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dazu fanden sich 2 Stichworte: Umgangssprachliche Artnamen und umgangssprachliche Artnamen
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Heracleum sphondylium L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Madus (Bd.1, 1938), S. 1542, 1544: »Wiesen-Bärenklau, Unechte Bärenklau, Heilkraut […] Volkstümliche Bezeichnungen: Als Volksname ist Bärenklau oder eine entsprechende Bezeichnung (althochdeutsch lappo = Ruder, dann auch Tatze, Latsche, eigentlich Pantoffel, Schlapp-schuh; Tappe = [weicher] Tierfuß) weit verbreitet, z.B. Bärepot = -pfote (Nahegebiet), Bornklawen, Barnklawe, Bärnklawe (Gotha), Bärlape (Unterfranken), Bärentatz’n (schlesisch, bayrisch-österreichisch) usw. Auf die rauhe Behaarung der Pflanze gehen ferner Ochsenzunge (Eifel, Sachsen), Ruchmül = Rauhmaul (Gotha), Kaumüle (Göttingen). Pferdskümmel (Eifel), Pferdekümmel (Egerland‚ Riesengebirge), Roßkemmich, Gaulkemmisch (Schwaben), Roßchümmi (Schweiz) bezeichnen den Bärenklau als kümmelähnliche Pflanze. Die Pflanze bildet eine Nahrung für Schweine und Kaninchen, daher Säuchrut, Süschärlig, Chüngelichrut (Schweiz).«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Heracleum sphondylium L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Dietrich (Bd. 10, 1842), Tafel 706: »Deutsche Namen: Gemeines Heilkraut, unächte oder gemeine Bärenklad, Bärentatze, Bärenwurzel, Bartsch, Perst, Kuh-Pastinak.«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Bärenklau (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Heracleum sphondylium L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Bärenklau, Gemeiner Bärenklau, Bärentatze, Gemeines Heilkraut; Quellenangaben: Hegi 1926, S. 1428: »Der Name Bärenklau (mittelhochdeutsch berenkläwe) bezieht sich auf die Gestalt der rauhhaarigen Blätter. Als Volksname ist diese oder eine entsprechende Bezeichnung (ahd. lappo = Ruder, dann auch Tatze, vgl. Bärlapp Bd. I, pag. 66; Latsche eigentl. Pantoffel, Schlappschuh; Tappe = [weicher] Tierfuss) weit verbreitet, z. B. Bärepot [= -pfote] (Nahegebiet), Bornklawen, Barnklawe, Bärnklawe (Gotha), Bärlappe (Unterfranken), Bärentatz’n (schlesisch, bayerisch-österreichisch), Bärntoutschn (Böhmerwald), Bäratatza (St. Gallen), Bäretope (alemannisch), Bäretalpe (Schweiz), Bäreletsche (Baden), Bärnprotschn, Bärnprouzn (Böhmerwald), Bärenfuss, Wolfsklau (Niederrhein), Bullnklau (Schleswig-Holstein); Säulapp’n (Mittelfranken); Kuhlatsch (sächsisch), Latsche (Baden). Auf die rauhe Behaarung der Pflanze gehen ferner Ochsenzunge (Eifel, Sachsen), Ruchmül [= Rauhmaul] (Gotha), Kaumüle (Göttingen). Pferdskümmel (Eifel), Pferdekümmel (Egerland, Riesengebirg), Rosskemmich, Gaulkemich (Schwaben), Rosschümmi (Schweiz) bezeichnen den Bärenklau als kümmelähnliche Pflanze (vgl, Chaerefolium silvestre, Carum Carvi). Bange(-le) [= Bengel, Stengel] (Schweiz, Baden), Buggele, Erd-Buchla (St. Gallen), Schärta, Schäärlech, Schärlig, Scharling, Schärlicher (Schweiz), Schättele (Schwaben) sind Benennungen, die auch andere hochwachsende Doldenblütler (vgl. Chaerefolium silvestre) sowie Cirsium oleraceum tragen. Auf die hohlen (pfeifenrohrähnlichen) Stengel, die angeschwollenen (tütenähnlichen) Blattscheiden beziehen sich Ruhpiepe, Sprützenholt (Westfalen), Schallpiepen (Elberfeld), Tuten, Wissetäüt (Eifel), Kröpel [zu „Kropf“?] (Göttingen). Die Pflanze bildet eine Nahrung für Schweine und Kaninchen, daher Säuchrut, Süschärlig, Chüngelichrut (Schweiz). Die Pflanze, die sich im „Oehmd“ (Emd = Grummet) unangenehm bemerkbar macht, heisst in der Schweiz auch Emdstengel, -chirbel. Die Bezeichnung Bartsch, die noch ab und zu in Ostpreussen und Schlesien zu hören ist, stammt aus dem Slavischen (russ. bortschewik, poln. barszcz); wohl daraus verderbt ist der Name Porst. Andere Bezeichnungen sind noch Bochele (Baden), (grosse) Stengel (Schwäbische Alb), Snotken (Westfalen, Rheine), Keistrupfen [Küh-] (Egerland), Ueberich, Ibere(ch), Iberi(g) (St. Gallen, Zürich).«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wolliges Honiggras (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Holcus lanatus L.; Umgangssprachlich: Wolliges Honiggras, Honiggras, Wolliges Rossgras; Quellenangaben: Hegi u.a. (1906, Bd.1) auf Seite 238: »Nach den süssschmeckenden Halmen heisst das Gras Honiggras, in Solothurn (Schweiz) Suessschmale oder Honigschmale. Das stark behaarte, wie mehlbestäubt aussehende Gras wird im nördlichen Hannover Mehlhalm (niederl.: Meelrai), Holcus mollis Homäel genannt. Im unteren Wesergebiet heisst es „Witten [= Weisser] Meddel“ (vgl. Agrostis spica venti, pag. 228!). Nach der Form der Aehrchen heisst H. lanatus in Kärnten Wanzengras (vgl. Briza media!). Da besonders Holcus mollis in höheren Lagen die Rolle der Quecke (Agropyrum repens, s.d.) übernimmt, heisst das Gras Pein (Böhmerwald, in Niederösterreich für H. lanatus), Queke (Wesergebirge). Weitere Bezeichnungen sind noch Zuckerschmale und Sammetschmale. In den östlichen Staaten von Nordamerika heisst das Gras Salomonsgras oder weisses Timothegras.«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wolliges Honiggras (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Holcus lanatus L.; Umgangssprachlich: Wolliges Honiggras, Honiggras, Wolliges Rossgras; Quellenangaben: Darrgras: * Wolliges Darrgras (Braune, Bd.2, 1797) Honiggras (Willkomm 1901; Garcke 1922; Braune, Bd.2, 1797; Krafft Bd.2, 1876, S.226) * Wollichtes Honiggras (Sinclair & Friedrich - Hortus Gramineus Woburnensis 1826) * Wolliges Honiggras (Hoffmann 1884; Hegi u.a. 1906; Schwarz 1892; Sturm & Lutz, Bd.3, 1900; Thomé & Müller Bd.1 1886; Hoffmann & Dennert 1911) Pferdgras: * Wolliges Pferdgras (Braune, Bd.2, 1797) Roßgras (Garcke 1922) * Wolliges Roßgras (Braune, Bd.2, 1797))
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: unbekannt; Art: Lotus corniculatus L.; Umgangssprachlich: Gemeiner Hornklee, Gemeiner Schotenklee, Frauenschühlein; Quellenangaben: Hennertatzel (Braune Bd.2) / Honigklee: Gelber Honigklee (Braune Bd.2) / Hornklee: Kleiner Hornklee (Dietrich 1839; Braune Bd.2) / Gemeiner Hornklee (Boswell u.a. 1864; Garcke 1922; Hegi u.a. 1924; Thomé & Müller, Bd.3, 1905; Willkomm 1901) / Klee: Goldener Klee (Braune Bd.2) / Lotus: Kleiner Lotus Dietrich 1839 / Schotenklee (Hegi u.a. 1924) / Schotenklee: Gehörnter Schotenklee (Dietrich 1839) / Gehörnter Schottenklee (Braune Bd.2) / Gelber Schotenklee (Dietrich 1839) / Gemeiner Schotenklee (Röhling u.a. 1839) / Kleiner Schotenklee Dietrich 1839 / Frauenfingerkraut (Braune Bd.2) / Frauenschühlein (Hegi u.a. 1924; Braune Bd.2: Bayern) / Steinklee (Dietrich 1839; Braune Bd.2) / Vogelwicke: Gelbe Vogelwicke (Dietrich 1839; Braune Bd.2) / Walzenkraut (Dietrich 1839; Braune Bd.2))
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: unbekannt; Art: Lotus corniculatus L.; Umgangssprachlich: Gemeiner Hornklee, Gemeiner Schotenklee, Frauenschühlein; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd.4.3, 1924, S.1367): »Der Name Hornklee, der sich auf die Gestalt der Hülsen bezieht, ist kaum volkstümlich. Viel näher liegt dem Volk ein Vergleich mit Schuhen oder den Füssen (Krallen) gewisser Tiere: Schügelchesblume (Hunsrück), (gäle) Bandöffelchen (Gotha), Pantoffel(che)n (bayerisch–österreichisch), Bantöffeli (alemannisch), Frauenschuacherl (bayerisch–österreichisch), Frauaschüali (Schweiz), Jungfernschüherl (bayerisch–österreichisch), Jungfenschühli, Jumpfereschueli (alemannisch), Unserer lieben Frau Schouala (Egerland, Böhmerwald), Himmelmutter–Pantoffeln (Niederbayern), Muttergottesschickelcher (Lothringen), Muettergottesstifeli (Waldstätten), Herreschüeli (Schweiz), Hergottsschüchelchen (Eifel), Herrgottsschühli (Baden), Hergottsschüele, Liebehergottsschüele (Elsass), Hergottaschüali, Ueser Hergotts Strömpf ond Schüali (St. Gallen), Haaneschikelcher (Hunsrück), Hoahna (Niederösterreich), Hennentatze (Osttirol), Engelsfüssle (Gotha), Taubenfüssl (Böhmerwald), Krahnfüsserl (Oberösterreich), Himmelszehe, Herrgottszehe (Niederbayern), Hasepot, Hasepietche (Nahegebiet), Hasenpfoten (Ober–Wallis), laiwe (Frauen) Fingerkes (Mark). Auch Kropf und Schnabel der Taube muss zum Vergleich herhalten: Taubenkröpferl (Oberösterreich), Taubenschnäbel (Böhmerwald). Seltener ist der Vergleich der Blüten mit Schlüsseln (entfernte Ähnlichkeit mit der ebenfalls gelb blühenden Schlüsselblume [Primula]): Schlüsselblume, Himmelsschlüsserl (z. B.Ober–Österreich, bayer. Schwaben), Himmelsschlösseli, Schlösselblüemli, Stadtschlösseli, Chuchischlösseli (St. Gallen). Die gelbe Blütenfarbe allein veranlasst die Benennungen Osterflämmken (Westfalen), Eierblum (fränkisch, lothringisch), Eierkuchen, Eierplatzla, Eierglöckl (Nordböhmen), wilde gäle Veigela (schwäbische Alb). Etwas prosaischer wird (besonders im Niederdeutschen) die Pflanze einfach als eine „Klee“–Art angesprochen: Goldklewer (Braunschweig), Steenklewer, grote Rëenklewer (Untere Weser), geele Rankenklewer, Steinklawer (Westfalen), Steinklee, Zeder(le)klee (Baden), Imbelichlee (Schweiz).«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Bärwurz (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Meum athamanticum Jacq.; Umgangssprachlich: Bärwurz, Haarblättrige Bärwurz, Bärenfenchel, Mutterwurz; Quellenangaben: Hegi u.a. (1926), S. 1301: »Der Name Bärwurz (auch volkstümlich), der schon bei der hl. Hildegard (12. Jahrh.) als „Berwurtz“ erscheint, dürfte seinen Ursprung von der Verwendung der Pflanze bei Frauenkrankheiten (Krankheiten der Gebär- oder Bärmutter) haben. Andererseits verglich man aber auch die vertrockneten, schopfartigen Blattreste am Stengelgrunde mit dem zottigen Felle des Bären; so heisst die Pflanze bei Albertus Magnus „rádix úrsi" (= Bärenwurzel). Auch mit ähnlichen Doldenblütlern (besonders mit Fenchel und Kümmel) wird unsere Art verglichen. Volksnamen sind daher: Barwårzel, Barekümmel (Gotha), Bärnzotten (Niederösterreich), Bärkümmel (Oberösterreich), Bärenfenchel (Tirol), Baern-, Bergpudel (Nieder- Österreich), Bärmutterkrut (Baden). Der Name Köppernickel (Erzgebirge), der irrtümlich ab und zu auch anderen Doldenblütlern (z. B. um Oschatz dem Chaerefollum silvestre) beigelegt wird, ist slawischer Herkunft (tschech. Koprnik, zu Kopr = Dill).