Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes
Stichwort | Teil der Pflanze | Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes |
---|---|---|
gesamte Pflanze | Boswell u.a. (Bd. 5, 1878), S. 42 (Boswell u.a. beschreiben die Wiesen-Margerite in Englischen als Ox-eye, also Ochsenauge): »The trivial name of this species of Chrysanthemum is as significant as its generic name—it is, in reality, white flower, the two names together being expressive of the two colours united in it. The old Northern name for this daisy was Baldur’s brow ; and this, with many other species of Chrysanthemum became also dedicated to St. John. We find a writer in the Quarterly Review writing thus : “The attributes of the Baptist are sometimes shared in a remarkable manner by St. John the Evangelist; and the golden ‘sunflowers,’ as these Chrysanthemums were formerly called, are occasionally introduced in representations of the latter saint with singular beauty and fitness. Thus, in stained glass of the 12th century filling a window in the apse of St. Rémi at Rheims, the Virgin and St. John appear on either side of the cross, the heads of both encircled by aureoles having sunflowers in their outer circles. The flowers are turned towards the Saviour on the cross as toward their true sun.” The sunflowers of the garden are different flowers altogether, and are an importation from Peru.
The Chrysanthemum of the garden, that glorious ornament of the later months of the year, is a native of Japan, but belongs to the same genus as our humble Ox-eye. The first specimen of this foreign kind was cultivated here at Kew, and was of a purple colour. From this variety all the sorts now so fashionable have been derived. The little “pompone” Chrysanthemum was brought from Chusan by Mr. Fortune, and for a long time was known as the “Chusan daisy.”« (Übersetzt: Der triviale Name dieser Chrysanthemum-Art ist ebenso bedeutsam wie ihr Gattungsname – sie ist in Wirklichkeit eine weiße Blüte, wobei beide Namen zusammen die beiden Farben ausdrücken, die in ihr vereint sind. Der alte nördliche Name für dieses Margeritenblümchen war Baldurs Stirn; und diese wurde, wie viele andere Chrysanthemum-Arten auch, dem Heiligen Johannes gewidmet. In der Quarterly Review finden wir einen Schriftsteller, der so schreibt: „Die Attribute des Täufers werden manchmal in bemerkenswerter Weise von Johannes dem Evangelisten geteilt; und die goldenen ‚Sonnenblumen‘, wie diese Chrysanthemen früher genannt wurden, werden gelegentlich in Darstellungen des letzteren Heiligen mit einzigartiger Schönheit und Eignung eingeführt. So erscheinen in Glasmalereien aus dem 12. Jahrhundert, die ein Fenster in der Apsis von St. Rémi in Reims füllen, die Jungfrau Maria und der heilige Johannes auf beiden Seiten des Kreuzes, wobei die Köpfe der beiden von Strahlenkronen mit Sonnenblumen in ihren äußeren Kreisen umgeben sind. Die Blumen sind dem Erlöser am Kreuz wie ihrer wahren Sonne zugewandt.“ Bei den Sonnenblumen des Gartens handelt es sich um ganz unterschiedliche Blumen, die aus Peru importiert wurden. Die Gartenchrysantheme, das prächtige Ornament der späteren Monate des Jahres, stammt aus Japan, gehört aber zur gleichen Gattung wie unser bescheidenes Ochsenauge [=Wiesen-Margerite]. Das erste Exemplar dieser ausländischen Art wurde hier in Kew gezüchtet und hatte eine violette Farbe. Von dieser Sorte wurden alle heute so in Mode gekommenen Sorten abgeleitet. Die kleine „Pompone-Chrysantheme“ wurde von Herrn Fortune aus Chusan mitgebracht und war lange Zeit als „Chusan-Gänseblümchen“ bekannt. Übersetzt mit Hilfe www.deepl.com) | |
