Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung

Aus Offene Naturführer
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stichwort Teil der Pflanze Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes
Kurzbeschreibung; Vorkommen; Wuchshöhe; umgangssprachliche Artnamengesamte PflanzeGarcke (1922), S. 304, Nr. 910: »Trollius L. Trollblume, Goldknöpfchen, Kugelranukel. * † 910. T. europaeus L. Höhe 0,30—0,50; Stengel meist einblütig, aufrecht; Blatt meist 5teilig, Zipfel rautenförmig, 3spaltig; Kelchblätter 10—15, kronblattartig, hellgelb, fast in eine Kugel zusammenschließend; Kronblätter schmal, etwa so lang als die Staubblätter, dottergelb. ♃ Feuchte Wiesen, zerstreut; fehlt im nordwestlichen Gebietsteile«

Anm.: ♃ = ausdauerndes Kraut, Staude

Bienenbesuche; Blütezeit; Vorkommen; WildpflanzengärtenBlüten; gesamte PflanzeGleditsch (1769), S. 203: »TROLLIUS I. LINN. ſp. pl. 762. (europaeus). Trollius. RUPP, fl. jen. 130. Ranunculus montanus, aconiti folio, flore globoſo. C. B. pin. 182. Trollblume. Blühet vom Junio an, durch den größten Theil der Sommermonate, in der Mark in gutem Boden auf den naſſen Wieſen, auch in den Elſenbrüchen um die kleinen Quellen, ob ſchon nicht an allen Orten. Die einzelnen Blumen haben eine ſtarke Anzahl von Staubfäden, und 9, 12 bis 16 Honighalter beyſammen, daher ſie den Bienen gute Ausbeute zu Honig und Wachs verſchaffen. Dieſes Umſtandes halben, dabey man ihm noch eine ſehr ſpäte Nachflor verſchaffen kann, und der schönen großen Blumen wegen, verdienet das Gewächſe in den Gärten in Menge gezogen zu werden.«
Bienenbesuche; Blütezeit; Vorkommen; WildpflanzengärtenBlüten; gesamte PflanzeWillkomm (1901), S. 141: »Auf Taf.122 Fig 1 ist eine Stengelspitze der Trollblume (Trollius europaeus, XIII, 8) abgebildet, einer ausdauernden, auf feuchten Waldwiesen zerstreut vorkommenden, von Mai bis Juli blühenden Pflanze, deren fast kuglige Blumen aus zahlreichen gelben, locker zusammenschließenden Kelchblättern bestehen, durch welche die viel kleineren linealen, am Grunde röhrigen Blumenblätter verdeckt werden. Stengel bis 0,6 M. hoch, Balgkapseln zahlreich, kopfig gruppiert.«
Blütezeit; Kurzbeschreibung; Vorkommen; Wildpflanzengärten; Wuchshöhegesamte PflanzeHoffmann (1884), Tafel 2, Fig. 8: »Tróllius europaeus L. europäiſche Trollblume, Engelblume. ♃. 10 bis 40 cm hoch, auf feuchten Wiesen und Bergweiden, blüht vom Mai bis Juli. 1 deutsche Art. Schöne Gartenpflanze.«

Anm.: ♃ = ausdauerndes Kraut, Staude

Blütezeit; Detailbeschreibung; Vorkommen; Wildpflanzengärten; Wuchshöhegesamte PflanzeSchkuhr (1808, Bd. 2), S. 119, Nr. 1529: »Troll. europaeus. Europäiſche Trollblume, Engelblume, Knollenblume, Dotterblume, Knoblenblume, Pfingſtbörchen, Kugelhahnenfuß; mit geschlossenen Blumen und Nectarblättchem die eben so lang, als die Staubfaden seyn sollen; viele der letztern habe ich auch länger gefunden. Wächst auf niedrigen, fast etwas feuchten Wiesen, in Österreich, Bayern, Schleſien, Crain, Sachſen, auf dem Harz, bey Helmstädt, Leipzig und andern Orten, ♃. Der Stängel iſt mehrentheils einfach, unter und über 1′ hoch, und theilt ſich nur oberwärts bisweilen in wenige Zweige, deren jeder eine faſt kugelrunde Blume trägt. Nach einigen ſollen eben ſo viel Nectarien als Blumenblätter ſeyn; der erſtern habe ich immer einige weniger bemerkt, am mehreſten habe ich derſelben 10 in der Wildniß gefunden. Eine andere Gleichheit habe ich oft gegen den Blumenſtiel bemerkt, welcher ſo viel Furchen hat, als Nectarblättchen vorhanden ſind. Die Blumen ſind gelb. Bl. im May und Jun. … «

Anm.: ♃ = ausdauernde oder länger als 2 Jahre lebende Pflanze; 1′ (großer Schuh oder Fuß) = 30 cm

Blütezeit; Detailbeschreibung; Kurzbeschreibung; Vorkommen; WuchshöheBlätter; Blüte; gesamte PflanzeRöhling u.a. (Bd. 4, 1833), S. 191, Nr. 1642: »Die zehen bis fünfzehen Kelchblätter schliesen fast kugelig zusammen; die Blumenblätter haben die Länge der Staubgefäſse, oder sind ein wenig kürzer; die Blätter fünftheilig, die Zipfel rautenförmig, dreispaltig, eingeschnitten und gesagt.

