Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung

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Stichwort Teil der Pflanze Quellenangaben, Anmerkungen, Weiterführendes
Giftpflanze; Honig sammeln; Viehfutter; gegen den Skorbut Blätter; Blüten; gesamte PflanzeSchkuhr (1808, Bd. 2), S. 119, Nr. 1529: »Die Wurzel ſoll bisweilen für ſchwarze Nießwurzel verkauft werden, und ſchädliche Wirkung hervor gebracht haben; ſie ward bey ältern Schriftstellern ſammt dem Kraute für giftig gehalten; nach andern neuern Erfahrungen wird das Decoct der Blätter wider den Scharbock empfohlen, welches auch vom Vieh gern gefreſſen wird; aus den Blumen ſammeln die Bienen Wachs und Honig.«

Anm.: Scharbock = Skorbut; Grimm & Grimm - Deutsches Wörterbuch, woerterbuchnetz.​de/​DWB/​scharbock: »1) das Wort ist erst im frühen Neuhochdeutsch und zwar in den Küstengegenden aufgekommen, der Ausgangspunkt ist vielleicht eine dem niederländisch scheurbuik (schoerbuyck, oscedo Dief. 402a) zu Grunde liegende Form scheurbut (aus niederl. scheuren = reiszen, spalten und but, der Knochen, zusammengesetzt), also ein Wort, das eine die Knochen zerfressende Krankheit bezeichnet. (…) Aus dem ursprünglichen niederl. scheurbut ist die spätlateinische Übersetzung (s. Bd. 14, Sp. 2178) scorbutus entstanden, das wiederum germanisiert in scorbut noch heute lebendig ist. 2) Scharbock bezeichnet die Krankheit einer besondern Art von Blutverderbung, die in frühern Zeiten nicht bekannt war (Frisch 2, 220c), und die erst von den Holländern aus den Polarländern, besonders aus Grönland, eingeschleppt worden ist. (…)«. Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

Dekoration; Schmuckblumen; Wildpflanzengärten Blüten; gesamte PflanzeBaxter, Bd. 4, 1839, Nr. 241: »… The large handsome flowers of this plant have obtained for it a place in the flower-garden, where it thrives best in a moist shady situation. It is a native almost throughout the whole of Europe. The country people of Westmorland, Scotland, and Sweden, consider it a sort of festival flower, going in parties to gather it for the decoration of their doors and apartments, as well as their persons.—It is the Lucken-gowan of ALLAN RAMSEY:—
“We’ll pou the daisies on the green,
The lucken-gowans frae the bog;
Between hands now and then we’ll lean,
And sport upon the velvet fog.”«
Übersetzung mithilfe www.DeepL.com: Die großen, hübschen Blüten dieser Pflanze haben ihr einen Platz im Blumengarten verschafft, wo sie am besten in einer feuchten, schattigen Lage gedeiht. Sie ist fast in ganz Europa heimisch. Die Landbevölkerung in Westmorland, Schottland und Schweden betrachtet sie als eine Art Festblume und geht in Gruppen, um sie zur Dekoration ihrer Türen und Wohnungen sowie ihrer Personen zu pflücken - es ist die „Lucken-gowan“ von ALLAN RAMSEY.
„Wir wer’n zupfen die Maßliebchen auf dem Grün,
Die Lucken Gowans von des Moores Weiher;
Dieweil inzwischen nieder wir uns lehn’
Und ruhen auf samt’nen Nebelsschleier“

Anm.: Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

frühere Verwendung BlütenDietrich (Bd. 6, 1838), Nr. 406 »(…) Die Pflanze hat keine Schärfe, doch soll die Wurzel nicht ganz unschädlich sein, sie wird zuweilen statt der Radix Hellebori nigri gesammelt. Die Blumen waren ehemals als Flores Trollii in der Medizin gebräuchlich.«