«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Kleiner Klappertopf (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rhinanthus minor L.; Umgangssprachlich: Kleiner Klappertopf, Kleine Klapper, Gemeiner Hahnenkamm; Quellenangaben: Braune (Bd.2, 1797), S.606: »Gebrauch. Die Blumen werden von den Bienen besucht, welche aus selben Stoff zu Wachs und Honig sammeln. Übrigens ist diese Pflanze, welche auch Klapperkraut, Rodel, und Glitsch genennt wird, sehr verhaßt; indem das Brod, wenn sich der Saame dieser Pflanze in grosser Menge unter dem Getreide befindet, blau wird. Der hiesige Landmann jätet diese Pflanze soviel als möglich ist aus den Korn- und Weizen Saaten, wo sie oft in ausserordentlicher Menge im Gebirglande wächst; man nennt diese Arbeit das Klaffen: denn diese Pflanze führet auch hier im Lande, wie um Schönberg (8. y.) die Benennung Klaff, welche von dem Klappern des Saamens herrührt, das nach dem Verblühen bey dessen Reife wahrzunehmen ist.8. y.: Baierisch. flora. a. a. D. p. 153«)
- Wissenswertes: Umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: unbekannt; Art: Vicia cracca L.; Umgangssprachlich: Vogel-Wicke, Blaue Wicke, Große Blaue Waldwicke, Vogelheu, Kracka; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924), S. 1529: »Die Vogelwicke (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch Vogelzok (Nordthüringen), Vogelheu (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung Rossarbeis [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören Krokk (Mecklenburg), sowie Krakerlizen, Kracherlitzen [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca ¹)? Niederdeutsche Benennungen sind Rîwe, Riggen (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind taja d'utschè, arveglia corv. ---- ¹) Italienischer Name der Art, schon von Plinius für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. Hieronymus Bock führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. Dodoens und Thal nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: oberirdische Pflanzenteile; Art: Achillea millefolium L.; Umgangssprachlich: Gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Achillenkraut, Garbenkraut, Grillenkraut, Heil allen Schaden, Gerbel, Kelken, Schabab, Gewöhnliche Schafgarbe; Quellenangaben: Hegi u.a. Bd. 6.2 (1929), S. 569f.: »Der Name Schafgarbe (hier und da auch volkstümlich) bezieht sich in seinem ersten Bestandteil wohl darauf, dass die Pflanze gern von Schafen gefressen wird und häufig auf Schafweiden wächst, der zweite Bestandteil „Garbe“ (althochdeutsch garwa, angels. gearewe, engl, yarrow) ist nach seiner Bedeutung unsicher; er begegnet uns auch als Garbe (Gotha), Garbakraut (Schwäbische Alb), Garbe-Chrut (Schweiz). Gerreworzel (Nahegebiet) gehört wohl auch hierher. Den niederdeutschen Mundarten gehören an (vgl. dänisch röllike, schwedisch rölleka): Rölk, Relek, Rählk (plattdeutsch); Rolegg'n, Rulk (Münsterland), Relitz (Altmark), Rėls, Rils, Rüls, Rėdlse (Braunschweig), Reuelk (Alte Land), Reelergen (Achim), Releppe, Rolepper (Bassum in Hannover). Unsicher ist die Herkunft der bayerisch-österreichischen Benennungen Kachel, Kach'lkraut (Kärnten), Gachelkraut (Niederösterreich) und Schowo, Schab'ab (Böhmerwald). Die besonders im Mitteldeutschen gebrauchte Benennung Grensing (z.B. Nordthüringen, auch braunschweigisches Wesergebiet, Göttingen) kommt bereits im Althochdeutschen als grensinc vor, bedeutet aber hier meist Potentilla Anserina (vgl. Bd. IV/2, pag. 889), mit der die Schafgarbe entfernt ähnlich gefiederte Blätter gemeinsam hat; auch Gränsing, Gränseng, Gränsel (Gotha), Krinsing (Nordthüringen) gehören hierher. Auf die Gestalt der Blätter (Umriss, zarte Fiederung, leiter- oder rippenähnliche Anordnung der Fiedern) nehmen Bezug: Schafzunge (Eifel), Gänsezunge (Schmalkalden), Lämmlizunge (St. Gallen), Dusendblad (Oldenburg, Ostfriesland), Dusendtacken (Westfalen), Tausendblättche (Eifel), Ripplichrut (Aargau), Schåpsribbe, Schaoprippken (Westfalen), Schafrippe (rheinisch), Schoprebben (Elberfeld), Hunderribbe (Anhalt), Leiterlichrut (Schweiz), Mausleiterl (bayerisch-österreichisch). Auch die Namen Katzenzohl (Eifel), Katzenschwanzl (Egerland) beziehen sich wohl auf die zarten Blätter (vgl. Equisetum Bd. I, pag. 53). Die weissen Blüten haben wahrscheinlich die Namen Grüttblöm (Mecklenburg), Grützblume (Danzig) veranlasst. Da sich an den sonnigen Standorten der Schafgarbe oft Grillen aufhalten, heisst sie im Salzburgischen und in Niederösterreich auch Grillenkrautgras. Bibhennerlkraut nennt das Volk in Niederbayern unsere Pflanze, weil mit ihr die jungen „Bibhennen“ (Truthühner) gefüttert werden. In der Volksmedizin erfreut sich die Schafgarbe grosser Beliebtheit (pag. 572); daher wird sie auch Thee, Theekrout (Nördliches Braunschweig), Bauchwehkraut (Steiermark, Niederösterreich), Blut-, Blutstellkraut (Steiermark) genannt. Im Allgäu kommt die Pflanze in die „Sang“ (der an Mariä Himmelfahrt geweihte Kräuterbüschel) und heisst dort daher Zangebluma. Weiss Zangekraut. — Im romanischen Graubünden heisst die Schafgarbe puleg signuria (Engadin), flours–tgaval (Bravuogn), im Puschlav trementina, erba trementina, in Gröden cautes, millefoliè, in Pieve i ciari mac, im Friaul jerbe tajadore, jerbe tajaròle, im Tessin erba del tai, zerla (Losone), erba de foenj, cent foenj, im Wallis Quavuvaz atzsa, vibja (Zermatt), miefer (Unterwallis).«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Achillea millefolium L.; Umgangssprachlich: Gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Achillenkraut, Garbenkraut, Grillenkraut, Heil allen Schaden, Gerbel, Kelken, Schabab, Gewöhnliche Schafgarbe; Quellenangaben: Reling & Bohnhorst (1889), S. 175 f.: »61. Die Schafgarbe.(Achillea millefolium) Wie Plinius erzählt, erinnert der botanische Name Achillea an Achilles, einen Schüler des heilkundigen Centauren Chiron, welcher zuerst diese Pflanze als ein Heilmittel bei Wunden in Anwendung brachte. Der deutsche Name Garbe wird in verschiedener Weise abgeleitet. Nach Wiärda soll er von carmen abstammen, welches so viel wie einschneiden, kerben bedeutet, weil die Blätter fein gekerbt sind. Schwenk deutet ihn auf den Geschmack der Pflanze und meint, Garbe käme her von herb (altd. garbe) und bezeichne ein herbes Gewächs. Eine dritte Erklärung nimmt auf den garbenförmig zusammengestellten Blütenstand Rücksicht. Weil dieses Kraut ein Lieblingsfutter der Schafe ist, hat es den Namen Schafgarbe bekommen. Andere Volksnamen der Pflanze sind: Rölleke, Relek, Röhlk, Relitz, Rels und viele ähnliche. Remnich vermutet, daß der Name Rölleke seine Erklärung in dem Umstande findet, daß die Blätter in der Knospenlage gerollt erscheinen.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Achillea millefolium L.; Umgangssprachlich: Gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Achillenkraut, Garbenkraut, Grillenkraut, Heil allen Schaden, Gerbel, Kelken, Schabab, Gewöhnliche Schafgarbe; Quellenangaben: Graßmann 1870, S.134, Nr.371: »371. Achillêa die Garbe[Fu., Lo. u. ſ. w.], ſchon althochdeutſch garawa und garwa angelſächſiſch gearve [N., Eltm.], altſächſiſch gare [Graff], alſo ein uralter Name; in ihm iſt, da alle älteren Formen w (nicht b) haben, wie auch Garwe [Ho.], Gerwel [Lo., Djef.], -wa als Ableitendung zu betrachten. Ueber die Abſtammung giebt uns das Angelſächſiſche Auskunft. Dort bedeutet gearve (fem.) Achillea millefolium, gearva (masc.) das Kleid, den Umwurf, gearva (adverb.) fertig, vollendet, ſchön [ſ. Ettm]; ähnlich im Altnordischen gerva oder gjörva (adv.) fertig u. ſ. w, gervi oder gjörvi (fem.) die Bekleidung, ins Beſondere Alles, was zur vollen Ausrüſtung z.B. eines Zugthieres, Schiffes, eines Reiſenden gehört (vergleiche gera, gjöra fertig machen, thun, ſowie die bei Curtius n. 189 aufgeführten Wörter). Es ſcheint die Pflanze durch ihre zahlreichen und zierlichen Blätter den Eindruck der ſchön und vollſtändig ausgerüſteten gemacht zu haben. Weniger verbreitet ſind die Namen: die Rippel [N.], Ribbe, althochdeutſch ribba, enthalten auch in Schafrippe [Lo.], wohl nach den wie mit Rippen versehenen Blättern benannt [N.]; die Röhlke [N., Ad.], mit zahlreichen Nebenformen [N., Dief, Dähn., Ηο.], däniſch röllike [Oed.], ſchwediſch rölleka [Oed.], und durch andere Ableitendungen gebildet: die Rölſe [N.], auch Rüls genannt [bei Brauuschweig und Halberstadt nach Prof. Schmidt in Stettin], rêlitz [Danneil], von unbekanntem Ursprung (nach Nemnich wäre die Pflanze von den ſich lockenartig einrollenden Blättern so genannt); die Faſe [Ho.], wohl von den Faſen (d. h. Fäden, Faſern) entweder der feinzertheilten Blätter oder der Wurzeln („ſie ſchleicht hinab mit Faſen im Erdreich“ Lo. 321 d). Andere Namen ſind von andern Gattungen hier übertragen, wie Gränſing [N.] (ſ. 191), Schabab [N.] ſ. 14, Kelke [Lo., N.] ſ. 314. Dunkel ſind die Namen: Gachel, Genge, Schenken [Ho.]. Alle angeführten Namen gelten ursprünglich für A. Millefolium, werden aber auch theilweiſe auf die ganze Gattung übertragen. Bei den übrigen Arten kommen keine eigenthümlichen einfachen Namen vor, sondern nur solche, die von andern Pflanzen hier übertragen ſind (Bertram, Mettram oder Metter, Genepi, Raut, Dragun, Dorant).