Die Wurzel aus vielen langen starken, unterwärts mit feinen Zäserchen besetzten Fasern zusammengesetzt, dunkelbraun, an der Basis des Stengels mit einem Schopfe vertrockneter Fäden, den Ueberbleibseln vorjähriger Blätter versehen. Der Stengel aufrecht, 1—2′ [30,48 bis 60,96 cm] und höher, stielrund, kahl wie die ganze Pflanze, einfach und einblüthig, oder oberwärts mit 2 bis 3 Aesten und eben so vielen Blüthen ausgestattet, und daselbst nebst den Blüthenstielen gefurcht. Die Blätter fünfzählig, oder bis auf den Grund fünftheilig, dunkelgrün, unterseits bleicher und glänzend. Die Zipfel im Umrisse rautenförmig, dreispaltig und eingeschnitten-spitz-gesägt. Die Wurzelblätter langgestielt, die Fetzen breiter, weniger eingeschnitten, die Stengelblätter kurz—gestielt, die obern sitzend und meistens tiefer eingeschnitten und gezähnt. Die Blüthe ansehnlich, schön citrongelb, fast kugelig durch das Zusammenschlieſsen ihrer 10 bis 15 Blätter. Diese Blätter sind in mehrere Reihen übereinander gestellt, elliptisch, stumpf, auswendig öfters mit grünlichen Streifchen bezeichnet, und an der Spitze kleingezähnelt. Die Nectarien dottergelb, etwas kürzer als die Staubgefäſse, seltner so lang als diese, benagelt; die Platte lineal-länglich, stumpf, nach oben etwas breiter, dicklich, etwas fleischig aber flach, nicht röhrig, am Rande etwas zurückgerollt, an ihrer Basis inwendig mit einem Nectargrübchen, auswendig mit einem Höckerchen; der Nagel ungefähr den vierten Theil so lang als der Saum. Die Staubgefäſse hellgelb. Die Kapseln lineal-länglich in den langen auswärts gebogenen Griffel ausgehend, in die Quere runzelig, sternförmig zusammengestellt.

Die Pflanze ändert, wie schon bemerkt, in der Gröſse bedeutend ab. Wenderoth hat darnach und nach andern Kennzeichen einen Trollius altissimus und minimus unterschieden, bot. Zeitg.l. p. 578 u. 579, ich habe jedoch diese Kennzeichen nicht beständig gefunden. Dagegen ist der Trollius medius Wenderoth, welchen Röpert in der bot. Ztg.3. p. 10, T. napellifalius nennt, eine ganz verschiedene Pflanze, welche dem T. patulus MB. sehr nahe steht, vielleicht dieselbe ist, nur durch Kultur vergröſsert. Ich habe von den drei Arten Originalexemplare verglichen, – Crantz Austr. p. 134 unterscheidet ebenfalls einen Trollius maximus, worunter er die gewöhnliche Pflanze versteht, und einen Trollius humilis mit einer blaſs-grünlich-gelben, weniger geschlossenen Blüthe, welche über dem letzten Stengelblatte kaum oder nur kurz-gestielt ist. Crantz fand diese Pflanze, welche DeCandolle als Var. ß humilis des Trollius europaeus im Systema naturale entführt, auf den höchsten Punkten des Schneeberges in Oestreich. Ich habe dieselbe noch nicht gesehen.

Hornschuch fand auf den Alpen eine gefüllte Abart, an welcher die Blätter der Blüthe zugleich grün geworden waren und sich so der kelchartigen Substanz mehr genähert hatten. Die Nectarien waren ebenfalls in grüne Blätter verwandelt, und auch die auf Rosten der Träger vergröſserten Staubkölbchen zeigten schon einen ähnlichen Uebergang. Auf feuchten Wiesen, in Gebirgsgegenden und in den Voralpen, in manchen Gegenden häufig, in anderen gar nicht. Mai bis Juli. ♃.«

Blütezeit; Kurzbeschreibung; Vorkommengesamte PflanzeSeboth u. a. (1879), S. 41 »Trollius europaeus L. Europäische Trollblume. Tafel 8.

Wurzel büschlig faserig, schopfig. Stengel aufrecht, einfach und einblüthig, seltner ästig und 2—3blüthig, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter handförmig 5theilig, die untern gestielt, die obern sitzend; Abschnitte rautenförmig, 3spaltig, ungleich - eingeschnitten - gesägt. Kelchblätter fast kuglig zusammenschliessend. Kapseln lineal länglich, kahl, querrunzlich. (Neilreich.)

Auf feuchten Triften, Holzschlägen etc. der Voralpen bis hinauf in die Alpenregion, oft in grossen Massen, und vereinzelt noch auf hohen Gipfeln. Kelchblätter citronengelb, die sehr kleinen, Staubgefässen ähnlichen Blumenblätter dottergelb. Mai — August.

Verbreitung: Karpathen, Sudeten, sarmatische Ebene, Ost-, Central- und Westalpen, Schwarzwald, Vogesen, Jura.

Diese Pflanze wurde in der germanischen Vorzeit als eine Zauberpflanze betrachtet, wie schon ihr Name andeutet.«

