie ungeſtört Meiſter von Berg, Wald und Waſſer waren. Immer wüſter und feindſeliger zeigten ſie ſich in geſpenſtiſchem Spuk: ſtatt der ſchönen weiſen Elfenfräulein als böſe Zauberweiber und Hexen, ſtatt der ernſthaft neckiſchen Männlein als widerliche Kobolde. — Aber wunderbar, trotz des Kampfes mit dem Menſchen beugte ſich doch, der ſtarre Sinn vor dem Chriſten. Die Widerwilligen flohen vor chriſtlichem Zeichen und Wandel, die Gutwilligen die ab und zu noch halfen, thaten es aber nur frommen Leuten, ja ihnen wiederum konnten in vielen Nöthen nur Chriſten helfen, ſehnten ſie ſich doch ſelbſt nach Erlöſung, wie jener arme Neck, der aus dem Waſſer heraus ſo lieblich ſang und ſpielte, mit einem Schrei bitterlich weinend in die Tiefe fuhr, als böſe Knaben ihm neckend ſagten: daß er doch nie ſelig würde; erſt als der Prieſter an das Waſſer ging, den Nix rief und ſagte, daß es auch für ihn Erlöſung gäbe, da tauchte er wieder auf, ſang und ſpielte mit fröhlichem Angeſicht, lieblicher als je. —
Dies und vielerlei Anderes wird noch heutigen Tages davon geſagt, in alten Büchern lieſt man von ihrem Verkehr mit den Menſchen in Liebe und Haß, aber zu Geſicht bekömmt man das arme kleine Volk und ihre Geſellen nicht mehr, nur wo der Wald recht einſam und das Waſſer ſtill, da ſieht man noch ihrer Wahrzeichen mancherlei: Pflanzen und Kraut, das ihnen beſonders vertraut und lieb war, trägt ihren Namen und in einigen Blumen ſogar ſtehen ſie noch leibhaftig da, von bunten Märchen aus alten vergangenen Tagen und ihrer Sehnſucht nach, neuen ewigen Tagen den Chriſtenkindern zu erzählen, die mit frommen Herzen und ſinnigen Schritten durch den Wald gehen, und Ohr und Auge für das Seufzen und Sehnen der gebundenen Kreatur haben.
(…)
<p style="text-align:center;">29. Trolle, a) <span style="font-family:serif;" >Trollius europaeus</span> †</p>
Trollblume, <span style="font-family:serif;" >T.</span> Engliſch <span style="font-family:serif;" ><span style="letter-spacing:0.5ex">trollflower</span></span>, holländiſch, <span style="font-family:serif;" ><span style="letter-spacing:0.5ex">drolbloem</span></span>, im Hennebergiſchen große Glozblume; und die weiße Trollblume
<p style="text-align:center;">b) <span style="font-family:serif;" >Ranunculus platanifolius</span>.</p>
Nach <span style="font-family:serif;" ><span style="font-variant:small-caps">Gr. M.</span></span> „iſt ''tröll'' der allgemeine, bald rieſiſche und elbiſche, bald zauberiſche Weſen begreifende Ausdruck, ſo jedoch, daß früher die Rieſennatur, ſpäter die teufliſche vorwaltet.“
Der auf feuchten Wieſen mancher Gegenden ziemlich häufigen, anderwärts nur in Gärten überſiedelt vorkommenden, gelben Trollblume kömmt der Name am eigentlichſten zu: nach <span style="font-family:serif;" ><span style="font-variant:small-caps">P</span></span> wurde ſie im germaniſchen Alterthum als Zauberpflanze betrachtet; dies und das auffallende, in die Augen ſtechende der leuchtenden dicken Blüthen, (was auch im Ausdrucke <span style="letter-spacing:0.5ex">Glotzlume</span> liegt) war Veranlaſſung, daß ſie nach den ungeſchlachteten Trollen den Namen bekam, der lateiniſirt auch als botaniſcher angenommen iſt.«
</div> botaniſcher angenommen iſt.«
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Teil der Pflanze | gesamte Pflanze + |
Umgangssprachliche Artnamen | Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß + |
Wissenschaftlicher Artname | Trollius europaeus L. + |
Wissenschaftlicher Artname formatiert | ''Tr<u>o</u>llius europ<u>a</u>eus'' L. + |
Wissenswertes zu Pflanzen | Märchen + |
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