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Eine Liste aller Seiten, die das Attribut „Quellenangaben“ mit dem Wert „[[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style=“ haben. Weil nur wenige Ergebnisse gefunden wurden, werden auch ähnliche Werte aufgelistet.

Hier sind 25 Ergebnisse, beginnend mit Nummer 1.

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  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Margerite (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi (Bd. 6.2, 1929)</span>]] S. 612 f.: »Chrysanthemum Leucánthemum wächst auf den verschiedensten Böden und in den verschiedensten Rasentypen mit Ausnahme der eigentlichen Steppenwiesen und ausgeprägten Sumpfwiesen, kann also als Rasenubiquist bezeichnet werden. Beweidung und Mahd erträgt die Art sehr gut. Durch schwache Düngung wird sie sogar begünstigt. Besonders massenhaft tritt sie in frisch angelegten Arrhenatherum- und Trisetum-Wiesen auf, in denen sie nach <span style="font-variant:small-caps">Stebler</span> 12 bis 14 % des Heuertrages ausmachen kann. Derartige Wiesen erscheinen zur Blütezeit schneeweiss (Fig. 327). Auch in lückig werdenden Klee-, Luzerne- und Esparsettefeldern findet sie sich oft in Menge. In der subalpinen Stufe spielt sie als Petrophyt¹ für die erste und dauernde Besiedelung von massig engen Felsspalten an Blöcken und Wänden mit Agrostis rupestris, Deschampsia flexuosa, Silene rupestris, Phyteuma hemisphaericum, Leontodon Pyrenaicus usw. eine nicht unbedeutende Rolle. Die Ueberwinterung erfolgt mit grünen Laubblättern. In den Alpen führen die Sprosse vielfach grössere Mengen von Anthocyan. In noch zartem Zustande können sie als Salat gegessen werden oder aber für sich allein oder mit anderen Kräutern gemischt zu einer Art von Spinat gekocht werden. Die Blüteneinrichtung zeigt keinerlei Sonderheiten gegenüber verwandten Kompositen mit ähnlicher Kontrastfärbung. Der Insektenbesuch ist sehr reichlich, sowohl von Seiten kleiner Käfer (Staphyliniden, Meligéthes-Arten), als auch durch zahlreiche Dipteren, Hymenopteren und einzelnen Schmetterlingen. Hingegen dürfte die von <span style="font-variant:small-caps">Clessin</span> vermutete und von <span style="font-variant:small-caps">Ludwig</span> behauptete Pollenübertragung durch Schnecken (von denen Agriolimax levis Müll, auf den Köpfen weidend angetroffen wurde) nach <span style="font-variant:small-caps">Geyer</span> und <span style="font-variant:small-caps">P. Ehrmann</span> (Zur Frage der Bestäubung von Blüten durch Schnecken. Nachrichtenblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. Bd. 49, 1917) sehr unwahrscheinlich sein. Selbstbefruchtung durch Herabfallen des Pollens aus den Fegehaaren auf die Narbe bei ausbleibendem Insektenbesuche ist möglich. Die Zahl der goldgelben Scheibenblüten beträgt 400 bis 500, die der Zungenblüten nach <span style="font-variant:small-caps">F. Ludwig</span> (Mitteilungen des thüringischen Botanischen Vereins, Bd. 10, 1897) 7 bis 43. Das Hauptmaximum liegt bei 21, zwei Nebenmaxima bei 13 und 34. Die auf Grund von über 18 500 Zählungen festgelegte Kurve entspricht dem Queteletschen Binominalgesetze. Die Früchte, an denen wie bei Matricaria die vertrockneten Blütenteile sitzen bleiben, zeichnen sich nach <span style="font-variant:small-caps">Carl L.Gerdts</span> vor den meisten anderen Kompositenfrüchten durch den Besitz von schizogenen²) Exkretbehältern aus (Fig. 325 a). Diese entstehen wie bei den Umbelliferen meist in dem Tälchen zwischen je 2 Rippen durch das Auseinanderweichen von 4 (5) Zellen und sind daher als Vittae (Fenster) bezeichnet worden. Die Verbreitung der Früchte erfolgt wohl hauptsächlich durch den Wind (Winterständer); doch dürfte nach <span style="font-variant:small-caps">Heintze</span> auch endozoische³) Verbreitung z. B. durch Rinder und Pferde vorkommen. Verschleppungen im grossen Umfang erfolgen durch Wiesensaatgut. Die in Feldblumensträussen so beliebte Wiesen-Wucherblume stellt für den Landwirt ein recht lästiges Unkraut dar, da sie einerseits bessere Arten verdrängt, andererseits aber selbst ein sehr geringwertiges, nährstoffarmes, holziges Futter liefert. Der Gehalt an Roheiweiss beträgt nur 7 bis 8,5 %, wovon wenig mehr als die Hälfte verdaulich ist, derjenige an Rohfett etwa 3 %, an stickstofffreien Extraktstoffen etwa 40 %, an Rohfaser 27 bis 30 %. Zur Vertilgung werden empfohlen; starke Düngung, Eggen im Frühjahr und Nachsaat von Futtergräsern. Für empfindliche Personen soll die Pflanze nach <span style="font-variant:small-caps">Fr. Kanngiesser</span> hautreizend wirken. Früher (gegenwärtig nur noch vereinzelt) fand sie als Hérba Béllidis prátensis s. majóris in der Volksmedizin Verwendung. Massliebchentee wurde besonders