Blütezeit; Kurzbeschreibunggesamte PflanzeDaffner (1893), S. 129 »Europäische Trollblume, Kugelranunkel, trollius europaeus, perennierend, kahle, aufrechte, bis über 1/2 m hohe Pflanze mit grundständigen, bandförmig zerteilten Blättern, Stengelblätter wenig, kleiner, fast sitzend, Mai bis Juli blühend, mit hahnenfussartiger Blumenkrone, grosse hellgelbe Blüten mit 10—15 grossen gewölbten Kelchblättern, welche fast eine Kugel bilden und die Blumenblätter, Staubgefässe und Stempel einschliessen. „Gar mannigfaltig sind die Schutzmittel des Pollens gegen Regen und Tau, sowie Insekten, durch die Kelch und Blumenblätter entwickelt. Am einfachsten sind das Dach der Schmetterlingsblütler, die Oberlippe der Lippenblütler und die oberen Blätter der Veilchen ausgebildet, doch auch die haubenartige Überkappung der Staubgefässe beim Eisenhut, die schleifenartigen Zipfel des Knabenkrautes (orchis) gehören hieher; ebenso die kugelig zusammenschliessenden Kelchblätter der Trollblume und die fünfspaltigen Mützchen der Rebenblüten. Auch die Blumenkronen der Lerchensporne, des Leinkrautes und des Löwenmauls bilden eine ringsum geschlossene Hülle um die pollentragenden Antheren. Die Blüten der Trollblume bergen zahlreiche spatelförmige Nektarien, welche im unteren Drittel etwas geknickt und verdickt und dort mit einem honigführenden Grübchen ausgestattet sind.“«
Detailbeschreibung; Vorkommen; Wuchshöhe; umgangssprachliche ArtnamenBlätter; Blüten; Stängel; Wurzel; gesamte PflanzeDietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »406. TROLLIUS EUROPAEUS Linne.
EUROPÄISCHER TROLLIUS.
… Auf Wiesen hin und wieder. … Blüht im Mai und Juni. ♃ … Die Wurzel ist ein kurzer, ziemlich dicker, etwas holziger und im Alter mehrköpfiger Wurzelstock, der mit langen, starken, dunkelbraunen, oben einfachen, unten mit feinen Zaserchen versehenen Fasern besetzt ist und oberhalb einen Schopf vertrockneter Fäden, die Überbleibsel der vorjährigen Blätter, trägt. Der Stengel aufrecht, 1—2 Fuſs hoch, stielrund, wie die ganze Pflanze kahl, wenigblätterig, gewöhnlich einfach und an der Spitze eine Blume tragend, zuweilen aber auch nach oben in zwei bis drei Blüthenäste getheilt, die dann jeder eine Blume tragen, oberhalb so wie die etwaigen Blüthenäste gefurcht. Die Blätter bis zum Grunde handförmig-fünftheilig, oberhalb dunkelgrün und weniger glänzend, unterhalb heller und mit stärkerem Glanz; die Einschnitte umgekehrt-eirund, dreispaltig und eingeschnitten-gesägt, nach der Basis zu kegelförmig verschmälert und ganzrandig. Die Wurzelblätter lang gestielt, an stielrunden, an der Basis scheidenartigen Blattstielen, gröſser als die übrigen und die gröſsten ungefähr 3 Zoll im Durchmesser. Die Stengelblätter wechselweisestehend, nur zwei bis drei vorhanden, das unterste kurz gestielt mit eine scheidenartig erweiterten Blattstiel, das oberste sitzend und meist nur dreitheilig, Die Blumen einzeln und aufrecht an der Spitze des Stengels und der etwaigen Blumenstiele, eine ungefähr 1 Zoll groſse gelbe Kugel darstellend. Der Kelch meist funfzehnblätterig, goldgelb; die Kelchblätter in drei bis vier Reihen stehend, kugel förmig gegen einander geneigt, rundlich, vertieft, an der Spitze stumpf und ein wenig gezähnelt. Die Blumenkrone besteht aus fünf bis zehn kleinen, einlippigen, gelben Kronenblättern, die so lang oder selten etwas kürzer als die Staubgefäſse sind, an der Basis eine kurze dünne Röhre haben und sich oben in ein schmales, linienförmiges, flaches, etwas einwärts gekrümmtes, stumpfes Züngelchen endigen. Staubgefäſse viele, auf dem Fruchtboden eingesetzt, kürzer als die Kelchblätter und daher von diesen eingeschlossen; die Staubfäden pfriemenförmig, hellgelb; die Staubbeutel länglich, aufrecht, zweifächerig, goldgelb. Stempel viele, in einem kleinen Kopf beisammenstehend; die Fruchtknoten länglich, sitzend, in einen kurzen, pfriemenförmigen, bleibenden Griffel übergehend, auf welchem die kleine ausgerandete Narbe schief aufsitzt. Die Kapseln auf einem halbkugelrunden Fruchtboden sitzend und in einem Kopf beisammenstehend, länglich, einwärts gekrümmt, etwas zusammengedrückt, gekielt, einfächerig, mehrsamig, mit dem bleibenden Griffel geschnäbelt und an der inneren Nath aufspringend. Die Samen eirund, glänzend, schwarz.

Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich.

Deutsche Namen: Trollblume, Kugelblume, Kugelranunkel, Engelblume, gelbe Glockenblume, Knollblume, Dotterblume, Kugel-Hahnenfuſs, Knobelblume, Knobel.«

Anm.: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze

Kurzbeschreibung; Vorkommen; Wuchshöhegesamte PflanzeReichenbach (1844), Nr. 1848: »1848. T. europaeus L. RCHB. Deutschl. Fl. Abb. 4713. Stengel aufrecht, einblüthig, Blätter handförmig 5—7theilig, Abschnitte rautenförmig dreispaltig, eingeschnitten, Blüthenblätter 14—15 zusammengeneigt, Blumenblätter kürzer als Staubgefäße. Stengel 1—2′ hoch, Blüthen hellgelb. — b. humilis Crantz, niedrig, mit Hüllblättern unter der Blüthe. — Auf Sumpfwiesen, zwischen Gebüsch. Mai. Juni. August. ♃. Stellenweise.«

Anm.: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze

Kurzbeschreibung; Vorkommen; Wuchshöhegesamte PflanzeHayne (Getreue Darstellung Arzneykunde Gewächse, Bd. 1, 1805), Nr. 12: »TROLLIUS EUROPAEUS.
POLYANDRIA POLYGYNIA.
TROLLIUS.

Kein Kelch. Kronenblätter ungefähr 14. Die Kapseln vielzählig, länglich, vielsamig. Trollius europaeus mit geschlossenen Blumenkronen, und Honiggefäſsen, von der Länge der Staubgefäſse. (…)

Europaeische Trollblume, Engelblume, Knollenblume, Knoblenblume, Dotterblume, Pfingsthötchen, Kugelhanenfuſs.

Wächst in England und Schweden, so wie auch in Deutschland, z. B. in Österreich, Bayern, Schlesien, Krain, Sachsen, Mecklenburg, im Naussauischen, auf dem Harze, bey Helmstädt, Leipzig u. s. w. auf bergigen und niedrigen Gegenden.

Blühet im May und Junius. ♃.

Die Wurzel wurzelstockig, gewöhnlich einfach; der Wurzelstock kurz; die Wurzelfasern ziemlich senkrecht, hin und wieder dünne Aste austreibend, den Wurzelstock gänzlich bedeckend.