Anm.: Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

Absud gegen Skorbut (Volksheilkunde); Bienenbesuch; Giftpflanze; Wildpflanzengärten; Zierpflanze; eßbare Samen (frühere Verwendung); verfälschte Verwendung (Volksheilkunde) Blätter; Blüten; Samen; Wurzel; gesamte PflanzeSturm (Abt. 1, Bd. 2 1800) („35“ (?Seite) nachnummeriert; s. a. Tafel XIII. 7.): »(…) Die Saamenkapſeln haben in die Queere Ruzeln, und enthalten kleine glänzende und eßbare Saamen. Dieſe Pflanze wird auch wegen ihrer ſchönen und anſehnlichen Blumen zur Zierde in den Garten gezogen. Die Wurzel ſoll bisweilen für ſchwarze Nießwurz verkauft werden, und ſchädliche Wirkungen hervorgebracht haben; ſie ward bey ältern Schriftſtellern ſammt dem Kraut für giftig gehalten, nach andern neuern Erfahrungen wird das Dekokt der Blätter wider den Scharbock empfohlen. Vom Vieh wird es gern gefreſſen. Aus den Blumen sammeln die Bienen Wachs und Honig.«

Anm.: Dekokt ist ein Lehnwort aus lat. decoctum: durch Abkochen fester Stoffe gewonnene Flüssigkeit, Absud (www.dwds.de/wb/dwb2/dekokt (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Neubearbeitung)). Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

Absud gegen Skorbut (Volksheilkunde); Ankündigung der Lachszeit; Festtagspflanze; Hausmittel gegen Skorbut-Schwellungen an Beinen; Hausmittel gegen Skorbut-Schwellungen an Füßen; Pflanze unverträglich für Rinder; Wildpflanzengärten; Zierpflanze; essbare Pflanze für Schafe; essbare Pflanze für Ziegen Blüten; gesamte PflanzePalmstruch u. a. (Svensk Botanik, Bd. 6, 1809), Nr. 383: »TROLLIUS Europæus (…) Örten ätes ej af boskapen, hvilket väcker misstanka för lika åverkan som af Ranunklerna, ehuru den är mycket svagare; likväl ses getter och får förtära vexten, ehuru den säges vara skadlig för de sednare.
TROLLIUS Europæus (…) Die Pflanze wird nicht von Rindern gefressen, was den Verdacht aufkommen lässt, dass es dem Ranunkel gleichwertig ist, obwohl es viel schwächer ist; dennoch sieht man Ziegen und Schafe, die die Pflanze verzehren, obwohl sie für die sesshaften Tiere schädlich sein soll.

383. TROLLIUS EUROPÆUS. Den lysande blomman samlas för öfrigt i flera landsorter, för att utsira golf och väggar på högtidsdagar, och är i de norra ett gladt förebud för laxens ankomst.

383. TROLLIUS EUROPÆUS. Die leuchtende Blume wird auch in vielen Dörfern gesammelt, um an Festtagen die Plätze und Mauern zu schmücken, und im Norden ist sie ein freudiger Vorbote der Ankunft des Lachses.

I Norrige är en huskur bekant för skörbjuggssvullnad i fötter och ben, neml. att koka blommorna och med, det varma afkoket bada de sjuka delarna. (Kalmus Resa, I. s. 76.)

In Nordirland ist ein Hausmittel gegen Skorbut-Schwellungen an Füßen und Beinen bekannt, wie z.B. das Auskochen der Blüten und das Baden der erkrankten Stellen mit dem heißen Absud. (Kalms Reise, I. p. 76.)

Såsom icke mindre prydlig än mången utländsk odlad blomma, förtjenar Bullerblomstret väl sitt rum pä Rabatten, der vexten inflyttad mycket väl bibehåller sig.

Da sie nicht weniger dekorativ ist als viele ausländische Kulturblumen, verdient die Polterblume (Bullerblomstret) ihren Platz in der Rabatte, wo sich der Wuchs, einmal eingeführt, sehr gut hält.«

Anm.: Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt. Übersetzung mit Hilfe www.deepl.com.