gegen katarrhalische Erkrankungen angewandt, ebenso die aus der Pflanze bereiteten Sirupe, Essenzen und Pastillen. Die Essenz wurde auch gegen Blutflüsse, Nasenbluten und als Wundmittel gebraucht. Auch die Blütenköpfe sind ähnlich wie die des Mutterkrautes und der Kamille benützt worden, sind aber von viel schwächerer Wirkung. Ihre Verwendung zu Blumenorakeln (s. pag. 609 unter den deutschen Namen) soll bis nach Lappland reichen. Die in Gärten gern gezogene Riesenmargerite soll stets der subsp. heterophyllum var. maximum angehören. Vor Jahren galt der belgische „Etoile d’Anvers“ als die grossköpfigste Gartenform, später der französische „Etoile polaire“ mit 12 cm Köpfchendurchmesser. Die neuesten Züchtungen von <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> haben eine Riesenform („Sieger“) von 16 cm Durchmesser ergeben. — An Missbildungen sind bekannt geworden: Stengelfasciationen, Doppelköpfe (f. bicéphalum D. N. Christiansen), Auftreten einzelner weiblicher Blüten in den Achseln von Hüllblättern und selbst der oberen Stengelblätter, von Hüllblättchen und Zungenblüten in einer ringförmigen Zone in der Mitte des Köpfchens, röhrenförmige Ausbildung, Verkürzung oder Fehlen der Randblüten usw. <span style="font-variant:small-caps">F. Graf von Schwerin</span> beschreibt eine Pflanze, bei der die Köpfe an straffen, harten Stielen im rechten Winkel von dem Stengel abgerichtet standen. Diese Anomalie verlor sich durch Teilung des Stockes. Von Ascomyceten wurde auf den Stengeln Ophióbolus leptospaerioídes var. Leucánthemi beobachtet, von anderen parasitären Pilzen Peronospóra Rádii de Bary, Puccínia aecídii leucánthemi E. Fisch, und Synchýtrium aúreum Schroet. Zoocecidien werden durch verschiedene Schädlinge hervorgerufen, so von Clinorrhýncha leucánthemi Kieff., Contarinia chrysänthemi Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«
    i Kieff., Triöza chrysdnthemi F. Löw usw.«)
  • Gemeine Schafgarbe (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<spa
    [[ #Hegi Bd.6-2 Dicotyledones 1929|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd. 6.2 (1929)</span>]], S. 569f.: »Der Name <span style="letter-spacing:0.5ex">Schafgarbe</span> (hier und da auch volkstümlich) bezieht sich in seinem ersten Bestandteil wohl darauf, dass die Pflanze gern von Schafen gefressen wird und häufig auf Schafweiden wächst, der zweite Bestandteil „Garbe“ (althochdeutsch garwa, angels. gearewe, engl, yarrow) ist nach seiner Bedeutung unsicher; er begegnet uns auch als <span style="letter-spacing:0.5ex">Garbe</span> (Gotha), <span style="letter-spacing:0.5ex">Garbakraut</span> (Schwäbische Alb), <span style="letter-spacing:0.5ex">Garbe-Chrut</span> (Schweiz). <span style="letter-spacing:0.5ex">Gerreworzel</span> (Nahegebiet) gehört wohl auch hierher. Den niederdeutschen Mundarten gehören an (vgl. dänisch röllike, schwedisch rölleka): <span style="letter-spacing:0.5ex">Rölk</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Relek</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rählk</span> (plattdeutsch); <span style="letter-spacing:0.5ex">Rolegg'n</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rulk</span> (Münsterland), <span style="letter-spacing:0.5ex">Relitz</span> (Altmark), <span style="letter-spacing:0.5ex">Rėls</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rils</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rüls</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rėdlse</span> (Braunschweig), <span style="letter-spacing:0.5ex">Reuelk</span> (Alte Land), <span style="letter-spacing:0.5ex">Reelergen</span> (Achim), <span style="letter-spacing:0.5ex">Releppe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Rolepper</span> (Bassum in Hannover). Unsicher ist die Herkunft der bayerisch-österreichischen Benennungen <span style="letter-spacing:0.5ex">Kachel</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kach'lkraut</span> (Kärnten), <span style="letter-spacing:0.5ex">Gachelkraut</span> (Niederösterreich) und <span style="letter-spacing:0.5ex">Schowo</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Schab'ab</span> (Böhmerwald). Die besonders im Mitteldeutschen gebrauchte Benennung <span style="letter-spacing:0.5ex">Grensing</span> (z.B. Nordthüringen, auch braunschweigisches Wesergebiet, Göttingen) kommt bereits im Althochdeutschen als grensinc vor, bedeutet aber hier meist ''Potentilla Anserina'' (vgl. Bd. IV/2, pag. 889), mit der die Schafgarbe entfernt ähnlich gefiederte Blätter gemeinsam hat; auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Gränsing</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Gränseng</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Gränsel</span> (Gotha), <span