Der Stengel aufrecht, rund, röhricht, gewöhnlich einfach, seltner mit einem oder dem andern Aste begabt, ein bis zwey Fuſs hoch.

Die Blätter kahl, etwas glänzend. Die Wurzelblätter lang gestielt, fünftheilig: die Einschnitte dreyspaltig, eingeschnitten-gezähnt. Die Stengelblätter sitzend, die untern fünftheilig; die obern dreytheilig.

Die Blume einzeln, aufrecht an der Spitze des Stengels.

Der Kelch fehlend.

Die Blumenkrone vielblättrig, gelb, fast kugelrund: die Kronenblätter, eilf bis vierzehn rundlich, vertieft, abfallend in drey bis vier Reihen stehend, in den äuſsern Reihen drey, in der innersten fünf.

Die Honiggefäſse. Neun bis zwölf linienförmige, flache, etwas einwärtsgekrümmte Körper, gegen die Basis, an der nach innen gekehrten Seite, mit einem Honigloche begabt.

Die Staubgefäſse. Die Staubfäden vielzählig, pfriemförmig, kürzer als die Blumenkrone. Die Staubbeutel länglich, zweyfächrich, aufrecht.

Der Stempel. Die Fruchtknoten vielzählig, länglich, in einem Kopfe beysammenstehend. Die Griffel pfriemförmig, bleibend. Die Narben ausgerandet.

Die Fruchthülle. Mehrere längliche, einwärtsgekrümmte, einfächrige Kapseln, gestachelt mit dem bleibenden Griffel, aufspringend an der innern Naht.

Die Samen. Einige eyformige, befestigt an beyden Rändern der innern Naht.

Der Befruchtungsboden halbkugelförmig.

In jedem Fruchtknoten findet man die Entwürfe zu sechs bis acht Samen, wovon aber nur einige vollkommen ausgebildet werden, — Den in der Diagnose bey diesem Gewächse vom Verhältniſs der Länge der Honiggefäſse zu den Staubgefäſsen hergenominnen Charakter wird man nur alsdann ganz passend finden, wenn man die erstem gegen diejenigen der leztern miſst, die ihnen am nächsten stehen, und sich noch nicht ganz vollkommen entwickelt haben; denn gewöhnlich wird man sonst bemerken, daſs die Honiggefässe kürzer als die Staubgefäſse sind.

Die Wurzel des Trollius europaeus, welche im frischen Zustande äuſserlich von brauner Farbe ist, verändert diese beym Trocknen mehr oder weniger in Schwarz. Sie ist geruchlos und giebt in Rücksicht des Geschmackes kaum einige Spuren von Bitterkeit oder Schärfe zu erkennen. Der Wurzelstock ist kurz. Die Wurzelfasern treiben hin und wieder kleine Aste hervor und zeigen im Durchschnitte Figuren, die mit denen der Durchschnitte von den Wurzelfasern des Helleborus viridis (T. 9. F. 1, 2, 3.) und der Adonis vernalis (T. 11. F. 1, 2, 3, 4.) ziemlich Übereinkommen. — Vermöge des Durchschnitts der Wurzelfasern läſst sich diese Wurzel sehr gut von der des Helleborus niger unterscheiden, auch wird man sie, da ihre Wurzelfasern stets kleine Aste austreiben, nie mit der Wurzel des Helleborus viridis oder der Adonis vernalis verwechseln können, indem die Wurzelfasern dieser Gewächse jederzeit sehr einfach, und noch überdieſs beträchtlich stärker oder dicker sind.«

Anm.: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze

Blütenbesuch durch Insekten; Detailbeschreibung; Variationen; Verbreitung; VorkommenBlätter; Blüten; Früchte; gesamte PflanzeHegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Tróllius ¹) L. Trollblume. (…) 1056. Trollius Europáeus L. (…) Ausdauernd, 10 bis 60 cm hoch, aufrecht. Grundachse kurz, reichfaserig. Stengel meist unverzweigt mit einer einzigen aufrechten, endständigen Blüte (selten 2- bis 3-blütig), kahl. Laubblätter handförmig geteilt, polygonal, oberseits dunkelgrün, unterseits heller, kahl, mit ± tief lappig-gesägten Zipfeln; die grundständigen lang gestielt, die stengelständigen sitzend und meist 3-zählig. Blüten bis 3 cm im Durchmesser, zitronengelb. Blütenhüllblätter ± 10 (5 bis 15), goldgelb bis grüngelb, seltener grün, bis 2,7 cm lang, fast kreisrund, ganzrandig, kugelförmig zusammenneigend. Honigblätter 5 bis 10, sehr schmal, schwach keulenförmig, an der Spitze löffelartig verbreitert, so lang als die Staubblätter, im untern Teil gelenkförmig gebogen, mit freier Honigdrüse, hellgelb (Taf. 110, Fig. 3a; Fig. 638f). Staubblätter und Fruchtknoten zahlreich, letztere langgestreckt und völlig frei. Balgfrüchte ± 12 mm lang, queraderig, durch den ca. 3 mm langen Griffelrest geschnäbelt, mehrsamig (Taf. 110, Fig. 3b, c). Samen schwarz glänzend, 1,5 mm lang, eiförmig (Taf. 110, Fig. 3d). — V. VI (vereinzelt nochmals im Herbst).

Zerstreut auf feuchten, moorigen Wiesen, Mooren, auf Waldwiesen, an Waldrändern, unter Gebüschen, in Karfluren, meist gesellig. Besonders in der Bergregion, vereinzelt bis in die Alpen (2800 m). Fehlt im nordwestdeutschen Flachland vollständig, jedoch wieder in Schleswig und in Mecklenburg.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (im Süden nur im Gebirge; nördlich bis Norwegen, bis zum 71°), Kaukasus, arktisches Nordamerika.