«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Achillea millefolium L.; Umgangssprachlich: Gemeine Schafgarbe, Tausendblatt, Achillenkraut, Garbenkraut, Grillenkraut, Heil allen Schaden, Gerbel, Kelken, Schabab, Gewöhnliche Schafgarbe; Quellenangaben: Köhler & Müller 1887, S.70: »Name und. Geschichtliches. Der Name Garbe (althochdeutsch garawa, garva‚, harwe, angelsächsissh gearve, mittelhochdeutsch Gärwel, Gahel, Garb, Garwe, Gertel, Gabl, Barbune, Grausinc, Schofgarb, bei Tabernaemontanus Wilder Bienenpfeffer, Schapfgerwe, bei Cordus Garbe, Feldgarbe, Grünsingkraut, Relicken, bei Hildegard Garwa, bei Fuchs Gerbel, Schafgarbe, bei Bock und Gessner Schafrippe, Gerwel, Jungfrauaugbroen) ist nach Grassmann ein uralter Name und wird von ihm auf das Altnordische zurückgeführt. Nach dem Angelsächsischen heisst gearve (fem.) unsere Schafgarbe, gearva (masc.) das Kleid, der Umwurf, gearva (Adv.) fertig, vollendet, schön, altnordisch gerva, gjörva fertig, gervi, gjörvi die Bekleidung, überhaupt alles was zur vollständigen Ausrüstung von Zugthieren, Schiffen, Reisenden gehört. Der Name würde demnach auf den Eindruck des Schönen, Fertigen, vollständig Ausgerüsteten zurückzuführen sein, den die Pflanze bezüglich der Zierlichkeit und Form ihrer Blätter macht. Achillea (ἀχιλλεια) soll nach Plinius von Achilles, dem Schüler des Chiron abgeleitet sein, welcher die Heilkräfte der Schafgarbe zuerst erkannte und zur Heilung von Wunden verwendet haben soll. Millefolium, Tausendblatt, wegen der fiedertheiligen Blätter. Achillea ist ein sehr altes und zur Heilung von Wunden äusserlich längst benutztes Arzneimittel. Obgleich schon Dioscorides von der Anwendung gegen Profluvien spricht, so ist die innerliche Benutzung der Garben doch erst seit vorigem Jahrhundert und zwar auf die Empfehlungen von Stahl im Gebrauch. Millefolium des Plinius und Herba foliis mille des Serenus Samonicus (3. Jahrhundert) ist nach Flückiger wahrscheinlich unsere Achillea Millefolium. In früheren Zeiten wurde die Schafgarbe in Scandinavien an Stelle des Hopfens zur Bierbrauerei verwendet.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Knöterich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Bistorta officinalis Raf.; Umgangssprachlich: Wiesen-Knöterich, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz, Natternwurz, Gänseampfer; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3), S. 194, 837. Polygonum Bistórta ¹) »[…] Die Pflanze hat einen grossen Teil ihrer Volksbenennungen nach den zungenförmigen Blättern erhalten: Otterzung, Otterwurz, Oderbladl, Ottergros (Böhmen), Nadanzung [Natterzunge] (Niederösterreich), Nodernbladl (Böhmerwald), Atere(n)-Chrut [=Otter-] (Schweiz); Schafzunga, Schafsblattla, Lämmerzunga (Schwäbische Alb), Hirschzunge (Böhmerwald, Egerland, Gotha). Ochsazunga (Nordschweiz), Kalbszunge (Bern), Schaf-Lälleli [Lalle = Zunge] (Schweiz: Waldstätten). Nach der walzenartigen Form des Blütenstandes heisst dieser Knöterich: Lämmerschwanz (Hinterpommern, Riesengebirge), Hammelschwanz, Hammele (Gotha), Nudla [Nudel] (Schwaben), Würstli (Schweiz: Waldstätten, Appenzell), Chölbli (St. Gallen). Der feuchte Standort hat wohl zu der Benennung Froschblétl (Erzgebirge) Anlass gegeben. Zu Strupfä-Blackä, Strupflä-Blackä (St. Gallen) und Schlauche (Gotha), Schluchä, Schluabläckli (Schweiz: Waldstätten), Schluckere (Zürich) vgl. Rumex (pag. 171, 173)! Im romanischen Graubünden heisst P. Bistörta Lungas bov (Heinzenberg), basal est oder badalest (Bergün), linguetta (Puschlav), badalaischs (Ofen).« ---- ¹) lat. bis = zweimal und tórtus (von torquére) = gedreht; nach der schlangenartig gewundenen Grundachse.)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Knöterich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Bistorta officinalis Raf.; Umgangssprachlich: Wiesen-Knöterich, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz, Natternwurz, Gänseampfer; Quellenangaben: Hayne (Bd. 5, 1817), Nr. 19: »Wiesen-Knöterig, Natterwurz, Krebswurz, Ottawurz, Schlangenwurz, Drachenwurz, Schlippenwurz, Gänseampfer.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Knöterich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Bistorta officinalis Raf.; Umgangssprachlich: Wiesen-Knöterich, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz, Natternwurz, Gänseampfer; Quellenangaben: Pritzel & Jessen (1882), S. 297: »III. Polygonum bistorta L.Mittalt. Basilia, Basilisca, Bistorta, Bistoria, Colubrina, Dracontea (später = Arum und Artemisia, Dracunculus), Serpentaria. Ade-, Adewort — mittnd.Allegirwürz: Graubündten.Drachenwurz: Schlesien - mitthd.Drachin-, Drakewortz, Dragewort — mittnd.Gänseampfer: Schlesien.Giftwurzel — Apoth.Krebswurz: Brocken, Thüringen, Mark Brandenburg.Lechen — Rösslin.Nabel-, Nadel-, (Nanter-, lies) Nader-, Naterwurz — mitthd.Naderwort — mitthd., Syn. apoth.Naterkrud — mitthd.Natemworz — mitthd.Naterwurz — althd., Hort. San., Brunfels, Gesner.rot Naterwurz — mitthd.Natirwurtz — Maier 1394.Natterwurz - Bock, Cordus, Fuchs.Nohtemwurzel: Siebenbürgen.Noterwnrz — Brunschw.Nother-, Notter-, Nottirwurz — mitthd.Nudla (die Blüthenähre): Augsbg.Ochsazunga: St. Gall. b. Sargans.Ochsenzunge: Granbündten bei Daves, Rheinwald.Otterwurzel: Schlesien.Pferdshaar: Eifel bei Uelmen.Schlangenkraut: Schlesien.Schlangentritt: Rossbach.Schlangenwurz — Bock.Schlippen — Gesner.Schlippenwurz: Schlesien.Schluche: Bern.Schlucker: Graubündten.Serpentin — Syn. apoth., Vocab. optimus.Slangwurz — althd.Trackenwurz — mittnd.Wiesenkohl, Wissekil: Eifel.Wurmkraut: Pongau, Pinzgau. «)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Knöterich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Bistorta officinalis Raf.; Umgangssprachlich: Wiesen-Knöterich, Schlangen-Knöterich, Schlangenwurz, Natternwurz, Gänseampfer; Quellenangaben: Dietrich (1836), Nr. 282: »Deutsche Namen: Wiesen- oder Natternknöterig, Natternwurz, Schlangenwurz, Otterwurz, Gänseampfer, Krebswurz, Schlippenwurz.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609: »Der Name Gänseblume mag teilweise von Bellis perennis (vgl. pag. 414) auf unsere Art übertragen sein (auch oft als grosse Gänseblume unterschieden), dann aber auch in der Blütenfärbung (weisses Gefieder, gelber Schnabel der Gänse) und dem häufigen Vorkommen der Pflanze begründet sein. Als Volksname tritt er besonders im Oberdeutschen sehr häufig auf, z.B. Gänsblomme (westliche Rheinprovinz), Ga(n)sblume (Schwaben), grosse Ga(n)sringala (Schwäbische Alb), Gängsbluem, Gänsemaie[n] (Elsass), Gansara, Gansgogara (Egerland). Im Alemannischen ist die Pflanze auch oft nach der Geiss benannt: Gaiseblume (Baden), Geissblume (bayr. Schwaben), (grossi) Geisseblueme, Geissemaie(n), Geissefierzel (Schweiz). (Grossi) Chatzeblueme (Schweiz), Hunneblome (Bremen), Bedlmandl (Oberösterreich), Bettler-Blueme (Schaffhausen) gehen wohl auf die Häufigkeit der Pflanze. Der Name Margerite scheint (von der Schweiz abgesehen) kaum wirklich bodenständig zu sein; er wird Wohl als „poetischer“ Blumenname durch die Städter ins Landvolk gedrungen sein: Margrittli (Schweiz), Margrüntschi (Bern), Mareie(n)-Bluem, (grossi) Mareieli [zu Maria] (Schweiz). Nach der Blütezeit um Johanni (Sommer-Sonnenwende) heisst die Pflanze: Johannisblume (z.B. Eifel, Westfalen, Böhmerwald, Kärnten, Schweiz), Gehansblom (Eifel), Santihanser (Burgdorf), Sant Johanns-Stern, -Maie[n] (Schweiz), Gehonsblume, Gehonstichblume (Riesengebirge), G’hånsblume (Nordböhmen). Auch ist die Blume ein häufiger Bestandteil der am Johannistag (Sonnwendfeier) gewundenen Kränze. Hierher gehören auch die Volksnamen Sunawendbleaml (Oberösterreich), Sunnawendrosen, -blumen, Sunnrosen (Kärnten), Sünewentblüer (Tirol). Die Gänseblume steht in vollster Blüte z. Zt. der Heumahd, daher Heublume (Schwäbische Alb, Solothurn), blüht aber übrigens den ganzen Sommer hindurch, daher auch Monetsblume (St. Gallen, Thurgau) [vgl. Bellis perennis], Sie ist die bekannte (durch Goethe’s Faust klassisch gewordene) Massliebe oder Orakelblume der Liebenden und Kinder. Durch Abzupfen der weissen Strahlblüten kann man das Vorhandensein und den Grad der Liebe („Er liebt mich von Herzen — mit Schmerzen“ usw.), ebenso wie den künftigen Stand (Edelmann — Bettelmann — Bürger — Bauer usw.) und das Schicksal nach dem Tode (Himmel, Fegfeuer, Hölle) erfahren: Orakelblumen (z.B. Kärnten), I liab di von Herzen (Kärnten), Edelmannsblume (Böhmerwald, Riesengebirge), Edelmann — Bettelmann (Oberösterreich), Himmel-, Höll-, Fegfür-Blueme (Aargau), Jungfernblume (Obersteiermark), Scheumpfersblume [Scheumpfer = Liebhaber] (Thüringer-Wald). Da die Pflanze z. Zt. der Nördlinger Messe (14 Tage nach Pfingsten) in der Regel in voller Blüte steht, heisst sie im Ries Messblume. Auf das Aussehen (insbes. auf die weisse Farbe) der Blütenköpfe beziehen sich Dickköppe (Braunschweig), Pferdekopf (Anhalt). Glesser [glessa = glotzen] (Schwäbische Alb), Kalbsauge (Schaffhausen), Ochsenaug (Bayern: Ansbach), Tellerblume (Anhalt, Schlesien), Radbleaml, Wagenrad, -scheibling, -blæmin (Oberösterreich), Wougnbloama (Böhmerwald), Käseblume, -blümel (nordböhmisch), Kästeller (Elsass), Chäsblueme (Schweiz), Milchblouma (Egerland), Weissblume (Böhmerwald), Preisterkragen (Schleswig, Mecklenburg). Als unechte, wertlose Kamille kennzeichnen unsere Pflanze die Volksnamen Peerkamell (Schleswig), Pärekamille (Braunschweig), Pferdekamille (Schlesien). Zu grossi Müllerblueme (Schweiz), grosses Baderle (Baden, Aargau) vgl. Bellis perennis, zu Wucherblume (meist nur in der Schriftsprache) Chrysanthemum segetum. — Im romanischen Graubünden nennt man unsere Pflanze flur da S. Gian (Oberengadin).