style="letter-spacing:0.5ex">Krinsing</span> (Nordthüringen) gehören hierher. Auf die Gestalt der Blätter (Umriss, zarte Fiederung, leiter- oder rippenähnliche Anordnung der Fiedern) nehmen Bezug: <span style="letter-spacing:0.5ex">Schafzunge</span> (Eifel), <span style="letter-spacing:0.5ex">Gänsezunge</span> (Schmalkalden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Lämmlizunge</span> (St. Gallen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Dusendblad</span> (Oldenburg, Ostfriesland), <span style="letter-spacing:0.5ex">Dusendtacken</span> (Westfalen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Tausendblättche</span> (Eifel), <span style="letter-spacing:0.5ex">Ripplichrut</span> (Aargau), <span style="letter-spacing:0.5ex">Schåpsribbe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Schaoprippken</span> (Westfalen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Schafrippe</span> (rheinisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Schoprebben</span> (Elberfeld), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hunderribbe</span> (Anhalt), <span style="letter-spacing:0.5ex">Leiterlichrut</span> (Schweiz), <span style="letter-spacing:0.5ex">Mausleiterl</span> (bayerisch-österreichisch). Auch die Namen <span style="letter-spacing:0.5ex">Katzenzohl</span> (Eifel), <span style="letter-spacing:0.5ex">Katzenschwanzl</span> (Egerland) beziehen sich wohl auf die zarten Blätter (vgl. Equisetum Bd. I, pag. 53). Die weissen Blüten haben wahrscheinlich die Namen <span style="letter-spacing:0.5ex">Grüttblöm</span> (Mecklenburg), <span style="letter-spacing:0.5ex">Grützblume</span> (Danzig) veranlasst. Da sich an den sonnigen Standorten der Schafgarbe oft Grillen aufhalten, heisst sie im Salzburgischen und in Niederösterreich auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Grillenkrautgras</span>. <span style="letter-spacing:0.5ex">Bibhennerlkraut</span> nennt das Volk in Niederbayern unsere Pflanze, weil mit ihr die jungen „Bibhennen“ (Truthühner) gefüttert werden. In der Volksmedizin erfreut sich die Schafgarbe grosser Beliebtheit (pag. 572); daher wird sie auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Thee</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Theekrout</span> (Nördliches Braunschweig), <span style="letter-spacing:0.5ex">Bauchwehkraut</span> (Steiermark, Niederösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Blut</span>-, <span style="letter-spacing:0.5ex">Blutstellkraut</span> (Steiermark) genannt. Im Allgäu kommt die Pflanze in die „Sang“ (der an Mariä Himmelfahrt geweihte Kräuterbüschel) und heisst dort daher <span style="letter-spacing:0.5ex">Zangebluma</span>. <span style="letter-spacing:0.5ex">Weiss Zangekraut</span>. — Im romanischen Graubünden heisst die Schafgarbe <span style="letter-spacing:0.5ex">puleg signuria</span> (Engadin), <span style="letter-spacing:0.5ex">flours–tgaval</span> (Bravuogn), im Puschlav <span style="letter-spacing:0.5ex">trementina</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">erba trementina</span>, in Gröden <span style="letter-spacing:0.5ex">cautes</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">millefoliè</span>, in Pieve <span style="letter-spacing:0.5ex">i ciari mac</span>, im Friaul <span style="letter-spacing:0.5ex">jerbe tajadore</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">jerbe tajaròle</span>, im Tessin <span style="letter-spacing:0.5ex">erba del tai</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">zerla</span> (Losone), <span style="letter-spacing:0.5ex">erba de foenj</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">cent foenj</span>, im Wallis <span style="letter-spacing:0.5ex">Quavuvaz atzsa</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">vibja</span> (Zermatt), <span style="letter-spacing:0.5ex">miefer</span> (Unterwallis).«
    ex">miefer</span> (Unterwallis).«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1506: ''Vicia'' »Name einer Hülsenfrucht (wohl ''Vicia sativa'') bei <span style="font-variant:small-caps">Varro</span>, jedenfalls mit dem gleichfalls Hülsenfrüchte bezeichnenden gr. βικἱον [bikíon] und βἱκος [bíkos] verwandt. Ob vicia mit vincire = binden zusammenhängt (ähnlich wie Wicke mit wickeln), ist zweifelhaft. Als Wicke im engsten Sinn (franz.: Poisette) wird nur ''V. sativa'' verstanden. Die Arten der Untergattung ''Cracca'', oft auch solche der Untergattung ''Ervum'', werden meist als Vogelwicken (im Unterwallis Dzarjelya varcéli usw., im Puschlav Arbegliola salvadica) bezeichnet.«