Aendert etwas ab: var. týpicus Beck (= var. vulgáris Roepert, = var. altissimus DC, = var. genuínus Huth). Stengel kräftig, 1- bis 3-blütig, 30 bis 50 cm hoch. Blütenhüllblätter kugelig zusammenschliessend, zahlreich, zitronengelb, alle rundlich und stumpf oder die äusseren an der Spitze gezähnelt, meist 2 bis 2,7 cm lang (Häufig). — Hieher gehört ferner: f. latiséctus Beck. Blattzipfel bis zur Mitte 3-spaltig, weniger tief gezähnt. — f. médius (Wenderoth) Rchb. (= var. napellifórmis Hegetschw., = T. napellifólius Roepert, = var. multífidus Willk.). Blätter bis zum Grunde tief 3-spaltig, mit tief einschneidenden Abschnitten und schmäleren, tiefer gesägten Zipfeln. — var. involucrátus Beck (= var. víridis [Mielichhof] Maly, = T. viridiflórus Schur, = T. chloránthus Hausm.). Aeussere Blütenhüllblätter aussen grün, innen gelb, dreizähnig. Zähne gesägt, sonst wie vorige Form (Selten). — var. húmilis (Crantz) DC. (= var. humílior Koch, = T. mínimus Wender.). Stengel 1-blutig, 10 bis 15 cm hoch. Aeussere Blütenhüllblätter stumpflich, aussen grün, innen gelb, 10 bis 13 mm lang, weniger zusammenschliessend. Das oberste Stengelblatt der Blüte oft genähert (Gebirgsform). — var. tomoglóssus Rchb. Der Normalform sehr ähnlich, jedoch grösser und sehr grossblütig. Zunge der Honigblätter am Ende quer abgeschnitten. Staubbeutel linealisch, kürzer als die Staubfäden (Schweiz: bei Bex).

Die grossen, hellgelben, schwach duftenden Blüten sind homogam und stellen einen wirksamen Schauapparat dar. Da die Perianthblätter nach innen zusammenschliessen (sie schützen die Staubblätter vor Regen), gelangen besuchende Insekten (Dipteren, Hymenopteren, Coleopteren) zuerst in die Mitte der Blumen, d.h. auf die Narben und bewirken daselbst ziemlich regelmässig Fremdbestäubung. Immerhin ist spontane Selbstbestäubung bei ausbleibendem Insektenbesuch unvermeidlich, weil die äusseren Staubblätter die Narben überragen. Als Bestäuber kommen Bienen, Hummeln, Fliegen und kleine Käfer in Betracht. Gelegentlich sind die Honigblätter oder auch die Staubblätter zu grossen, den Perianthblättern gleichen Gebilden umgeformt, die Blüten also „doppelt“. Ausserdem wurde unter der Blüte am Blütenstiel schon ein petaloid gefärbtes, einfach elliptisches Blattgebilde konstatiert. Wie die meisten Hahnenfussarten mit scharfem Safte ist auch Trollius giftverdächtig. — Die Art ist bogenvag. Sie ist besonders für die Berggegenden charakteristisch, während sie im Tiefland stellenweise (Rheinebene, Odenwald, nordwestdeutsche Tiefebene [bereits im Flachland von Hannover fehlend], dagegen im östlichen Mecklenburg und im nordwestlichen Schleswig) gänzlich fehlt. In den Alpen erscheint Trollius häufig als Bestandteil der mesophilen, oft gedüngten Bergwiesen mit Ranunculus aconitifolius und montanus, Melandrium rubrum, Poa alpina, Phleum alpinum, Deschampsia caespitosa. Carex ferruginea, Veratrum album, Crocus albiflorus, Polygonum viviparum, Rumex arifolius, Potentilla aurea, Lotus corniculatus, Anthyllis, Geranium silvaticum, Thesium alpinum, Silene venosa, Geum montanum, Alchemilla alpestris, Primula elatior, Gentiana verna und Bavarica, Veronica serpyllifolia, Crepis aurea, Homogyne alpina, Cirsium spinosissimum, Aquilegia atrata, Anemone alpina, Euphrasia Salisburgensis und minima, Trifolium nivale, Meum Mutellina, Campanula Scheuchzeri, Leontodon hispidus etc. Andrerseits wird Trollius auch auf den Mooren (Parvocaricetum, Schoenetum, Trichophoretum) der Hochebene angetroffen, hier gern in Begleitung von Primula farinosa, Pinguicula vulgaris, Parnassia, Succisa pratensis, Cirsium rivulare, Thalictrum aquilegifolium, Pimpinella magna, Sanguisorba officinalis, Scorzonera humilis, Crepis paludosa, Gentiana asclepiadea, Sesleria caerulea, Tofieldia calyculata, Spiraea filipendula etc. In einzelnen Hochmooren von West- und Ostpreussen (z.B. im Kreis Tuchel) kommen als Begleitpflanzen von Trollius in Betracht: Cnidium venosum, Pedicularis Sceptrum Carolinum, Orchis maculatus, latifolius und incarnatus, Listera ovata, Piatanthera bifolia, Thalictrum aquilegifolium, Crepis praemorsa, Inula salicina, Radiola linoides, Pirola rotundifolia, Calamagrostis neglecta, Carex flacca, Salix livida (pag. 40), repens und aurita, Betula humilis etc.


¹) Anscheinend aus dem Deutschen genommenes latinisiertes Wort (lat. trúlleus = rundes Gefäss) mit dem Begriffe des Runden, Kugeligen (vgl. oben die deutschen Namen)

«

Blütenbesuch durch Insekten; KurzbeschreibungBlüten; gesamte PflanzeHoffmann & Dennert 1911 S. 157: »259. Trollblume, Goldknöpfchen, Trollius europaeus L. Taf. 38, 6.
°° Blüte gelb. † Kelch kugelig zusammenschliessend
Der wenig verästelte Stengel hat bandförmige Grundblätter und glänzende schwefelgelbe Blüten. Bemerkenswert ist die Bestäubung: die Staubbeutel stellen sich wirtelweise über die Oeffnung der zu Nektarien umgewandelten Kronblätter, also den besuchenden Insekten in den Weg und legen sich dann nacheinander, d.h. an jedem Tag ein Wirtel, nach aussen. Die Bestäubung wird durch kleine, in die Blüte kriechende Insekten bewirkt. Auf feuchten Wiesen zerstreut, besonders im Gebirge. ♃, bis 60 cm, Mai-Aug. Auch Zierpflanze.«

Anm.: ♃ = ausdauernde Staude

Blütenbesuch durch Insekten; Blütezeit; Detailbeschreibung; Verwendung; umgangssprachliche ArtnamenBlüten; Wurzel; gesamte PflanzeSturm (Abt. 1, Bd. 2 1800) („35“ (?Seite) nachnummeriert; s. a. Tafel XIII. 7.): »TROLLIUS europaeus.
Europäische Trollblume

Mit sich zuſammenneigenden Kronenblättchen, und Honigbehältniſſen, die ſo lang als die Staubfäden ſind.