«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Kanngiesser (1908) S. 44: Chrysanthemum, von χρυσός, Gold und ἄνθεμον, Blume, wegen der goldgelben Blumen dieser Gattung so benannt. ; d. [deutsch] : Wucherblume, wegen ihres raschen Gedeihens. — Marguerite vom lat. margarita, Perle, mit der ihre schöne Blume verglichen wurde. [Das lat. und das griech. μαργαρίτης, μἀργαρον scheint von dem pers. mervarid, Perle, abzustammen; vergl. Plin. IV. 54. Praecipue autem laudantur (margaritae) in Persico sinu maris Rubri. 56. Nec apud barbaros quidem eius aliudquam margaritae.] ; f. [französisch] : Marguerite dorée, Gold-Marguerite. — Dis-moi-la-vérité: Sag mir die Wahrheit; Anspielung auf das bekannte Abreißen der Zungenblättchen. ; e. [englisch] : Ox-eye Daisy, Ochsenaugen-Gänseblümchen. Betreffs daisy s. unter Bellis, deren Blüte eine Miniaturforrn der Chr.-Blüte ist. ; n. [niederländisch] : Ganzebloem, s. unter Bellis — Groote madelief, desgl. ; Anmerkungen: S. 26 zu Bellis (englisch) »Daisy aus day’s-eye, Tagesauge, wegen der Blütenform (Composite)« zu Bellis (niederländisch): »Madeliefje, vergl. deutsch: Maßliebchen«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Gänseblume * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609 Grosse Gänseblume * Braune, Bd. 2, 1797 S. 524 * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * Sturm Bd. 13 1905 S. 211 * Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Weißstrahlige Goldblume * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 Große Geißblume * Groſse Geiſsblume Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * große Geißblume Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Gemeine Käseblume * Thomé & Müller (1905) S. 337 Grosse Käseblume * Boswell u.a., Bd. 5, 1878, S. 42 Gemeines Leucanthemum * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 Weißes Mädchen * Reling & Bohnhorst (1889) S. 180 Große Maaßliebe * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * Sturm Bd. 13 1905 S. 211 * Thomé & Müller (1905) S. 337 * Willkomm 1901 S. 74 * Große Maßliebe Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Grosse Maßlieben * Braune, Bd. 2, 1797 S. 524 * Willkomm 1901 S. 74 Grosses Massliebchen * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609 Grosse Margerite * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609 Johannsblume * Braune, Bd. 2, 1797 S. 524 Johannisblume * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * Reling & Bohnhorst (1889) S. 180 Kalbsauge * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Kühblume * Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Ochsenauge * Sturm Bd. 13 1905 S. 211 Orakelblume * Willkomm 1901 S. 74 * Kerner et al. - Pflanzenleben Bd.2 - 1891 S. 187 * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609 Preisterkragen * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 610 Priesterkragen * Sturm Bd. 13 1905 S. 211 * Reling & Bohnhorst (1889) S. 180 Rindsauge * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 * Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Wucherblume * Willkomm 1901 S. 74 * Schkuhr (Botanisches Handbuch, Bd. 3, 1808) S. 130 Gemeine Wucherblume * Braune, Bd. 2, 1797 S. 524 Weiße Wucherblume * Willkomm 1901 S. 74 * Dietrich (Bd. 8, 1840) Nr. 545 Wiesen-Wucherblume * Hegi (Bd. 6.2, 1929) S. 609 )
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Leucanthemum vulgare Lam.; Umgangssprachlich: Margerite, Wiesen-Margerite, Wiesen-Wucherblume, Große Gänseblume, Große Maßliebe; Quellenangaben: Reling & Bohnhorst (1889) S. 180f.: »64. Die Wucherblume. (Chrysanthemum.)Die Wucherblume, besonders die Saat-Wucherblume (C. segetum), gehörte ehemals zu den häufigsten und schädlichsten Ackerunkräutern. Die zahlreichen Samen in den teilweise geflügelten Gehäusen begünstigten die überaus schnelle Ausbreitung dieses Schädlings und führten oft zu einer vollständigen Überwucherung der Saatfelder. In verschiedenen Gegenden ist darum die Ausrottung dieser Pflanze von den Behörden planmäßig betrieben worden. Aus Mecklenburg berichtet Dreves über dieses Unkraut: Die Wucherblume war dem Kornbau so lange vorzüglich hinderlich, als die Felder in drei Schlägen beackert werden mußten. Dieses schädliche Unkraut hatte alle Feldmarken überzogen und überwuchs durch sein schnelles Wachstum alle Getreidearten. Sie war auf keine Weise aus dem Acker, wo sie sich einmal angesogen hatte, wieder herauszuschaffen. Sobald jedoch die Koppelwirtschaft eingeführt wurde, war auch, ohne daß man daran dachte, die Vertilgung der Wucherblume zugleich bewirkt. Da ihre Blüten auf den Weideschlägen von dem Vieh abgefressen wurden, so konnte ihr Wachstum durch nichts besser gehemmt werden, als wenn kein Same von ihr zur Reife kam. Man findet darum auf allen Landgütern, wo die Schlagordnung eingeführt ist, jetzt keine Spur mehr von diesem schädlichen Unkraut. In verschiedenen Dörfern in Holstein wurde früher die sogen. „Wucherblumenköst“ gefeiert, wobei alle Mannschaft zum Ausziehen der Wucherblumen aufgeboten wurde und ein fröhlicher Tanz den Tag beendete. Die weiße Wucherblume (C. leucanthemum), auch das weiße Mädchen, Priesterkragen und Johannisblume genannt, dient in Schweden als Orakelblume, um zukünftige Dinge zu erforschen, wie es auch Goethe in so anziehender Weise in der Gartenscene des Faust darstellt. Ähnliches wird Von B. Wartmann aus der Schweiz erzählt. Auf die Frage: „Wohin komme ich nach meinem Tode?“ werden die Strahlblüten der Reihe nach ausgerissen und „Himmel, Fegfür, Höll“ dabei gezählt. Auf die Frage: „Was werde ich?“ zählt man: „Herr, Bur, Bettelmann“, oder: „Edelmann, Bettelmann, Bur“, oder: „heiraten, ledig bleiben, Mönch (Klosterfrau) werden“.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Spitz-Wegerich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Plantago lanceolata L.; Umgangssprachlich: Spitz-Wegerich, Lanzettlicher Wegerich, Schmalblättriger Wegbreit, Schmalblättriger Wegetritt, Hundsrippe, Rossrippe; Quellenangaben: Hegi (Bd. 6.1, 1918) , Seite 183 aus Illustrierte Flora Mitteleuropa: »Zu „Wegerich" vgl. Plantago maior, von dem unsere Art z.T. als G’spizada Wögrad (Niederösterreich), Schbitzäfädrich (Baden), Spitzwegarach, Spitzwedara (St. Gallen), Spitzwegeli (Graubünden, Aarau) unterschieden wird. Da beim Spitzwegerich die Blattnerven (Rippen) besonders stark hervortreten, heisst er auch Ribbeckeblätter (Schaumburg), Siebenrippe (Hessen), Hunderebbe (Sachsen), Ripplichrut, Rossrippe (Schweiz). Hunnetunge (Ostfriesland), Rühentunge (Westfalen), Schlangenzunge (westl. Rheinprovinz) beziehen sich auf die Gestalt der Blätter, Trummenstöcke (Westfalen) auf die des Blütenstandes (vgl. P. maior). Die Kinder verfertigen sich aus den biegsamen Stengeln allerlei Spielzeug wie Stühlchen usw., daher Katzestühlche [siehe P. maior] (Nahegebiet), Katzestege(n) (Elsass). Aus dem Riesengebirge werden die für den Spitz-Wegerich merkwürdigen Namen Gorthel, Gochheel, Jochhel angegeben; vgl. Gauchheil = Anagallis. […]«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Spitz-Wegerich (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Plantago lanceolata L.; Umgangssprachlich: Spitz-Wegerich, Lanzettlicher Wegerich, Schmalblättriger Wegbreit, Schmalblättriger Wegetritt, Hundsrippe, Rossrippe; Quellenangaben: * Fünfadernkraut (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209; Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803) * Hunds- ** Hundsblätter (Losch 1903, S. 147) ** Hundszunge (Losch 1903, S. 147) * Plantago ** Lanzettblättrige Plantago (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) * Radöhl (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) * Rippe oder Ribbe: ** Hunderippe (Zorn, Bd.1, 1779, Tafel 88) ** Hundsribbe (Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803) ** Hundsrippe (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209; Losch 1903, S. 147; Sturm Bd.11 1903) ** Roſsribbe (Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803) ** Roſsrippe (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) ** Rippenkraut (Losch 1903, S. 147; Sturm Bd.11 1903) ** Roßrippe (Losch 1903, S. 147) * Romeien (Losch 1903, S. 147) * Spießkraut (Losch 1903, S. 147) * Spitzenfedern (Losch 1903, S. 147) * Spitzewägeli (Losch 1903, S. 147) * Spitzeweder (Losch 1903, S. 147) * Spitzfederich (Losch 1903, S. 147) * Wegbreit ** Schmalblättriger Wegbreit (Willkomm 1901, S.93) ** Schmaler Wegbreit (Zorn, Bd.1, 1779, Tafel 88) ** Lanzettblättriger Wegbreit (Willkomm 1901, S.93) * Wegeblatt ** spitz Wegeblatt (Losch 1903, S. 147) * Wegerich ** Kleiner Wegerich (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) ** Lanzettblätteriger Wegerich (Thomé & Müller 1905) ** Lanzettförmiger Wegerich (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) ** Lanzettlicher Wegerich (Krafft: Bd. 2, 1876) ** Schmaler Wegerich (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209) ** Spitziger Wegerich (Zorn, Bd.1, 1779, Tafel 88; Sturm (Abt.1, Bd.2, 1800)) ** Spitzer Wegerich (Krafft: Bd. 2, 1876) ** Spitzwegerich (Dietrich (Bd. 3, 1853), Nr. 209; Krafft: Bd. 2, 1876; Braune, Bd.1, 1797) * Wegetritt ** Lanzettblättriger Wegetritt (Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803) ** Schmalblättriger Wegetritt (Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803) ** Spitziger Wegetritt (Röhling u.a. (Bd.1, 1823), S. 803))