    uschlav Arbegliola salvadica) bezeichnet.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529: »Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529 ¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529_.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1507: »Cracca bei <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> eine unter Getreide auftretende Wickenart. Der Name hängt wohl zusammen mit altgr. κάχληεξ [káchlex] und κόχλαξ [kóchlax] = Steinchen, neugr. γράχος [gráchos], slovenisch grah, grahor, polnisch groch, russisch goroch, womit die Linse bezeichnet wird.«
    goroch, womit die Linse bezeichnet wird.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Vogel-Wicke (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 4, 3. Teil, Dicotyledones, 1924)</span>]], S. 1529f.: »'''1735. Vicia Cracca'''[[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹)]] L. (=Cracca major Franken, ex Grenier et Godron). Vogelwicke, Blaue Wicke. Franz.: Vesce craque, vesce à bouquets, jarosse, luizet des prés, pois à crapaud (= Krötenerbse); im Unterwallis: Dzarjelya, varcéli; engl.: Birds tare, tufted vetch, fitchacks; ital.: Cracca, veccia montanina; rätoromanisch (Remüs): Taja d’utsche (utsché = Vogel). Taf. 170, Fig. 1; Fig. 1282a, 1543 bis 1546. Die <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelwicke</span> (hie und da auch volkstümlich) wird als für den menschlichen Gebrauch nicht in Betracht kommende Art den Vögeln überlassen; daher auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelzok</span> (Nordthüringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Vogelheu</span> (Schweiz). Der gleichen Anschauung liegt die Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Rossarbeis</span> [Rosserbse, für den menschlichen Genuss nicht geeignete Erbse] (Böhmerwald) zugrunde. Gehören <span style="letter-spacing:0.5ex">Krokk</span> (Mecklenburg), sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Krakerlizen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Kracherlitzen</span> [aus kroat. grasica, serb. grachoriza] (Kärnten) zusammen und bestehen Beziehungen zu dem lat. cracca [[#Beschreibung - Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924 S.1529¹|¹]])? Niederdeutsche Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Rîwe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Riggen</span> (Westfalen). — Rätoromanische Benennungen Graubündens sind <span style="letter-spacing:0.5ex">taja d'utschè</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">arveglia corv</span>. Ausdauernd, mit ziemlich kräftiger, weitkriechende Bodenausläufer aussendender Grundachse. <span style="letter-spacing:0.5ex">Stengel</span> ± 2 bis 15 dm lang, einfach oder ästig, meist kletternd, derb, kantig, wie die <span style="letter-spacing:0.5ex">Laubblätter</span> kahl oder anliegend bis abstehend behaart. Laubblätter ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">1<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> dm lang, mit kräftigen, ästigen Ranken und ± 10 bis 12 (6 bis 20) Paar fast sitzender Blättchen; <span style="letter-spacing:0.5ex">Blättchen</span> ± eiförmig-lanzettlich bis lineal, ± 1 bis 3 cm lang und 3 bis 5 mm breit, an beiden Enden ± abgerundet bis zugespitzt, mit wenig zahlreichen, oft undeutlichen, in sehr spitzem Winkel abgehenden Seitennerven, unterseits meist behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Nebenblätter</span> […] klein, die unteren meist halbpfeilförmig, die oberen lanzettlich bis lineal, ganzrandig, nie mit Nektarien. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blütentrauben</span> ± so lang bis doppelt so lang wie die Laubblätter, einseitig, dicht und reich- (± 20- bis 50-) blütig, anfänglich eingerollt, bald gerade. <span style="letter-spacing:0.5ex">Blüten</span> 8 bis 12 (bis 16) mm lang, an ± 1 mm langen Stielen nickend. <span style="letter-spacing:0.5ex">Kelch</span> kurzglockig, am Grund kaum aufgetrieben, mit kurz lanzettlichen Zähnen; deren untere länger als die oberen, ± so lang wie die Röhre. <span style="letter-spacing:0.5ex">Krone</span> 3 bis 4 mal so lang wie der Kelch, blauviolett bis rotviolett oder lila, selten weiss; Platte der <span style="letter-spacing:0.5ex">Fahne</span> verkehrt-eiförmig bis verkehrt-herzförmig, ± so lang bis doppelt so lang als der Nagel, schwach aufwärts gebogen, wenig länger als die Flügel; Schiffchen viel kürzer. <span style="letter-spacing:0.5ex">Griffel</span> ringsum bis fast zum Grund behaart. <span style="letter-spacing:0.5ex">Hülsen</span> nickend oder durch Aufwärtskrümmung ihres Stielchens ± abstehend, von schmal rhombischem Umriss, ± 20 bis 30 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit gewölbten, kahlen, schwach netz-nervigen, reif lederbraunen, oft schwärzlich gefleckten, beim Aufspringen sich einrollenden Klappen, ± 4- bis 8-samig. <span style="letter-spacing:0.5ex">Samen</span> kugelig, ± <span class="bruch