Drogengewinnung für Kosmetik und Körperpflege BlütenBährle-Rapp (Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege, 2012) S. 595 »Gewinnung: Droge aus den Blüten. Hauptbestandteile: Flavonoide, Carotinoide, Vitamin C.«

Anm.: Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

Behandlung von Skorbut (frühere Verwendung); Giftpflanze Blüten; gesamte PflanzeFleischhauer u.a. (2019), S. 624 beschreibt die Trollblume, Trollius europaeus, mit Gefahrenstufe: **, d.h. »Vorsicht! Es bestehen Gesundheitsrisiken bei der Verwendung«. Als Gesundheitsrisiken werden u.a. beschrieben Haut-Blasenbildung beim Pflanzensaft-Hautkontakt, starkes Brennen beim Verzehr und je nach verzehrter Menge bis Erbrechen, Erregungszustände und Lähmungserscheinungen, z.T. Atemnot (und anderes mehr siehe im Original-Buch).

Anm.: Wild wachsende Pflanzen sind in Deutschland gesetzlich „besonders“ geschützt nach Bundesartenschutzverordnung (Floraweb 2021), Aussaat und Verwendung im eigenen Garten aus Samen ist erlaubt.

Weiterführende Literatur

Baxter, W. 1839: British Phænogamous Botany, or Figures and Descriptions of the Genera of British Flowering Plants. Bd. 4, Oxford (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​192163, abgerufen am 14. April 2019).
Bährle-Rapp, M. 2012: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg, ISBN 978-3-642-24687-6, S. I-VIII, 1–6551 (92 schwarz-weiß Abbildungen, 57 Abbildungen in Farbe).
Dietrich, A. 1838: Flora Regni Borussici. Flora des Königreichs Preussen oder Abbildung und Beschreibung der in Preussen wildwachsenden Pflanzen. Bd. 6, Verlag von Ludwig Oehmigke, Berlin (Mit 72 colorirten Abbildungenhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​103395, abgerufen am 27. Juni 2021).
Fleischhauer, S. G., Spiegelberger, R. & Guthmann, J. 2019: Enzyklopädie essbare Wildpflanzen: 2000 Pflanzen Mitteleuropas ; Bestimmung, Sammeltipps, Inhaltsstoffe, Heilwirkung, Verwendung in der Küche. AT-Verlag, Aarau München, ISBN 978-3-03800-752-4, S. 688.
Floraweb Bundesamt für Naturschutz o.J.: floraweb.de. (http:/​/​www.​floraweb.​de).
Grimm, J. & Grimm, W.; Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities (Hrsg.) o.J.: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities. (https:/​/​www.​woerterbuchnetz.​de/​DWB, abgerufen am 10. Juli 2021).
Palmstruch, J. W. & Swartz, O. 1809: Svensk botanik. Bd. 6, Tryckt hos Carl Delén (gedruckt von Carl Delén), Stockholm (https:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​51527, abgerufen am 11. Juli 2021). (Übersetzung: Schwedische Botanik)
Schkuhr, C.; Schkuhr, C. (Hrsg.) 1808: Botanisches Handbuch der mehresten theils in Deutschland wildwachsenden, theils ausländischen in Deutschland unter freyem Himmel ausdauernden Gewächse. Bd. 2, Gerhard Fleischer d.J., Leipzig („Zweyter Theil mit 400 illuminierten Abbildungen (…) Neue Ausgabe.“http:/​/​nbn-resolving.​de/​urn:nbn:de:bvb:12-bsb10927597-4, abgerufen am 20. Mai 2019).
Sturm, J. 1800: Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Bd. 2, Nr. Abt. 1, Nürnberg (Mit 64 Kupfertafelnhttps:/​/​www.​biodiversitylibrary.​org/​item/​148190, abgerufen am 3. Oktober 2019).
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung (Zuletzt geändert:
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10 August 2021 17:23:07). Abgerufen am 22. Dezember 2024, 12:14 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Trollblume_(Pflanzentafel_Natura_Miriquidica_e.V.)/Verwendung