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Rispengras (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Poa pratensis L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Rispengras, Wiesen-Viehgras; Quellenangaben: Graßmann (1870), Seite 249 in Deutsche Pflanzennamen: »784. Poa der Rispel, [Köne 27], aus Rispengras, dem allgemein verbreiteten Namen für diese Gattung. Weniger empfiehlt es sich die Namen Rispen oder Raspen (die wohl als Plurale zu fassen sind) von Avena fatua [N.] hier zu übertragen, da Rispe der botanischen Kunstsprache verbleiben muß. Die Fetsch [Du. für P. annua] scheint sich auf die bis 2 Fuß hohen, dünnen und zum Binden geeigneten Halme der P. annua zu beziehen; denn die Fetsche (lat. fascia) ist nach Grimm eine Wickelschnur für Kinder, und fetschen (lat. fasciare) bedeutet überhaupt einbinden, windeln. Für Sclerochloa, wenn dies als Gattung ausgesondert wird, würde sich dieser Name allenfalls eignen. Sonst könnte man hierfür aus Hartgras [Ga.], was eine Uebersetzung des passend gewählten griechischen Namens ist, etwa der Härtling bilden.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wiesen-Rispengras (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Poa pratensis L.; Umgangssprachlich: Wiesen-Rispengras, Wiesen-Viehgras; Quellenangaben: * Rispengras ** Wiesen-Rispengras (Willkomm 1901; Jessen 1863; Boswell u.a. 1872; Sinclair & Friedrich 1826) ** Wiesenrispengras (Röhling u.a. Bd.1, 1823; Krafft 1876; Schmeil & Fitschen 1913) * Thimotheusgras (Reichenbach 1844) * Viehgras ** Fünfblüthiges Viehgras (Röhling u.a. Bd.1, 1823) ** Großes Viehgras (Röhling u.a. Bd.1, 1823) ** Wiesen-Viehgras (Röhling u.a. Bd.1, 1823) * Wiesengras ** Gemeines Wiesengras (Röhling u.a. Bd.1, 1823))
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Graßmann 1870, S. 186: »571. Primula die Primel, ein sehr verbreiteter und deutſch klingender Name, der aus dem lateiniſchen Primula ſtammt, und die Pflanze als Erstling des Jahres bezeichnet. Der ähnlich zu deutende Name Schlüſſel in Frühlings-, Himmels-, Peters-ſchlüſſel, Schlüſſelblume [Lo., N.] iſt von uns auf Pulmonaria (n. 489) eingeſchränkt. Unklar ſind: die Maginke [Birl., Gri.], die Kerſe [Ηο. für P. veris], der Kaiſerling [N.], das Kaiſerli [Du. für P. farinosa]. Ferner kommen zahlreiche Umdeutungen und Verkleinerungsformen von betonica vor, indem die Pflanze wegen der Blätter, die denen der Betonica ähnlich, aber blaſſer ſind betonica alba [Ma.] genannt wurde, z. B. weiße Betonie, Batengen, Backelken [Ho.], Batengele, Bartengele, Badenechtli, Badeneſli, Patönnjeln [Du.], Batenikel [Gri.], Plateniglen, Plateniken [Ηο.]. Die Aurikel wäres nur für die Rotte Auricula brauchbar. Andere Namen, wie Klebe [Klebi Du.] für P. viscosa, Aeuglein, Auge, Aenklein, Näpflein, Schelle [Du.] ſind für andere Pflanzen zu verwenden [390, 4, 356, 563, 484, 438].«; Anmerkungen: Du. — Durheim. Schweizeriſches Pflanzenidiotikon 1856.Ho. — Holl. Wörterbuch deutſcher Pflanzennamen. 1833.Gri. — Jac. und Wilh. Grimm. Deutſches Wörterbuch 1854 (bzw. Gri. my. — Jac. Grimm. Deutſche Mythologie. 1854.; Gri. gr. — Jac. Grimm. Deutſche Grammatik 1822—37.)Lo. — Lonicer. Kreuterbuch. 1540.N. — Nemnich Allgemeines Polyglottenlexicon der Naturgeſchichte. 1793—98.Ma. — Matthioli. Kreutterbuch, herausgegeben von Camerarius. 1626.)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Aurikel * Bergaurikel Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 Fastenblume * Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 Handschuhblume * Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 Hofblume * Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 Himmelschlüssel * Hoher Himmelschlüssel Hoffmann & Dennert (1911), S. 201 * Hoher Himmelschlüssel Boswell u.a., Bd. 7, 1867 S. 135 * Hoher Himmelsschlüssel Thomé & Müller (1905), S. 24 Lerchenblume * Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 Osterblume * Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 Primel * Garten—Primel Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 * Garten-Primel Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 * Langschaftige Primel Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 * Geruchlose Primel Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 * geruchlose Primel Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 * Hohe Primel Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 * Waldprimel Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 Schlüsselblume * Schlüsselblume Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 * erhabene Schlüsselblume Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 * Erhabenere Schlüsselblume Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 * Gewöhnliche Schlüsselblume Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 * Hohe Schlüſſelblume Sturm (Abt. 1 Bd. 14 1803) * Höhere Schlüſſelblume Braune, Bd. 1, 1797, Nr. 162 * Hohe Schlüsselblume Boswell u.a., Bd. 7, 1867 S. 135 * Hohe Schlüsselblume Schmeil & Fitschen (Pflanzen der Heimat, 1913), Nr. 41 * Hohe Schlüsselblume Bährle-Rapp (2012), S. 470 * Hohe Schlüsselblume Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746 * Hohe Schlüsselblume Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 * langschaftige Schlüsselblume Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 * wilde Schlüsselblume Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 * frühzeitige Schlüsselblume Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 * Waldschlüsselblume ** Waldschlüsselblume Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 ** Waldschlüsselblume Bährle-Rapp (2012), S. 470 ** frühzeitige Waldschluſſelblume Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 ** groſse Waldschlüsselblume Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793 ** Groſse Waldschlüsselblume Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 ** große Waldschluſſelblume Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 ** groſse Waldschlüsselblume Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 ** Wilde Waldschluſſelblume Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 Sanikel * Bergsanickel Röhling u.a. (Bd. 2, 1826), S. 108 * Bergſanikel Schkuhr (Bd. 1, 1808), S. 108 * Bergsanikel Hayne (Bd. 3, 1813), Nr. 35 )
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Dietrich (Flora Regni Borussici Bd. 12, 1844), Tafel 793: »Diese schöne Pflanze wird gleich der Frühlings-Primel in den Gärten als Zierpflanze gezogen, wo sie mit mannigfach gefärbten Blumen bis zum dunkeln Roth vorkommt. Die Blumen sind geruchlos und werden deshalb nicht als Arzeneimittel gebraucht. Deutsche Namen: Schlüsselblume, erhabene oder langschaftige Schlüsselblume, geruchlose Primel, groſse Waldschlüsselblume, Bergaurikel.«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927), S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) Die hohe Schlüsselblume wird in ihren Benennungen meist nicht von der echten unterschieden. Nur im Schwäbischen wird sie ab und zu zum Unterschied von P. officinalis als Bube-Batenke (Schwäbische Alb) oder als Weisse Schlüsselblume (Baden) bezeichnet. Zu den übrigen Volksnamen vgl. das bei Primula officinalis (pag. 1749) angeführte ? Aus dem lateinischen betonica leiten sich die folgenden, hauptsächlich alemannischen Namen ab: Battenge (Vorarlberg), Badängeli, Maradendele (Baden), Bakenga, Makenga (Schwäbische Alb), Maginka (Schwaben: Mindelheim), Badönikli (Appenzell, Zürich), Madäneli, Bodäneli, Matengala (St. Gallen), Badenneli, Madennli, Mattedennili, Vadenteli (Thurgau, Schaffhausen). Auf die Blütenform beziehen sich Slöttelblaume (Braunschweig), Schlössli, Schlüsseli (Baden), Himmelschlüssel (bayerisch-österreichisch), Karkenslätel (Schleswig), Kirkeschlötel (Niederrhein), Peterschlüssel (Steiermark), Bura-, Bach-, Bettlerschlüsseli (St. Gallen), Fraueschlüssel (Graubünden), Tubachnöpfli (Schweiz), Pfoffahosa [Pfaffenhosen] (Nordböhmen), Radlbleaml (Sonnblickgebiet), Keilhacke (Schlesien), Händscheli, Handschuh-Blüemli (Schweiz). Die frühe Blütezeit zeigen Namen an wie Osterblome (plattdeutsch), Osterblume (Oberösterreich), Märzen (Münsterland), Aprilbloume (Lengerich), Jirglblume [Georg, 24. April] (Gesenke), Kukuksschlössel, -schall, -blom (rheinisch), Zitlosa (St. Gallen). In Oberösterreich und in Oberbayern nennt man die Art auch Gansbleaml, in der Schweiz (Walenstadt) Bättlerruuda (Ruuda = Räude). Woher kommt die obersächsische Bezeichnung Hühnerblind? Im Grödner Ladin heisst die Pflanze tlèves del paravis.«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Primula elatior (L.) Hill; Umgangssprachlich: Wald-Schlüsselblume, Waldprimel, Hohe Schlüsselblume, Hoher Himmelschlüssel, Bergsanikel; Quellenangaben: Ennet u.a. (1990: Heilpflanzen und Drogen), S. 290 »Hohe Schlüsselblume, Gewöhnliche Schlüsselblume‚ Hohe Primel, Waldprimel, Waldschlüsselblume, Primula elatior: ausdauernde, bis 30 cm hohe Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). (…) Geschichtliches: eine Primel, bei der es sich wahrscheinlich um die H. S. handelte, spielte in der nordischen Mythologie eine bedeutende Rolle. Hinweise in den Schriften der Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert sowie in den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts von O. Brunfels, L. Fuchs und H. Bock auf die arzneiliche Verwendung lassen nicht eindeutig erkennen, welche Art gemeint war.«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rumex acetosa L.; Umgangssprachlich: Sauerampfer; Quellenangaben: Pritzel & Jessen (1882), S. 346: »II. Rumex aectosa L. ♃ Mittalt. Accedula (=acidula, säuerlich), im 16. Jahrh. auch Ozalis, 8) Kukuks- S. 268. S. Namen unter I. 9) salzig = sauer; Pflanze auf trockenem Boden oft 10) hochroth. Amfer, Amper, Ampfer, 1 - mitthd. Ampfera: Appenzell — althd. sur Amphe — mitnd.sauer Amphor, 1 — spät-mitthd.Amphera — Hildegard (später).Amphora, 1 — althd., Hildegard.Amphra, Amphro — althd.Amprich, 1 — mitthd. Anfer, 1 — mitthd.Anforn, Anphora, 1 — Hildeg. Blatsche, 2: Glarus. Empfer, 1 — mitthd.Empher, 1 — mitthd. zuer Eppe, 1 — mittniederl.-nd.Essichkraut — Friese. Fieldiampert, 1: Siebenbürgen. Haos’nsallart, 8: Altmark.rode Hinnerk, 10: Bremen. Hungersampffer, 1 — Vocab. 