template-frac" style="line-height:0">2<span class="visualhide"> </span><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> bis fast 3 mm gross, graugrün, braun und ± gefleckt bis fast ganz schwarz, mit linealem, heller umsäumtem, <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> des Umfangs einnehmendem Nabel. — VI bis VIII (I bis IX). In feuchten bis trockenen, mageren bis fetten Wiesen, in Getreideäckern, Hecken, Busch Wäldern, lichten Laub- und Nadelwäldern sehr verbreitet und in den meisten Gegenden häufig, vereinzelt bis zur Waldgrenze steigend. ''Allgemeine Verbreitung:'' Ganz Europa, als Begleiter der menschlichen Wohnstätten bis ins nördlichste Schweden und Norwegen, auch auf den Faer-Öern (schlecht fruchtend), Island und Grönland (zeigt daselbst die früheren Wohnstätten der norwegischen Kolonisten an); ferner in West- und Nordasien bis Sachalin und Japan. In Nordamerika wohl nur eingebürgert. Im Mittelmeergebiet besonders die subsp. ''Gerardi'' und ''tenuifolia'', letztere auch in Nordwestafrika. ---- ¹<span style="visibility:hidden" id="Beschreibung_-_Hegi_et_al._Bd.4-3_Dicotyledones_1924_S.1529.C2.B9"></span>) Italienischer Name der Art, schon von <span style="font-variant:small-caps">Plinius</span> für eine im Getreide auftretende Wicke gebraucht, die von den Tauben sehr gern gefressen wurde. Die Verwandtschaft des Namens ist unsicher. Entweder aus dem lateinischen Cracca oder aus den slavischen Sprachen (altslavisch grachu, vgl. oben) stammen Namen wie Kracker, Krack; holländisch Krok oder Drachtwicke. <span style="font-variant:small-caps">Hieronymus Bock</span> führt folgende Namen an: Aphace, S. Christoffelskraut, Os mundi (wohl Prophetenname!), Schwartz Linsen. <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span> und <span style="font-variant:small-caps">Thal</span> nennen die Art Galega sylvestris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«
    tris, Tabernæmontan Vogelswicken, Aracus.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd.4.3. 1924, S. 1371</span>]]: »Die Blüten haben, wie zuerst <span style="font-variant:small-caps">Delpino</span> und <span style="font-variant:small-caps">H. Müller</span> festgestellt haben, typische Nudelpumpeneinrichtung. In der Knospe sind die freien Teile aller Staubblätter ± gleichlang. Nachdem die Antheren den Pollen schon in der Knospe in den Hohlkegel des Schiffchens entleert haben, verschrumpfen sie. Die Filamente der 5 äusseren Staubblätter wachsen weiter und verdicken sich keulenförmig, sodass sie wie ein Pumpenkolben wirken, wenn das Schiffchen herabgedrückt wird. Dieses geschieht durch Vermittlung der mit dem Schiffchen durch Aussackungen verbundenen Flügel. Der aus 25 μm langen, stumpfkantigen Prismen bestehende Pollen wird dann als mehlig-teigige Masse herausgepresst. Bei stärkerem Druck tritt auch die Narbe hervor. Dieser Vorgang kann sich an derselben Blüte 8 mal wiederholen. Als Bestäuber wirken Hymenopteren, besonders zahlreiche Apiden, als nutzlose Besucher wurden aber auch Käfer, Fliegen und zahlreiche Schmetterlinge festgestellt. Auch Einbrüche durch Hummeln wurden beobachtet. Die Blüten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«
    üten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd.4.3. 1924, S. 1371</span>]]: »Die Blüten haben, wie zuerst <span style="font-variant:small-caps">Delpino</span> und <span style="font-variant:small-caps">H. Müller</span> festgestellt haben, typische Nudelpumpeneinrichtung. In der Knospe sind die freien Teile aller Staubblätter ± gleichlang. Nachdem die Antheren den Pollen schon in der Knospe in den Hohlkegel des Schiffchens entleert haben, verschrumpfen sie. Die Filamente der 5 äusseren Staubblätter wachsen weiter und verdicken sich keulenförmig, sodass sie wie ein Pumpenkolben wirken, wenn das Schiffchen herabgedrückt wird. Dieses geschieht durch Vermittlung der mit dem Schiffchen durch Aussackungen verbundenen Flügel. Der aus 25 μm langen, stumpfkantigen Prismen bestehende Pollen wird dann als mehlig-teigige Masse herausgepresst. Bei stärkerem Druck tritt auch die Narbe hervor. Dieser Vorgang kann sich an derselben Blüte 8 mal wiederholen. Als Bestäuber wirken Hymenopteren, besonders zahlreiche Apiden, als nutzlose Besucher wurden aber auch Käfer, Fliegen und zahlreiche Schmetterlinge festgestellt. Auch Einbrüche durch Hummeln wurden beobachtet. Die Blüten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«