Diese Pflanze, die auch Engelblume, Kugelhahnenfuß, genennet wird, wächſt auf niedrigen, faſt etwas feuchten Wieſen, in Schleſien, Bayern, Oeſtreich, Crain, Sachſen, Mecklenburg, Naſſau, auf dem Harz, bey Helmſtädt, Leipzig, im Fürſenthum Bayreuth und andern Orten. Sie blühet vom May bis in Julius. Ihre Wurzel besteht aus einer Menge ſchwarzer Zaſern: die Blätter, welche größtentheils unmittelbar aus der Wurzel kommen, und den Blättern eines Hahnenfußes, oder Sturmhutes, gleichen, ſind faſt bis an die Baſis in fünf Abschnitte zerspalten, deren jeder wiederum in spitzige und gezähnte Lappen zertheilt ist; ſie ſind langgeſtielt, die Stengelblätter aber ſtehen abwechſelnd und ſind faſt ungeſtielt. Der Stängel iſt aufrecht, und einen bis anderthalb Fuß hoch, meiſtens einfach, bisweilen aber oben in einige Zweige zertheilt, rund und glatt; am Ende des Stängels oder der Zweige ſteht eine einzige aufrechte, ſehr ſchöne und große, kugelrunde, wohlriechende Blume, deren Staubwege oder Fruchtknoten ganz aufrecht ſtehen; die Honigbehältniſſe ſind nicht länger als die Staubfäden und haben, wie die beynahe gänzlich geſchloſſenen Blumenblättchen eine glänzende helle oder hochgelbe Farbe. Die Saamenkapſeln haben in die Queere Ruzeln, und enthalten kleine glänzende und eßbare Saamen. Dieſe Pflanze wird auch wegen ihrer ſchönen und anſehnlichen Blumen zur Zierde in den Garten gezogen. Die Wurzel ſoll bisweilen für ſchwarze Nießwurz verkauft werden, und ſchädliche Wirkungen hervorgebracht haben; ſie ward bey ältern Schriftſtellern ſammt dem Kraut für giftig gehalten, nach andern neuern Erfahrungen wird das Dekokt der Blätter wider den Scharbock empfohlen. Vom Vieh wird es gern gefreſſen. Aus den Blumen sammeln die Bienen Wachs und Honig.«

Anm.: Zaser, »eine zur Wurzel gehörige oder derselben ähnelnde faden- oder strangförmige Verlängerung an der Auszenfläche der Pflanzen« (Bischoff, Wörterbuch der beschreibenden Botanik oder die Kunstausdrücke welche zum Verstehen der phytographischen Schriften nothwendig sind. Stuttgart 1839. bzw. www.woerterbuchnetz.de/DWB/zaser (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm))

Dekokt ist ein Lehnwort aus lat. decoctum: durch Abkochen fester Stoffe gewonnene Flüssigkeit, Absud (www.dwds.de/wb/dwb2/dekokt (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung))

Blütezeit; Detailbeschreibung; Vorkommen; umgangssprachliche ArtnamenBlüten; gesamte PflanzeSturm u.a. (Bd. 5, 1901) S. 239: »8. Trollblumen²), Tróllius.
Stengel ohne Bastcylinder. Blüten regelmässig. Kelchblätter nach der Blüte abfallend. Kronblätter flach oder fehlend. Früchtchen nicht zusammengewachsen. Samenanlagen doppelhäutig. — Die beiden Untergattungen wurden bisher als Gattungen getrennt; Uebergänge im Auslande.
(…)
Trollblume, Trollius europaeus
5—70 cm hoch. Blätter dreizählig oder fünfzählig, handförmig geteilt mit gespaltenen, eingeschnittenen und gesägten Blättchen. Blumen kugelförmig, gelb. Ungefähr zehn Kelchblätter. Kronblätter so lang wie die Staubgefässe. Fruchtknoten zahlreich. ♃. 5—6, einzeln bis 7 und wieder 8—10. (Kugelblume, Eierblume.)

Auf feuchtem Grasland und in nassen Gehölzen; nicht selten an der östlichen Ostsee bis gegen Wismar sowie im nördlichen und mittleren Schleswig, sehr zerstreut durch den übrigen östlichen Teil des Flachlandes bis ins westliche Mecklenburg und die Altmark. Auf den östlichen mitteldeutschen Gebirgen bis Thüringen häufig, im Hügellande bis Hannover, westwärts seltener und nur bis an den Rhein. Im rechtsrheinischen Süddeutschland zerstreut, in Oberbayern wieder häufiger, in den Alpen bis 2350 m, linksrheinisch nur auf den Südvogesen sowie selten in der Pfalz.


²) Alter deutscher Name, von Konrad Gesner in die Wissenschaft eingeführt. Der lateinische Name ist aus dem deutschen gebildet.