1482. Kackesuur, 8: Holstein. sure, zure Krut — mittnd. Kukuksbrod, 8: Oldenburg. Lompuch (von lamp.): Niederlaus. Lusampfera: Appenzell, St. Gall. Mundfäulkraut — Hoefer.rode Ridder, 4: Ostfriesland. Sältling, 9 — Nemn. Salsenkrut, 9 — mittnd. Saltling, 9 — Holl. Säuerling — Nemn.Saueramp: Pommern — mitthd. Saueramper 1, -ampel : Rheinpfalz. Sauerampfe — mitthd. Sauerampfer: Eifel — mitthd. Saueranff, 1 — mitthd. Sauerblume, -emper: Sommerfeld. Sauerempfe, 1 — mitthd. Sauerkeel — Gemma. Sauerlamp, 1: Schlesien. Sauerlang, l, Sauerling — Holt. Sauerranzen, 1 : Henneberg. Sauersenf, 1: Henneberg - mitthd. Sauring, 1: Hamburg. Schweinblagde, 2 : Graubündten. roden, röhren Suer, 10: Vorpom. Sueramp, 1: Meklenburg. Suerampfer : Oberbaden. Sueramprich, -anperich, 1 - mittnd. Suerelke-, Suerkebladen: Ostfriesl. Süring, Sürken: Hamburg, Holstein, Bremen. Suerkrut: Meklenburg, Götting. — mittnd. Suerwort — mittniederl. Suerwortz, -wurtz — mitthd.Sujerte — Woeste. Sullrer — Niederd. Herb.Suramp, -ampfer — mitthd. Surampalm,Surampfara, 1:St. Gall. Surampfale, 1 : Graubündten. Surampfe, 1: mitthd., Sumerl. Surblot, 2: Mark bei Küstrin. «)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rumex acetosa L.; Umgangssprachlich: Sauerampfer; Quellenangaben: Madus (Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Bd. 3, 1938), S. 2365f.: »Rumex acetosa und Rumex crispusSauerampfer und Krauser Ampfer, Polygonaceae. Name:Rúmex acetósa L. (Lapathum acetosa Scap., L. pratense Lam.). Großer Sauerampfer. Französisch: Oseille commune, o. sauvage, o. des prés. grande oseille, surelle, surette, vinette; englisch: Sorrel; italienisch: Acetosa saleggiola; norvegisch: Matsyre. […] Namensursprung:Rumex ist der alte lateinische Name für den Ampfer; acetosa vom lateinischen acetum = Essig auf Grund des säuerlichen Geschmackes. […] Das Wort Ampfer (niederländisch und schwedisch amper = sauer, scharf, bitter) ist ursprünglich ein Adiektivum, zu dem das Substantivum Kraut, Wurz fehlt. Der Name Sauerampfer stellt demnach eine Tautologie dar, da Ampfer und sauer annähernd dieselbe Bedeutung haben. Volkstümliche Bezeichnungen (für Rumex acetosa):Saueramp (Westpreußen), Surampel (Nordthüringem Westfalen), Saueråmpf’n (Österreich), Sauerampier (Böhmeiwald), Sauerämpfela (Schwäbische Alb), Sauerrampfer (Gotha), Sauerrampf (Thüringen), Sau-Pflompfer, Saustompfer, Zauzompfer (Böhmerwald). Saure Lumpe (Anhaltl, Sauerlump (Riesengebirge‚ Nordostböhmen, Schlesien), Haderlump (Nordostböhmen), Sauerland (Böhmerwald). Sauerkraut (Böhmen), Shauerkraut (Krainz Gottschee), Suermaasch (thüringisch Niederhessen). Saueramorsch (Böhmerwaldl, Süerkebladen (Ostfriesland), Süem, Süerken, Süerties, Sürelkes (nordwestliches Deutschland), Sürlink, Süren (Westfalen), Sür (Pommern), Saierling (Nahegebiet), Süre, Sürlig, Sureni (Schweiz). Wie die meisten, lediglich von Kindern gegessenen wildwachsenden Pflanzen wird auch der Sauerampfer mit dem Kuckuck in Verbindung gebracht: Kuckucksbrod (OldenburgL Gugatzakraut (Oberösterreich), Guggisur, Gugger-Chrut, Surigogger (Schweiz). Nach den rötlich gefärbten Stengeln heißt die Pflanze Roën Hinrik, Roden Hinnerk (Westfalen: bei Minden), Roode Ridder (Ostfriesland). […] Geschichtliches und Allgemeines:Schon im Altertum war die Verwendung der Gattung Rumex als Gemüse und als Arzneimittel allgemein bekannt. So nennt Dioskurides vier Ampferarten, von denen die als Oxalis, Anaxyris oder Lapathon bezeichnete auf unseren Sauerampfer gedeutet worden ist. Er empfiehlt den Samen mit Wasser und Wein getrunken gegen Dysenterie, Verdauungskrankheiten und Skorpionsstich, die Wurzeln, gekocht oder roh, gegen Hautkrankheiten. in Wein gekocht als Mundwasser gegen Ohren- und Zahnschmerzen. Außerdem nennt er noch die Verwendung der Wurzeln als Drüsen zerteilendes und steinlösendes Mittel, sowie als Emmenagogum. Auch soll „das von allen (allen Ampferarten) gekochte Gemüse den Bauch erweichen“. Celsus, der den Gemüseampfer als abführendes Mittel erwähnt, rechnet ihn zu den Pflanzen mit schlechtem Nahrungssaft, die dem Magen schlecht bekommen. Die Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts stützen sich wie gewöhnlich in der Hauptsache auf ihre klassischen Vorbilder Dioskurides und Plinius und rühmen den Sauerampfer als verdauungs- und menstruationsfördernd, als Antiskorbutikum, gegen Spulwürmer usw. Offizinell waren die Wurzel, das Kraut und die Frucht mit den Samen, Rad., Herba et Semen Acetosae. Auch die Verwendung des Rumex crispus als Gemüse- und Arzneipflanze war den alten Griechen bekannt. Die Wurzel kam häufig unter dem Namen Radix Lapathi acuti (eigentlich die Bezeichnung der Wurzel des R. obtusifolius) in die Offizinen und wurde gegen Hautkrankheiten angewendet. Die Verehrung, die die Pflanze genoß, kommt auch darin zum Ausdruck, daß sie zu den am Mariä Himmelfahrtstage zu weihenden neunerlei Kräutern gehört. Allgemein verbreitet ist noch heute der Gebrauch des Sauerampfers als Gemüse, zu Suppen usw. In Frankreich erfreute er sich schon früher so großer Beliebtheit, daß er abgekocht und mit einer Fettschicht übergossen, sogar für den Winter aufbewahrt wurde. In Grönland heilen sich die an Skorbut leidenden Einwohner mit Hilfe einer Hafer- oder Gerstensuppe, der Löffelkraut oder Sauerampfer zugesetzt ist. Auch in England ist der Sauerampfer sehr beliebt, man zieht ihn dort, ebenso auch in Lettland, in Gemüsegärten. — Der Sauerampfer soll auch für eine Reihe von Giftpflanzen (Euphorbia, Daphne, Arum) ein wirksames Gegenmittel bilden. Schnecken berühren diese Pflanze nie. […]«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rumex acetosa L.; Umgangssprachlich: Sauerampfer; Quellenangaben: Nathusius (Die Blumenwelt, 1869): »… in der Schweiz ist Rumex acetosa und Alpinium Schweinsblagde«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rumex acetosa L.; Umgangssprachlich: Sauerampfer; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 180, Nr. 829.: »Rumex Acetósa L. […] Das Wort Ampfer (ahd. ampfaro, mhd. ampfer) ist ursprünglich nichts anderes als ein Adjektivum, zu dem das Substantivum (Wurz, Kraut) zu ergänzen ist, vgl. niederländ. amper = scharf, bitter, und schwed. amper = sauer, bitter. Man vermutet, dass das lat. amárus (= bitter) mit dem deutschen Worte Ampfer urverwandt ist. Die Bezeichnung „Sauerampfer“ für R. Acetosa ist also eine „Tautologie“, da „Ampfer“ und „sauer“ ungefähr dasselbe bedeuten. Dieser Name erleidet in den verschiedenen Mundarten die mannigfachsten Veränderungen. Einige derselben sind: Suramp (Westpreussen), Surampel (Nordthüringen, Westfalen), Saueråmpf’n (Oesterreich), Sauampfer (Böhmerwald), Sauerämpfela (Schwäbische Alb), Surampfle (Graubünden). Surampala (St. Gallen); Surhamfel, Surhampflete (Elsass), Surhampfle (Aargau, Zürich), Surhampfera (St. Gallen), Hampfelisur (Aargau); Sauerrampfer (Gotha), Sauerrampf (Thüringen), Sauerranzen, Sauranzen (Henneberg); Sau-Pompfer, Sau-Pflompfer, Saustompfer, Zauzompfer (Böhmerwald). An den Bezeichnungen Suredampf (Aargau), Sauersenf (Henneberg), Sauersanf (Gotha), Surisenf (Aargau) [von „Senf“!]; Sauerhanf (Schlesien), Sauerhefl (Schwäbische Alb) hat die nie rastende Volksetymologie ihren Anteil. Andere Benennungen sind: Sauere Lumpe (Anhalt), Sauerlump (Riesengebirge, Nordostböhmen, Schlesien), Haderlump (Nordostböhmen), Sauerlond (Böhmerwald); Sauerkraut (Böhmen), Shauerkraut (Krain: Gottschee), Surchrut (Aargau); Suermaasch (thüring. Niederhessen), Saueramorsch (Böhmerwald); Sauerwein (Schweiz: Henggart); Süerkebladen (Ostfriesland); Süern, Süerken, Süertjes, Sürelkes (Nordwestl. Deutschland), Sürlink, Suren (Westfalen), Sür (Pommern), Saierling (Nahegebiet), Süre, Sürlig, Sureni (Schweiz). Wie die meisten, lediglich von Kindern gegessenen wildwachsenden Pflanzen (vgl. Oxalis Acetosella, Tragopogon pratensis) wird auch der Sauerampfer mit dem Kuckuck in Verbindung gebracht: Kuckucksbrod (Oldenburg), Gugotzakraut (Oberösterreich), Guggisur, Gugger-Chrut, Surigogger (Schweiz). Die zahlreichen Samen unserer Pflanze werden gerne mit Läusen verglichen, ja die Kinder sagen, dass der Genuss der Samen der Ampferarten diese Parasiten erzeuge, daher in der Schweiz: Lüsarä (Waldstätten), Lusampfara (St. Gallen), die Blüten und Früchte: Lüsch (Appenzell, Zürich), Lüs (St. Gallen). Nach den rötlich gefärbten Stengeln heisst die Pflanze (vgl. Polygonum aviculare: Isern Hinrik, Chenopodium bonus Henricus: Guter Heinrich, Lytrum Salicaria: Stolzer Heinrich): Roen Hinrik, Roden Hinnerk (Westfalen: bei Minden), Roode Ridder (Ostfriesland). Im romanischen Graubünden gelten die Bezeichnungen: arschücla, fögl' ascha, vangias (Unterengadin), arschoulas (Bergün), uschievlas (Oberengadin), pan cuc (Unterengadin), schülas (Heinzenberg), pandalkük, schigula (gilt auch für Rumex arifolius), im Tessin (auch für nr. 828 und 832) pancucch oder panicüca.