    üten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd.4.3. 1924, S. 1371</span>]]: »Die Blüten haben, wie zuerst <span style="font-variant:small-caps">Delpino</span> und <span style="font-variant:small-caps">H. Müller</span> festgestellt haben, typische Nudelpumpeneinrichtung. In der Knospe sind die freien Teile aller Staubblätter ± gleichlang. Nachdem die Antheren den Pollen schon in der Knospe in den Hohlkegel des Schiffchens entleert haben, verschrumpfen sie. Die Filamente der 5 äusseren Staubblätter wachsen weiter und verdicken sich keulenförmig, sodass sie wie ein Pumpenkolben wirken, wenn das Schiffchen herabgedrückt wird. Dieses geschieht durch Vermittlung der mit dem Schiffchen durch Aussackungen verbundenen Flügel. Der aus 25 μm langen, stumpfkantigen Prismen bestehende Pollen wird dann als mehlig-teigige Masse herausgepresst. Bei stärkerem Druck tritt auch die Narbe hervor. Dieser Vorgang kann sich an derselben Blüte 8 mal wiederholen. Als Bestäuber wirken Hymenopteren, besonders zahlreiche Apiden, als nutzlose Besucher wurden aber auch Käfer, Fliegen und zahlreiche Schmetterlinge festgestellt. Auch Einbrüche durch Hummeln wurden beobachtet. Die Blüten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«
    üten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd.4.3. 1924, S. 1371</span>]]: »Die Blüten haben, wie zuerst <span style="font-variant:small-caps">Delpino</span> und <span style="font-variant:small-caps">H. Müller</span> festgestellt haben, typische Nudelpumpeneinrichtung. In der Knospe sind die freien Teile aller Staubblätter ± gleichlang. Nachdem die Antheren den Pollen schon in der Knospe in den Hohlkegel des Schiffchens entleert haben, verschrumpfen sie. Die Filamente der 5 äusseren Staubblätter wachsen weiter und verdicken sich keulenförmig, sodass sie wie ein Pumpenkolben wirken, wenn das Schiffchen herabgedrückt wird. Dieses geschieht durch Vermittlung der mit dem Schiffchen durch Aussackungen verbundenen Flügel. Der aus 25 μm langen, stumpfkantigen Prismen bestehende Pollen wird dann als mehlig-teigige Masse herausgepresst. Bei stärkerem Druck tritt auch die Narbe hervor. Dieser Vorgang kann sich an derselben Blüte 8 mal wiederholen. Als Bestäuber wirken Hymenopteren, besonders zahlreiche Apiden, als nutzlose Besucher wurden aber auch Käfer, Fliegen und zahlreiche Schmetterlinge festgestellt. Auch Einbrüche durch Hummeln wurden beobachtet. Die Blüten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«
    üten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. Bd.4.3. 1924, S. 1371</span>]]: »Die Blüten haben, wie zuerst <span style="font-variant:small-caps">Delpino</span> und <span style="font-variant:small-caps">H. Müller</span> festgestellt haben, typische Nudelpumpeneinrichtung. In der Knospe sind die freien Teile aller Staubblätter ± gleichlang. Nachdem die Antheren den Pollen schon in der Knospe in den Hohlkegel des Schiffchens entleert haben, verschrumpfen sie. Die Filamente der 5 äusseren Staubblätter wachsen weiter und verdicken sich keulenförmig, sodass sie wie ein Pumpenkolben wirken, wenn das Schiffchen herabgedrückt wird. Dieses geschieht durch Vermittlung der mit dem Schiffchen durch Aussackungen verbundenen Flügel. Der aus 25 μm langen, stumpfkantigen Prismen bestehende Pollen wird dann als mehlig-teigige Masse herausgepresst. Bei stärkerem Druck tritt auch die Narbe hervor. Dieser Vorgang kann sich an derselben Blüte 8 mal wiederholen. Als Bestäuber wirken Hymenopteren, besonders zahlreiche Apiden, als nutzlose Besucher wurden aber auch Käfer, Fliegen und zahlreiche Schmetterlinge festgestellt. Auch Einbrüche durch Hummeln wurden beobachtet. Die Blüten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«
    üten geben ein vorzügliches Bienenfutter.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (1924, Bd.4-3)</span>]] »Dieser Name [corniculátus] geht zurück auf <span style="font-variant:small-caps">Dodoens</span>, der die Art als ''Trifolium corniculatum'' I. (unter diesem Namen auch bei <span style="font-variant:small-caps">Thal</span>) beschrieb. <span style="font-variant:small-caps">J. Bauhin</span> unterschied sie von der folgenden Art als ''Trifólium corniculátum glábrum mínus'', C. Bauhin als ''Lótus'' s. ''Melilótus pentaphýllos corniculáta''. Aeltere Namen sind ''Melilotus germánica'', Unser frawen schüchlin bei <span style="font-variant:small-caps">Fuchs</span> und ''Lagopus primus'', Hasenpfötlin, Gulden Steinklee bei <span style="font-variant:small-caps">Bock</span>.«
    variant:small-caps">Bock</span>.«)
  • Hornklee (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|