«

Anm.: ♃ bedeutet ausdauernde Pflanze

Unterscheidungsmerkmal; Verwechselung zu anderen PflanzenWurzelKöhler u.a. (Bd. 4, II, 1898) unter Verwechselung bei der Grünen Nieswurz, Helleborus viridis L., angegeben: »Verwechselung … Trollius europaeus L. hat ein vertikales oder aufsteigendes Rhizom und Wurzeln, die im Gefäßbündel einen aus wenigen großen Gefäßen bestehenden, drei bis sechsstrahligen Holzteil haben.«
Blütezeit; Kurzbeschreibung; Verwendung; umgangssprachliche Artnamengesamte PflanzeBraune (Salzburgische Flora, Bd. 2, 1797), Nr. : »CVIL Trollblume. Trollius.
A. K
Kelch: fehlt. Blume: vielblättrig, 12—14. Blumenblätter. Mehrere, faſt rundſtielige, halbblümchenformige Platten vor den Staubfäden.
559. Europäiſche Trollblume Trollius europaeus (…)
Wohnort. Im Zillerthale; auch auf dem Teufelshorne im Blümbache, auf dem Tennengebirge in der Alpe Vorderbitſchenherg, auf dem Blientecke in Werfen, ſelbst in Niederungen alldort; z.B. in der Kollmannswieſe, bey Anſiedl, im Schteggl nächſt Standach, bey Leopſar, und Gundacker, ferner bey Triebenbach, und auf dem Untersberge. ✻
Blüthezeit. In Niederungen im May, auf Gebirgen im Junius, und Julius. ♃.
Anmerk. Die Wurzel beſteht aus vielen schwarzen Zasern. Der Stengel ist aufrecht, glatt, einfach, und sehr oft nur einblüthig. Die Wurzelblätter sind langgeſtielt, die obern aber am Stengel ſtiellos, durchaus glatt, ſchildförmig, fünfſaltig, bis an den Blattstiel getheilt, die Theile wieder eingeſchnitten. Die Blumen ſind anſehnlich groß, und gelb.
Gebrauch. Diese Pflanze, welche auch groſſer, gelber Birghahnenfuß, Kugelhahnenfuß, Knoblenblume, und Engelblnme genennt wird, dienet ihrer schönen, und wohlriechenden Blumen wegen zur Zierde in Gärten. Die ganze Pflanze ist ohne Schärfe; das Vieh frißt ſie gerne, und ohne Schaden; und die Bienen erhalten aus den Blüthen vieles Wachs, und Honig. (6. v.) Das Dekoktum der Blatter soll gegen den Scorbut dienlich seyn. (6. w) Im Zillerthale ist dieſe Pflanze unter der Benennung: Melcherpappeln bekannt, und im Pongau nennt man ſie Butterroſen, und gelbe Schneeballen.«

Anm.: (6. v.) Gleditſch. Bieneſt 205.
(6. w.) Kroker. flor. files. n. 888.
Zaser, »eine zur Wurzel gehörige oder derselben ähnelnde faden- oder strangförmige Verlängerung an der Auszenfläche der Pflanzen« (Bischoff, Wörterbuch der beschreibenden Botanik oder die Kunstausdrücke welche zum Verstehen der phytographischen Schriften nothwendig sind. Stuttgart 1839. bzw. www.woerterbuchnetz.de/DWB/zaser (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm))

Blütezeit; Kurzbeschreibung; Vorkommen; umgangssprachliche Artnamengesamte PflanzeThomé & Müller (Bd. 2, 1886) »Gattung 236: Trollius L., Trollblume. XIII, 2.
Hierher nur Trollius europaeus L., Europäische Trollblume, Dotterblume, Kugel-Ranunkel, Goldknöpfchen. Grundblätter langgestielt, handförmig-fünfteilig mit mehrspaltigen, rautenförmigen Lappen und eingeschnittenen oder spitzgezähnten Läppchen. Äussere Blütenhülle sehr ansehnlich, kugelig geschlossen, innere linealblätterig mit nacktem Nektarium. Blütezeit Mai, Juni; ♃ ; Höhe 30 bis 60 cm. Auf feuchten Wiesen, zerstreut und im Nordwesten ganz fehlend.«