«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Sauerampfer (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Rumex acetosa L.; Umgangssprachlich: Sauerampfer; Quellenangaben: Graßmann (Deutsche Pflanzennamen, 1870), S. 193: »600. Rumex der Ampfer, ein ſchon von Alters her allgemein verbreiteter Name. Er ſtammt aus dem im Nordischen lebendigen Worte amper herbe, ſcharf, bitter und deutet auf den ſcharfen, theils ſauren, theils bittern oder ſalzartigen Geſchmack der Pflanze. Ueber die weitere Herleitung (altindisch amla, ſauer) siehe die Beiträge von Kuhn und Schleicher III. 381. Andere Namen ſind: die Bletsche, gleichfalls ſchon althochdeutſch [bletecha, pletacha = lapathum rumex], und in zahlreichen Umwandlungen, wie Bletſche, Bletze, Plotſchen [Ho.], Plötſcher [N.], Blatſche, Blätſchgen, Blagde, Blackte, Blacke, Flacke, Flagge [Du.], leticha, Lettich u. ſ. w. [Dief.] vorhanden, und, da Blätſche auch ein großes Pflanzenblatt bezeichnet, und überdies mehrere Arten Docken-Blätter u. ſ. w. heißen, wahrſcheinlich von den großen Blättern vieler Arten benannt (vergl. n. 342). Die Stripfe, gleichfalls ſchon althochdeutſch, wo stripha mit bletecha gleichgesetzt wird, kommt auch in den Formen Strippert, Ströpfel [Reinw.], ſowie in den Zusammensetzungen Stripp-, Strup-lattich [N., Ho.] vor, und iſt wohl von den ſtripfenförmigen, kraufen oder wellenrandigen Blättern benannt. Säuerling, Säuerlein [Ho., Du.], Süring [N.], Süre [Dähn.], Sürk [Danneil], Sürke [N.] beziehen ſich auf den sauren, Salting [Wa.], Saltling [Ho.], Sältling [N.] auf den salzartigen Geschmack einiger Arten. Unter ihnen wäre der Süring für die Rotte Acetosa brauchbar, wenn ſie als Gattung ausgesondert würde. Der Name Gugger [Du. für R. soutatus], d. h. Kukuk vergleicht ſich mit dem gouches amphere, d. h. Kukuksampfer des Althochdeutschen (ſ. die Arten). Der alt- nnd mittel-hochdeutsche Name Ruf für rumex wird, da er doch kaum aus rumex umgedeutet ſein kann, zu Ruf=rauhe Rinde, Schorf gehören. Unklar iſt Fabiſen, Fabes-, mit ſeinen zahlreichen Umwandlungen. Mangold ſ. n. 593. — Acetosella L. Schaf- N. — nivalis Hegetschw. u. Heer. Schnee- — Acetosa L. Sauer- N. — obtusifolius L. Grind- He. — alpinus L. Alpen- N. — palustris Smith. Sumpf- Moe. — aquaticus L. Wasser- N. — Patientia L. Garten- N. — arifolius All. Berg- He. — pratensis Mert u. Koch Wiesen- Moe. — conglomeratus Murr. Knäuel- — pulcher L. Geigen- N. — crispus L. Kraus- He. — sanguineus L. Blut- N. — Hydrolapathum Huds. Teich- He. — scutatus L. Schild- He. — maritimus L. Meer- N. — Steinii Becker Roß- He. — maximus Schreb. Riesen- He. «)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Boswell u.a., Bd. 1, 1877, S. 54: » (…) TROLLIUS EUROPAEUS Linn. (…) This genus was so called by Conrad Gesner, because of the sphere-like shape of the flower, —from trol or trolen, an old German word signifying something round. To troll or to trundle, to sing or send something round, was a word in general use in the sixteenth and seventeenth centuries. In common with the chief part of the family, the Globe Flower is acrid in its qualities. The common people of Westmoreland, Scotland and Sweden consider it a sort of festival flower, going in parties to gather it for the decoration of their doors and apartments, as well as their persons. It is known in Scotland commonly as the Lucken Gowan, i. e. cabbage daisy; and Allan Ramsay, the Scotch poet, in his pretty little song beginning “O Katy, wilt ’u gang wi’ me ?” says:— “We’ll pull the daisies on the green,The lucken gowans frae the bog; Between whiles lowly we will lean And rest upon the velvet fog.”« Übersetzung mithilfe www.DeepL.com: Die Gattung wurde von Conrad Gesner wegen der kugelförmigen Gestalt der Blüte so benannt – von trol oder trolen, einem alten deutschen Wort, das etwas Rundes bedeutet. trollen oder trudeln, etwas singen oder in die Runde schicken, war ein Wort, das im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert allgemein gebräuchlich war. Wie gewöhnlich der Hauptteil der Familie ist auch die Globe Flower [Kugelblume] scharf in ihren Eigenschaften. Das gemeine Volk in Westmoreland, Schottland und Schweden betrachtet sie als eine Art Festblume und geht in Grüppchen, um sie zur Dekoration ihrer Türen und Wohnungen sowie ihrer Personen einzusammeln. In Schottland ist sie allgemein als Lucken Gowan, d. h. Kohl-Gänseblümchen bekannt; und Allan Ramsay, der schottische Dichter, sagt in seinem hübschen kleinen Lied, das mit “Oh Katy, willst Du mit mir geh’n?” beginnt: „Wir wer’n zupfen die Maßliebchen auf dem Grün, Die Lucken Gowans von des Moores Weiher; Dieweil inzwischen wir nieder uns lehn’Und ruhen auf dem samt’nen Nebelschleier“)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hegi & Marzell (1912, Bd. 3) S. 459: »Nach den runden Blütenköpfen heisst die Pflanze in der Schweiz: Rolla (auch in Württemberg), Troldara, Alp-, Berg-, Riet-, Gänse-, Bach-, Moos-, Rigi-, Einsiedler-, Bure-, Goldrolla, Schwaberolle, Rolleblueme: Töni [zu Tonne?] (Schweiz), Golden Knoopkes (untere Weser), Blasenkropf (Böhmerwald), Kappala (Schwab. Alb), Kopple (bayer. Schwaben), Kugelschmerchel [vgl. Caltha pag. 457] (Riesengebirge), Glotz-, Klotzblume [zu „glotzen“!] (Nassau, Thüringen). Auf die gelbe Blütenfarbe gehen Butterrosen, Butterblume, Butterkogel (bayerisch-österreichisch), Butterbällel, Ankenbälleli (Schweiz). Schmalzpullen, Schmalzblumen (Tirol), Eierblom, Eierdötter (Schleswig), Eierquatsch (Erzgebirg), Runkeln, Krunkeln (Weichseldelta), Rugala (St. Gallen) gehören jedenfalls zu Ranunculus! Im romanischen Graubünden heisst die Art bots S. Cuncrest (Bergün).«)
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Trollblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Hoffmann & Dennert 1911 S. 157: »259. Trollblume, Goldknöpfchen, Trollius europaeus L. (…) Bemerkenswert ist die Bestäubung: die Staubbeutel stellen sich wirtelweise über die Oeffnung der zu Nektarien umgewandelten Kronblätter, also den besuchenden Insekten in den Weg und legen sich dann nacheinander, d.h. an jedem Tag ein Wirtel, nach aussen. Die Bestäubung wird durch kleine, in die Blüte kriechende Insekten bewirkt. (…) Auch Zierpflanze.«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Graßmann (1870), S. 27, Nr. 10. »Trollius die Trolle [Waldbr. Ηο.]Der lat. Name iſt von Conr. Gessner nach dem deutschen gemacht [Trollius flos, ut nostrum vulgus appellat], während er ſie sonst auch Anemone montana luteo et in globum collecto flore nennt. Der Grundbegriff des deutschen „troll“ ſcheint der des kugelförmigen zu sein, daher es auf Menschen angewandt den Begriff des dicken, plumpen, ungeschlachten annimmt und in dem nordischen tröll den Riesen, Zauberer, Unhold bezeichnet. Das Zeitwort „trollen“, wie das mit ihm wahrscheinlich Verwandte niederdeutsche „trondeln, trundeln“ hat ursprünglich die Bedeutung, etwas kugel- oder walzenförmiges fortrollen. Die Trolle wird daher hier die sehr charakteriſtiſche kugelförmige Geſtalt der Blume bezeichnen, welche in dem ſchweizeriſchen Töni, Tönneni [Durh.] mit einem Tönnlein, in Knobel [Ho.] Knoble [N.] mit einem Knöpfchen verglichen iſt.— europaeus L. Kugel-«; Anmerkungen: ungeschlacht hat mehrere Bedeutungen (siehe https://www.woerterbuchnetz.de/DWB/ungeschlacht) hier wahrscheinlich die Bedeutungen aus Grimms Wörterbuch: » … 3) von übler äußerer Beschaffenheit, Ungestalt, unförmig, massig, unhandlich, unfein … 4) von übler Art und Wesenheit … 5) übel von Charakter und Sitte …«)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Nathusius (1869) S. 83ff., im Abschnitt „Die Märchen“: »Als noch dichte Wälder die deutſche Erde beſchatteten, da war noch gute Zeit für das Volk der Elben, Zwerge und Waſſernixe. Sie hatten ihre ſtillen Lieblingsplätze zu luſtigen Tänzen im Mondenſchein auf Lichtungen mitten im dunkeln Wald, zu fleißigen Werken in und über der Erde; ſie machten ſich die Wurzeln und Kräuter dienſtbar, deren geheime Kräfte zu Nutz und Schaden den kleinen weiſen Leuten wohlbekannt. So brachten ſie ihr Leben auf viele Jahre, wurden älter als die Menſchenkinder. Wenn ſie ja mal einem Menſchen zu Geſicht kamen, ſo waren ſie meiſt als eisgrau bärtige Männlein anzuſehen: die in der Erde wohnenden Dunkelelben ſchwärzer als Pech, die Lichtelben von Alfheim aber leuchtend wie die Sonne, und die Weiblein beſonders von lieblicher, wunderbarer Schönheit, ſo daß manche alten Dichter, die noch mehr von ihnen wußten als wir, Frauenſchöne nicht beſſer als durch den Vergleich mit den kleinen Lichtelbinnen beſchreiben konnten. Die Holzmännchen oder Wildenmänner hatten recht eigentlich den grünen Wald zu eigen, Nix und Nixen trieben ihr Spiel in den klaren Waldſeen. Aber der Menſch behauptete mehr und mehr ſein Recht als Herr der Erde: er durchfiſchte die Wäſſer, lichtete die Wälder, drang in den felſigen Grund der Berge ein, — die kleinen Leute mußten weichen, wehklagend flohen ſie vor dem lärmenden Bauen der Häuſer, vor dem Pochen der Bergwerke, aber auch in bitterem Trotz gegen den Eindringling ſuchten ſie ihm Schaden und Schabernack zu thun, ihr heidniſcher Sinn ſchlug im Kampfe gegen den Menſchen immer boshafter durch, und überwog das harmlos muntere Weſen, das ſie trieben, ſo lange ſie ungeſtört Meiſter von Berg, Wald und Waſſer waren. Immer wüſter und feindſeliger zeigten ſie ſich in geſpenſtiſchem Spuk: ſtatt der ſchönen weiſen Elfenfräulein als böſe Zauberweiber und Hexen, ſtatt der ernſthaft neckiſchen Männlein als widerliche Kobolde. — Aber wunderbar, trotz des Kampfes mit dem Menſchen beugte ſich doch, der ſtarre Sinn vor dem Chriſten. Die Widerwilligen flohen vor chriſtlichem Zeichen und Wandel, die Gutwilligen die ab und zu noch halfen, thaten es aber nur frommen Leuten, ja ihnen wiederum konnten in vielen Nöthen nur Chriſten helfen, ſehnten ſie ſich doch ſelbſt nach Erlöſung, wie jener arme Neck, der aus dem Waſſer heraus ſo lieblich ſang und ſpielte, mit einem Schrei bitterlich weinend in die Tiefe fuhr, als böſe Knaben ihm neckend ſagten: daß er doch nie ſelig würde; erſt als der Prieſter an das Waſſer ging, den Nix rief und ſagte, daß es auch für ihn Erlöſung gäbe, da tauchte er wieder auf, ſang und ſpielte mit fröhlichem Angeſicht, lieblicher als je. — Dies und vielerlei Anderes wird noch heutigen Tages davon geſagt, in alten Büchern lieſt man von ihrem Verkehr mit den Menſchen in Liebe und Haß, aber zu Geſicht bekömmt man das arme kleine Volk und ihre Geſellen nicht mehr, nur wo der Wald recht einſam und das Waſſer ſtill, da ſieht man noch ihrer Wahrzeichen mancherlei: Pflanzen und Kraut, das ihnen beſonders vertraut und lieb war, trägt ihren Namen und in einigen Blumen ſogar ſtehen ſie noch leibhaftig da, von bunten Märchen aus alten vergangenen Tagen und ihrer Sehnſucht nach, neuen ewigen Tagen den Chriſtenkindern zu erzählen, die mit frommen Herzen und ſinnigen Schritten durch den Wald gehen, und Ohr und Auge für das Seufzen und Sehnen der gebundenen Kreatur haben. (…) 29. Trolle, a) Trollius europaeus † Trollblume, T. Engliſch trollflower, holländiſch, drolbloem, im Hennebergiſchen große Glozblume; und die weiße Trollblume b) Ranunculus platanifolius. Nach Gr. M. „iſt tröll der allgemeine, bald rieſiſche und elbiſche, bald zauberiſche Weſen begreifende Ausdruck, ſo jedoch, daß früher die Rieſennatur, ſpäter die teufliſche vorwaltet.