gesamte Pflanze | Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609: »Der Name Gänseblume mag teilweise von Bellis perennis (vgl. pag. 414) auf unsere Art übertragen sein (auch oft als grosse Gänseblume unterschieden), dann aber auch in der Blütenfärbung (weisses Gefieder, gelber Schnabel der Gänse) und dem häufigen Vorkommen der Pflanze begründet sein. Als Volksname tritt er besonders im Oberdeutschen sehr häufig auf, z.B. Gänsblomme (westliche Rheinprovinz), Ga(n)sblume (Schwaben), grosse Ga(n)sringala (Schwäbische Alb), Gängsbluem, Gänsemaie[n] (Elsass), Gansara, Gansgogara (Egerland). Im Alemannischen ist die Pflanze auch oft nach der Geiss benannt: Gaiseblume (Baden), Geissblume (bayr. Schwaben), (grossi) Geisseblueme, Geissemaie(n), Geissefierzel (Schweiz). (Grossi) Chatzeblueme (Schweiz), Hunneblome (Bremen), Bedlmandl (Oberösterreich), Bettler-Blueme (Schaffhausen) gehen wohl auf die Häufigkeit der Pflanze. Der Name Margerite scheint (von der Schweiz abgesehen) kaum wirklich bodenständig zu sein; er wird Wohl als „poetischer“ Blumenname durch die Städter ins Landvolk gedrungen sein: Margrittli (Schweiz), Margrüntschi (Bern), Mareie(n)-Bluem, (grossi) Mareieli [zu Maria] (Schweiz). Nach der Blütezeit um Johanni (Sommer-Sonnenwende) heisst die Pflanze: Johannisblume (z.B. Eifel, Westfalen, Böhmerwald, Kärnten, Schweiz), Gehansblom (Eifel), Santihanser (Burgdorf), Sant Johanns-Stern, -Maie[n] (Schweiz), Gehonsblume, Gehonstichblume (Riesengebirge), G’hånsblume (Nordböhmen). Auch ist die Blume ein häufiger Bestandteil der am Johannistag (Sonnwendfeier) gewundenen Kränze. Hierher gehören auch die Volksnamen Sunawendbleaml (Oberösterreich), Sunnawendrosen, -blumen, Sunnrosen (Kärnten), Sünewentblüer (Tirol). Die Gänseblume steht in vollster Blüte z. Zt. der Heumahd, daher Heublume (Schwäbische Alb, Solothurn), blüht aber übrigens den ganzen Sommer hindurch, daher auch Monetsblume (St. Gallen, Thurgau) [vgl. Bellis perennis], Sie ist die bekannte (durch Goethe’s Faust klassisch gewordene) Massliebe oder Orakelblume der Liebenden und Kinder. Durch Abzupfen der weissen Strahlblüten kann man das Vorhandensein und den Grad der Liebe („Er liebt mich von Herzen — mit Schmerzen“ usw.), ebenso wie den künftigen Stand (Edelmann — Bettelmann — Bürger — Bauer usw.) und das Schicksal nach dem Tode (Himmel, Fegfeuer, Hölle) erfahren: Orakelblumen (z.B. Kärnten), I liab di von Herzen (Kärnten), Edelmannsblume (Böhmerwald, Riesengebirge), Edelmann — Bettelmann (Oberösterreich), Himmel-, Höll-, Fegfür-Blueme (Aargau), Jungfernblume (Obersteiermark), Scheumpfersblume [Scheumpfer = Liebhaber] (Thüringer-Wald). Da die Pflanze z. Zt. der Nördlinger Messe (14 Tage nach Pfingsten) in der Regel in voller Blüte steht, heisst sie im Ries Messblume. Auf das Aussehen (insbes. auf die weisse Farbe) der Blütenköpfe beziehen sich Dickköppe (Braunschweig), Pferdekopf (Anhalt). Glesser [glessa = glotzen] (Schwäbische Alb), Kalbsauge (Schaffhausen), Ochsenaug (Bayern: Ansbach), Tellerblume (Anhalt, Schlesien), Radbleaml, Wagenrad, -scheibling, -blæmin (Oberösterreich), Wougnbloama (Böhmerwald), Käseblume, -blümel (nordböhmisch), Kästeller (Elsass), Chäsblueme (Schweiz), Milchblouma (Egerland), Weissblume (Böhmerwald), Preisterkragen (Schleswig, Mecklenburg). Als unechte, wertlose Kamille kennzeichnen unsere Pflanze die Volksnamen Peerkamell (Schleswig), Pärekamille (Braunschweig), Pferdekamille (Schlesien). Zu grossi Müllerblueme (Schweiz), grosses Baderle (Baden, Aargau) vgl. Bellis perennis, zu Wucherblume (meist nur in der Schriftsprache) Chrysanthemum segetum. — Im romanischen Graubünden nennt man unsere Pflanze flur da S. Gian (Oberengadin).« | |
gesamte Pflanze | Gänseblume
Grosse Gänseblume
Weißstrahlige Goldblume
Große Geißblume
Gemeine Käseblume
Grosse Käseblume
Gemeines Leucanthemum
Weißes Mädchen
Große Maaßliebe
Grosse Maßlieben
Grosses Massliebchen
Grosse Margerite
Johannsblume
Johannisblume
Kalbsauge Kühblume Ochsenauge
Orakelblume
Preisterkragen
Priesterkragen
Rindsauge Wucherblume
Gemeine Wucherblume
Weiße Wucherblume
Wiesen-Wucherblume
| |
Blätter; Blüten; Früchte; gesamte Pflanze | Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach Stebler 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von Clessin vermutete und von Ludwig behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach Geyer und P. Ehrmann (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach F. Ludwig (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach Carl L.Gerdts vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach Heintze auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut.
Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach Fr. Kanngiesser hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von F. Graf von Schwerin haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. F. Graf von Schwerin beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.« Anm.: ¹) Petrophyten = sind Gesteinspflanzen, von griech. petra (πέτρα) = Felsen und griech. phyton (φύτον) Pflanze (Martin 1851); ²) schizogen = durch Spaltung oder Auseinanderweichen (von Zellwänden) entstanden (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, 2020); endozoische Verbreitung = Samen bezw. Früchte werden von pflanzenfressenden Tieren verschlungen und mit den Exkrementen wieder abgesetzt (Hegi u.a. 1931) | |
gesamte Pflanze | Kanngiesser (1908) S. 44: Chrysanthemum, von χρυσός, Gold und ἄνθεμον, Blume, wegen der goldgelben Blumen dieser Gattung so benannt.
Anm.: S. 26 zu Bellis (englisch) »Daisy aus day’s-eye, Tagesauge, wegen der Blütenform (Composite)« zu Bellis (niederländisch): »Madeliefje, vergl. deutsch: Maßliebchen« | |
gesamte Pflanze | Reling & Bohnhorst (1889) S. 180f.: »64. Die Wucherblume. (Chrysanthemum.) Die Wucherblume, besonders die Saat-Wucherblume (C. segetum), gehörte ehemals zu den häufigsten und schädlichsten Ackerunkräutern. Die zahlreichen Samen in den teilweise geflügelten Gehäusen begünstigten die überaus schnelle Ausbreitung dieses Schädlings und führten oft zu einer vollständigen Überwucherung der Saatfelder. In verschiedenen Gegenden ist darum die Ausrottung dieser Pflanze von den Behörden planmäßig betrieben worden. Aus Mecklenburg berichtet Dreves über dieses Unkraut: Die Wucherblume war dem Kornbau so lange vorzüglich hinderlich, als die Felder in drei Schlägen beackert werden mußten. Dieses schädliche Unkraut hatte alle Feldmarken überzogen und überwuchs durch sein schnelles Wachstum alle Getreidearten. Sie war auf keine Weise aus dem Acker, wo sie sich einmal angesogen hatte, wieder herauszuschaffen. Sobald jedoch die Koppelwirtschaft eingeführt wurde, war auch, ohne daß man daran dachte, die Vertilgung der Wucherblume zugleich bewirkt. Da ihre Blüten auf den Weideschlägen von dem Vieh abgefressen wurden, so konnte ihr Wachstum durch nichts besser gehemmt werden, als wenn kein Same von ihr zur Reife kam. Man findet darum auf allen Landgütern, wo die Schlagordnung eingeführt ist, jetzt keine Spur mehr von diesem schädlichen Unkraut. In verschiedenen Dörfern in Holstein wurde früher die sogen. „Wucherblumenköst“ gefeiert, wobei alle Mannschaft zum Ausziehen der Wucherblumen aufgeboten wurde und ein fröhlicher Tanz den Tag beendete. Die weiße Wucherblume (C. leucanthemum), auch das weiße Mädchen, Priesterkragen und Johannisblume genannt, dient in Schweden als Orakelblume, um zukünftige Dinge zu erforschen, wie es auch Goethe in so anziehender Weise in der Gartenscene des Faust darstellt. Ähnliches wird Von B. Wartmann aus der Schweiz erzählt. Auf die Frage: „Wohin komme ich nach meinem Tode?“ werden die Strahlblüten der Reihe nach ausgerissen und „Himmel, Fegfür, Höll“ dabei gezählt. Auf die Frage: „Was werde ich?“ zählt man: „Herr, Bur, Bettelmann“, oder: „Edelmann, Bettelmann, Bur“, oder: „heiraten, ledig bleiben, Mönch (Klosterfrau) werden“.« |