Weiterführende Literatur

Braune, F. A. v. 1797: Salzburgische Flora, oder Beschreibung der in dem Erzstifte Salzburg wildwachsenden Pflanzen, nebst Angabe ihrer Wohnorte, Blühezeiten, Dauer, Gestalt u. ihrer Anwendbarkeit in der Heilkunde und Haushaltungswissenschaft, und ihrem Nutzen für Mahler, Färber, Gärber, Bienenzieher, Förster und Landwirthe. Bd. 2., Verlag Mayersche Buchhandlung, Salzburg (mit Kupfernhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​218041, abgerufen am 30. Januar 2019).
Daffner, F. 1893: Die Voralpenpflanzen. Bäume, Sträuche [sic], Kräuter, Arzneipflanzen, Pilze, Kulturpflanzen, ihre Beschreibung, Verwertung und Sagen. Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig, doi:10.5962/bhl.title.9644.
Dietrich, A. 1838: Flora Regni Borussici. Flora des Königreichs Preussen oder Abbildung und Beschreibung der in Preussen wildwachsenden Pflanzen. Bd. 6, Verlag von Ludwig Oehmigke, Berlin (Mit 72 colorirten Abbildungenhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​103395, abgerufen am 27. Juni 2021).
Garcke, F. A.; F. Niedenzu (Hrsg.) 1922: August Garckes illustrierte Flora von Deutschland: zum Gebrauche auf Exkursionen, in Schulen und zum Selbstunterricht. 22. Auflage. Paul Parey, Berlin (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​215470, abgerufen am 16. Juni 2019).
Gleditsch, J. G. 1769: Betrachtung über die Beschaffenheit des Bienenstandes in der Mark Brandenburg. Nebst einem Verzeichnisse von Gewächsen aus welchem die Bienen ihren Stoff zum Honig und Wachse einsammeln. Johann Friederich Hartknock, Riga, Mietau, S. I–XXXVI, 1–375 (http:/​/​dl.​ub.​uni-freiburg.​de/​diglit/​gleditsch1769, abgerufen am 16. Juli 2019).
Hayne, F. G. 1805: GETREUE DARSTELLUNG UND BESCHREIBUNG DER IN DER ARZNEYKUNDE GEBRÄUCHLICHEN GEWÄCHSE, WIE AUCH SOLCHER, WELCHE MIT IHNEN VERWECHSELT WERDEN KÖNNEN. Bd. 1, Auf Kosten Verfassers, Berlin, S. 1–48, Tafeln 1-48 (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​199766).
Hegi, G. & Marzell, H. 1912: Illustrierte Flora von Mitteleuropa: mit besonderer Berücksichtigung von Deutschland, Österreich und der Schweiz; zum Gebrauche in den Schulen und zum Selbstunterricht. Dicotyledones (I. Teil). Bd. 3, J. F. Lehmann’s Verlag, München, S. 1-607 S., Bl, 77-121: Ill. (https:/​/​nbn-resolving.​de/​urn:nbn:de:hbz:061:2-22126, abgerufen am 28. Juni 2021).
Hoffmann, C. 1884: Botanischer Bilder-Atlas nach De Candolle’s Natürlichem Pflanzensystem. Mit über 500 naturgetreuen Pflanzenbildern auf 85 fein kolorierten Tafeln und erläuterndem Text. Julius Hoffamnn, Stuttgart (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​221324).
Hoffmann, C. & Dennert, E. 1911: Hoffmann-Dennert botanischer Bilderatlas, nach dem natürlichen Pflanzensystem. Nach dem Natürlichen Pflanzen System zugleich eine Flora zur Bestimmung sämtlicher in Deutschland vorkommenden Pflanzen. 3. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuch-Handlung Nägele & Dr. Sproesser, Suttgart („Mit etwa 500 Farbigen Abbildungen auf 86 Tafeln sowie 959 Textfiguren“https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​16343).
Köhler, F. E. 1898: Neueſte und wichtigſte MEDICINAL-PFLANZEN in naturgetreuen Abbildungen mit kurzem erklärenden Texte. Unter Benutzung der Materialien des Königl. botan. Muſeums und Gartens zu Berlin-Dahlem. In: Schellenberg, G. & Brandt, W. (Hrsg.): Ergänzungsband zu den Köhler’ſche Medizinal-Pflanzen. Bd. 4, Lieferung 2, Ergänzungsband II, Friedrich von Zezſchwitz Verlag, Gera-Reuß (Ergänzungsband II zu den Köhler’ſchen Medizinal-Pflanzenhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​15195, abgerufen am 9. Juli 2021).
Reichenbach, H. G. L. 1844: Flora Saxonica. Die Flora von Sachsen, ein botanisches Excursionsbuch für das Königreich Sachsen, das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, die Herzogthümer Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha und Sachsen-Meiningen, die Fürstlich-Schwarzburgischen und Reußischen Lande, die Herzogthümer Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen, die Provinz Sachsen und die Preußische Lausitz. Nebst Schlüssel zum erleichterten Bestimmen der Gattungen nach Linnee's Sexualsystem. 2. Auflage. Arnoldische Buchhandlung, Dresden, Leipzig („mit vollständigem Register der deutschen und lateinischen Namen und ihrer Synonymen“https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​29480).
Röhling, J. C. & Koch, W. D. J.; Wilmans, F. (Hrsg.) 1833: J. C. Röhlings Deutschlands Flora. Nach einem veränderten und erweiterten Plane bearbeitet. Bd. 4, Frankfurt am Main (https:/​/​archive.​org/​details/​jcrhlingsdeutsch04rhli, abgerufen am 2. Mai 2019).
Schkuhr, C.; Schkuhr, C. (Hrsg.) 1808: Botanisches Handbuch der mehresten theils in Deutschland wildwachsenden, theils ausländischen in Deutschland unter freyem Himmel ausdauernden Gewächse. Bd. 2, Gerhard Fleischer d.J., Leipzig („Zweyter Theil mit 400 illuminierten Abbildungen (…) Neue Ausgabe.“http:/​/​nbn-resolving.​de/​urn:nbn:de:bvb:12-bsb10927597-4, abgerufen am 20. Mai 2019).
Seboth, J., Graf, F. & Petrasch, J. 1879: Die Alpenpflanzen nach der Natur gemalt. Bd. 1, F. Tempsky, Prag, S. 1–209, doi:10.5962/bhl.title.60216 (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​bibliography/​60216).
Sturm, J. 1800: Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Bd. 2, Nr. Abt. 1, Nürnberg (Mit 64 Kupfertafelnhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​148190, abgerufen am 3. Oktober 2019).
Sturm, J. & Krause, E. H. L.; Lutz, K. G. (Hrsg.) 1901: J. Sturms Flora von Deutschland in Abbildungen nach der Natur. Mittelsamige und Haufenfrüchtige, Centrospermae und Polycarpicae. 2. Auflage. Bd. 5, Verlag von K. G. Lutz, Stuttgart („Mit 64 Tafeln in Farbendruck und 60 Abbildungen im Text … Die farbigen Tafeln wurden in der Kgl. Hofkunstanstalt von Eckstein & Stähle in Stuttgart hergestellt.“https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​245056, abgerufen am 9. Juli 2021).
Thomé, O. W. & Müller, W. 1886: Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz. In Wort und Bild für Schule und Haus. Bd. 2, Verlag von Fr. Eugen Köhler, Gera, S. 1-242 (Mit 160 Tafeln in Farbendruck nach Originalzeichnungen von Walter Müller in Gerahttp:/​/​biodiversitylibrary.​org/​page/​4317498, abgerufen am 9. Juni 2014).
Willkomm, M. 1901: Bilder-Atlas des Pflanzenreichs nach dem natürlichen System. 4. Auflage. J.F.Schreiber, Esslingen, München, doi:10.5962/bhl.title.56595 („124 feine Farbendrucktafeln mit über 600 Abbildungen und 143 Seiten beschreibender Text“).
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
10 August 2021 17:17:22). Abgerufen am 2. April 2025, 18:52 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Trollblume_(Pflanzentafel_Natura_Miriquidica_e.V.)/Beschreibung