“ Der auf feuchten Wieſen mancher Gegenden ziemlich häufigen, anderwärts nur in Gärten überſiedelt vorkommenden, gelben Trollblume kömmt der Name am eigentlichſten zu: nach P wurde ſie im germaniſchen Alterthum als Zauberpflanze betrachtet; dies und das auffallende, in die Augen ſtechende der leuchtenden dicken Blüthen, (was auch im Ausdrucke Glotzlume liegt) war Veranlaſſung, daß ſie nach den ungeſchlachteten Trollen den Namen bekam, der lateiniſirt auch als botaniſcher angenommen iſt.« ; Anmerkungen: * ungeschlacht hat mehrere Bedeutungen (siehe https://www.woerterbuchnetz.de/DWB/ungeschlacht) hier wahrscheinlich die Bedeutungen aus Grimms Wörterbuch: » … 3) von übler äußerer Beschaffenheit, Ungestalt, unförmig, massig, unhandlich, unfein … 4) von übler Art und Wesenheit … 5) übel von Charakter und Sitte …« * siehe auch Die Märchen – Die Blumenwelt nach ihrer deutschen Namen Sinn u. Deutung in Bilder geordnet (Johanne Nathusius))
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Pritzel & Jessen (1882), S. 415: »Trollius europaeus. Namen nach der kugeligen, grossen, butter- oder doddergelben gelben Blume. * Alphahnenfuss — Tabern. * Alprolla: St. Gallen b. Werdenbg. * Ankenbälli: Bern. * Ankenballe: Schwyz. * Bachrolla: St. Gallen b. Sargans. * Bachrollen: Würtembergi.d.Baer. * Bergrolla : St. Gallen in Oberrheinthal. * Butterblame : Kärnthen in Möllth. * Butterrosen: Tirol in Pongau. * Dadderisen: Siebenbürgen bei Schässbarg. * Dodderblaumen: Siebenbürgen. * Döne: Schweiz — Aretius. * Dotterblume: Schlesien. * Drollblumen: Schweiz — Aretius. * Engelblume: Berner Oberland, * grosse Glatzblume: Henneberg. * Glatzblummen: Thüring. b. Ruhla. * Glazblume: Schlesien b. Reinarz. * Glockenblume: Ostpreussen, Unterharz. * Kappeln: Würtemberg. * golden Knoopkes: Ostfriesland. * Klumptöpfchen: Köthen. * Knobbenblume, Knoble: Schwaben, Memmingen. * grosse Koppeln: Ulm. * Kopple: Baiern b. Kirchheim. * Kühblume: Kärnten im Möllthal. * Kugelblume — Apoth. * Melcherpappeln: Zillerthal. * Pfingstrosen: Unterharz, * Poppenrolle: Graubündten. * Rolla: St. Gallen. * Schmalzblumen: Tirol, Kärnten. * Schmalzbulle: Tirol. * Schaarolle: Baiern b. Türkheim. * gelbe Schneeballen: Pongau. * Toni: Bern. * Tönneni: Berner Oberland. * Troldara: St. Gallen b. Werdenbg. * Trollblumen — Gesner. * Zwölfmorgenblume — Harz. «)
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; Teil der Pflanze: gesamte Pflanze; Art: Trollius europaeus L.; Umgangssprachlich: Trollblume, Europäische Trollblume, Dotterblume, Engelblume, Kugelblume, Kugelhahnenfuß; Quellenangaben: Kanngiesser (1908), S. 179: »Trollius,verwandt mit altfrz. truiller: bezaubern, wegen der Schönheit der Blüte — oder von trullium: rundes Gefäß, wegen der Form der Blüte. — Event. von frz. trôler, deutsch trollen, engl. troll, das rollen bedeutet, wegen der Kugelform der Corolla. : d(eutsch). Trollblume. : f(ranzösisch). Trolle. : e(nglisch). Globe-flower: Kugelblüte. : n(iederländisch). Trollius.«)
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; Teil der Pflanze: unbekannt; Art: Vaccinium myrtillus L.; Umgangssprachlich: Heidelbeere, Gemeine Heidelbeere, Blaubeere, Bickbeere, Schwarzbeere; Quellenangaben: Bäukbeere (Losch) / Besien: Schwarze Besien (Dietrich 1840, Bd.8) / Besinge (Dietrich Bd.8) / Besinge: Blaue Besinge (Losch) / Besinge: Schwarze Besinge (Vietz u.a. 1804, Bd.2) / Bickbeere (Daffner 1893; Dietrich Bd.8; Hiller u.a. 1999; Losch; Röhling u.a. 1831, Bd.3; Schneider 1912, Bd.2; Thomé & Müller 1889, Bd.4; Vietz u.a. Bd.2) / Bickbeeren (Sturm 1901, Bd.9) / Bikbeeren (Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Bicksbeere (Losch) / Bikelbeere (Dietrich Bd.8) / Bixbeere (Dietrich Bd.8) / Blaubeeren (Dietrich Bd.8; Sturm Bd.9) / Blaubeere (Hiller u.a. 1999; Röhling u.a. 1831; Thomé & Müller Bd.4; Vietz u.a. Bd.2; Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Blaubeere: Aeugel-Blaubeere (Losch 1903) / Drumpelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Gandelbeere (Losch) / Gondelbeere (Dietrich Bd.8) / Griffelbeere (Dietrich Bd.8; Losch; Vietz u.a. Bd.2) / Haselbeere (Losch) / Häselbeere (Losch) / Heberte (Losch) / Heibeere (Losch) / Heidbeere (Losch) / Heidelbeere: Blaue Heidelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Heidelbeere: Gemeine Heidelbeere (Daffner 1893; Dippel 1889, Bd.1; Schneider 1912, Bd.2) / Heidelbeere: Gewöhnliche Heidelbeere (Daffner 1893) / Heidelbeere: Myrten-Heidelbeere (Röhling u.a. 1831) / Heidelbeere: Schwarze Heidelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Heidelbeeren (Dietrich Bd.8) / Heidelbeere (Hiller u.a. 1999; Röhling u.a. 1831; Schneider Bd.2; Sturm Bd.9; Thomé & Müller Bd.4; (Schmeil & Heubach 1911; Vietz u.a. Bd.2; Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Heidelstaude (Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Heidelstrauch (Dietrich Bd.8) / Heidlbeere (Losch) / Heilebern (Losch) / Heipelten (Losch) / Heiti (Losch) / Herpel (Losch) / Krackbeere (Hiller u.a. 1999; Vietz u.a. Bd.2) / Krähenaugen (Losch) / Krakbeere (Dietrich Bd.8) / Kranaugen (Losch) / Kräubeere (Vietz u.a. Bd.2) / Kuhtecken (Losch) / Kuhthecken (Vietz u.a. Bd.2) / Kutheken (Dietrich Bd.8) / Mehlbeere (Losch) / Mombeere (Losch) / Moosbeere (Losch) / Moosbeere: schwarze Moosbeere (Dietrich Bd.8) / Mostbeere (Hiller u.a. 1999; Losch) / Pickelbeere (Dietrich Bd.8; Losch) / Pickelbeeren (Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Pickelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Praußelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Preußelbeere: schwarze Preußelbeere (Dietrich Bd.8; Vietz u.a. Bd.2) / Puckelbeere (Losch) / Roßbeen (Losch) / Roßbeere (Dietrich Bd.8) / Roßbeeren (Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Roßbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Sandelbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Schnuderbeere (Losch) / Schwanzbeere (Hiller u.a. 1999; Willkomm 1901; Vietz u.a. Bd.2) / Schwarzbeere (Dietrich Bd.8; Losch; Thomé & Müller Bd.4; Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Schwarze Beere (Vietz u.a. Bd.2) / Sentbeere (Losch) / Setbeere (Losch) / Siebbeere (Losch) / Staudelbeere (Dietrich Bd.8; Vietz u.a. Bd.2) / Staudelbeeren (Oelhafen von Schöllenbach u.a. 1767ff) / Staudenbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Steinbeere: Schwarze Steinbeere (Vietz u.a. Bd.2) / Taubeere (Hiller u.a. 1999) / Walberte (Losch) / Waldbeere (Dietrich Bd.8; Losch) / Wehlen (Losch; Sturm Bd.9, so auf dem Hunsrück) / Werber (Losch) / Wolbeere (Losch) / Wolber (Losch) / Worbeln (Losch))
- Wissenswertes: umgangssprachliche Artnamen (… auf Seite Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes;
; Teil der Pflanze: unbekannt; Art: Vaccinium myrtillus L.; Umgangssprachlich: Heidelbeere, Gemeine Heidelbeere, Blaubeere, Bickbeere, Schwarzbeere; Quellenangaben: Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1674ff.): »Das Wort Heidelbeere (althochdeutsch heitperi) bedeutet wohl die im Gebüsch, im Buschwald wachsende Beere, da das Wort „Heide“ nicht nur „Waldlose Ebene“, sondern auch Busch, Strauch bezeichnet (vgl. Heidekraut). Der Name wird hauptsächlich in ober- und mitteldeutschen Mundarten gebraucht und ist häufig stark zusammengezogen (vgl. viele Formen von „Erdbeer“. Bd. IV/2, pag. 899): Heilebere (Göttingen), Heedelbeere (obersächsisch), Haarepier (Oberhessen), Hällbeere (Rheinpfalz), Heidelbeer(i) (alemanisch), Hoabeer (Oberösterreich), Heibeer (Baden), Heiberi, Heipperi, Heuberi (Schweiz). Eine Reihe hauptsächlich fränkischer Namen sind Zusammenziehungen aus „Waldbeere“: Walbite (Westfalen), Wolber(ten) (bes. nieder- und rheinfränkisch), Worbeln (Eifel, Niederrhein), Wabel (Nassau). Gehört das rheinpfälzische Wehle auch zu „Wald“? Auf die Farbe der Beeren gehen Schwarzbeer (bes. bayerisch-österreichisch), Blaubeer (z. B. Elsass, Baden, Niederösterreich). Das plattdeutsche Bickbeere, sowie Pickbier (Oberhessen), Bibberken, Bickbäre (Westfalen) bedeutet wohl „Pechbeere“ mit Bezug auf die Farbe. Ebenso wird Taubeere (Altbayern) zu einem altirischen Wort „dub“ = schwarz gestellt, Aeuglbeer, Eiglbeer (bayerisch-österreichisch), Schwarzäugelbeer (Oberösterreich), Krainogen [Krähenaugen] (plattdeutsch) beruhen auf einem Vergleich der Heidelbeeren mit Augen. Vereinzelte Benennungen sind Besing [Verkleinerungsform von niederd. bes = Beere] (Pommern), Kohteken [Vergleich mit den Kubpocken am Euter der Kühe?] (Altmark), Sepbeer (Oberösterreich), Mombeere (Eifel), Mostbeere (Tirol), Margarethenbeere [Reifezeit um den Margarethentag, 20. Juli] (Riesengebirge), Gräm-, Grambeer (Elsass), Staudelbeer (Rheinpfalz).« Graßmann (1870, S. 152) Kanngiesser (1908, S.184): »Heidelbeere: Heidebeere, wie Fichtelgebirg aus Fichtengebirg; wächst auf der Heide. — Blaubeere, wegen der (schwarz-)blauen Farbe der Beeren. — Bickbeere; vergl. niederl. pik, pechschwarz; vergl. engl. pitchblack, niederl. pikdonkel.«)