    [[ #Hegi et al. Bd.4-3 Dicotyledones 1924|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd.4.3, 1924, S.1367)</span>]]: »Der Name Hornklee, der sich auf die Gestalt der Hülsen bezieht, ist kaum volkstümlich. Viel näher liegt dem Volk ein Vergleich mit Schuhen oder den Füssen (Krallen) gewisser Tiere: <span style="letter-spacing:0.5ex">Schügelchesblume</span> (Hunsrück), (<span style="letter-spacing:0.5ex">gäle</span>) <span style="letter-spacing:0.5ex">Bandöffelchen</span> (Gotha), <span style="letter-spacing:0.5ex">Pantoffel</span>(<span style="letter-spacing:0.5ex">che</span>)<span style="letter-spacing:0.5ex">n</span> (bayerisch–österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Bantöffeli</span> (alemannisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Frauenschuacherl</span> (bayerisch–österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Frauaschüali</span> (Schweiz), <span style="letter-spacing:0.5ex">Jungfernschüherl</span> (bayerisch–österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Jungfenschühli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Jumpfereschueli</span> (alemannisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Unserer lieben Frau Schouala</span> (Egerland, Böhmerwald), <span style="letter-spacing:0.5ex">Himmelmutter–Pantoffeln</span> (Niederbayern), <span style="letter-spacing:0.5ex">Muttergottesschickelcher</span> (Lothringen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Muettergottesstifeli</span> (Waldstätten), <span style="letter-spacing:0.5ex">Herreschüeli</span> (Schweiz), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hergottsschüchelchen</span> (Eifel), <span style="letter-spacing:0.5ex">Herrgottsschühli</span> (Baden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hergottsschüele</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Liebehergottsschüele</span> (Elsass), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hergottaschüali</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Ueser Hergotts Strömpf ond Schüali</span> (St. Gallen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Haaneschikelcher</span> (Hunsrück), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hoahna</span> (Niederösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hennentatze</span> (Osttirol), <span style="letter-spacing:0.5ex">Engelsfüssle</span> (Gotha), <span style="letter-spacing:0.5ex">Taubenfüssl</span> (Böhmerwald), <span style="letter-spacing:0.5ex">Krahnfüsserl</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Himmelszehe</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Herrgottszehe</span> (Niederbayern), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hasepot</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Hasepietche</span> (Nahegebiet), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hasenpfoten</span> (Ober–Wallis), <span style="letter-spacing:0.5ex">laiwe</span> (Frauen) <span style="letter-spacing:0.5ex">Fingerkes</span> (Mark). Auch Kropf und Schnabel der Taube muss zum Vergleich herhalten: <span style="letter-spacing:0.5ex">Taubenkröpferl</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Taubenschnäbel</span> (Böhmerwald). Seltener ist der Vergleich der Blüten mit Schlüsseln (entfernte Ähnlichkeit mit der ebenfalls gelb blühenden Schlüsselblume [Primula]): <span style="letter-spacing:0.5ex">Schlüsselblume</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Himmelsschlüsserl</span> (z. B.Ober–Österreich, bayer. Schwaben), <span style="letter-spacing:0.5ex">Himmelsschlösseli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Schlösselblüemli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Stadtschlösseli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Chuchischlösseli</span> (St. Gallen). Die gelbe Blütenfarbe allein veranlasst die Benennungen <span style="letter-spacing:0.5ex">Osterflämmken</span> (Westfalen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Eierblum</span> (fränkisch, lothringisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Eierkuchen</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Eierplatzla</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Eierglöckl</span> (Nordböhmen), <span style="letter-spacing:0.5ex">wilde gäle Veigela</span> (schwäbische Alb). Etwas prosaischer wird (besonders im Niederdeutschen) die Pflanze einfach als eine „Klee“–Art angesprochen: <span style="letter-spacing:0.5ex">Goldklewer</span> (Braunschweig), <span style="letter-spacing:0.5ex">Steenklewer</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">grote Rëenklewer</span> (Untere Weser), <span style="letter-spacing:0.5ex">geele Rankenklewer</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Steinklawer</span> (Westfalen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Steinklee</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Zeder</span>(<span style="letter-spacing:0.5ex">le</span>)<span style="letter-spacing:0.5ex">klee</span> (Baden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Imbelichlee</span> (Schweiz).«
    x">Imbelichlee</span> (Schweiz).«)
 ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style=)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Die hohe Schlüsselblume wird in ihren Benennungen meist nicht von der echten unterschieden. Nur im Schwäbischen wird sie ab und zu zum Unterschied von ''P. officinalis'' als <span style="letter-spacing:0.5ex">Bube-Batenke </span>(Schwäbische Alb) oder als <span style="letter-spacing:0.5ex">Weisse Schlüsselblume</span> (Baden) bezeichnet. Zu den übrigen Volksnamen vgl. das bei ''Primula officinalis'' (pag. 1749) angeführte ? Aus dem lateinischen ''betonica'' leiten sich die folgenden, hauptsächlich alemannischen Namen ab: <span style="letter-spacing:0.5ex">Battenge</span> (Vorarlberg), <span style="letter-spacing:0.5ex">Badängeli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Maradendele</span> (Baden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Bakenga</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Makenga</span> (Schwäbische Alb), <span style="letter-spacing:0.5ex">Maginka</span> (Schwaben: Mindelheim), <span style="letter-spacing:0.5ex">Badönikli</span> (Appenzell, Zürich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Madäneli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Bodäneli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Matengala</span> (St. Gallen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Badenneli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Madennli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Mattedennili</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Vadenteli</span> (Thurgau, Schaffhausen). Auf die Blütenform beziehen sich <span style="letter-spacing:0.5ex">Slöttelblaume</span> (Braunschweig), <span style="letter-spacing:0.5ex">Schlössli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Schlüsseli</span> (Baden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Himmelschlüssel</span> (bayerisch-österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Karkenslätel</span> (Schleswig), <span style="letter-spacing:0.5ex">Kirkeschlötel</span> (Niederrhein), <span style="letter-spacing:0.5ex">Peterschlüssel</span> (Steiermark), <span style="letter-spacing:0.5ex">Bura-</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Bach-</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Bettlerschlüsseli</span> (St. Gallen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Fraueschlüssel</span> (Graubünden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Tubachnöpfli</span> (Schweiz), <span style="letter-spacing:0.5ex">Pfoffahosa</span> [Pfaffenhosen] (Nordböhmen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Radlbleaml</span> (Sonnblickgebiet), <span style="letter-spacing:0.5ex">Keilhacke</span> (Schlesien), <span style="letter-spacing:0.5ex">Händscheli</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Handschuh-Blüemli</span> (Schweiz). Die frühe Blütezeit zeigen Namen an wie <span style="letter-spacing:0.5ex">Osterblome</span> (plattdeutsch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Osterblume</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Märzen</span> (Münsterland), <span style="letter-spacing:0.5ex">Aprilbloume</span> (Lengerich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Jirglblume</span> [Georg, 24. April] (Gesenke), <span style="letter-spacing:0.5ex">Kukuksschlössel</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">-schall</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">-blom</span> (rheinisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Zitlosa</span> (St. Gallen). In Oberösterreich und in Oberbayern nennt man die Art auch <span style="letter-spacing:0.5ex">Gansbleaml</span>, in der Schweiz (Walenstadt) <span style="letter-spacing:0.5ex">Bättlerruuda</span> (Ruuda = Räude). Woher kommt die obersächsische Bezeichnung <span style="letter-spacing:0.5ex">Hühnerblind</span>? Im Grödner Ladin heisst die Pflanze tlèves del paravis.«
    in heisst die Pflanze tlèves del paravis.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Von unseren Vaccinien erträgt ''V. Myrtillus'' die geringsten Lichtintensitäten. Sie dringt in die schattigsten Wälder ein (Lichtgenuss <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">48</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">51</sub></span>), bleibt aber dann steril und vegetiert kümmerlich.«
    ber dann steril und vegetiert kümmerlich.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1674ff.)</span>]]: »Das Wort <span style="letter-spacing:0.5ex">Heidelbeere</span> (althochdeutsch heitperi) bedeutet wohl die im Gebüsch, im Buschwald wachsende Beere, da das Wort „Heide“ nicht nur „Waldlose Ebene“, sondern auch Busch, Strauch bezeichnet (vgl. Heidekraut). Der Name wird hauptsächlich in ober- und mitteldeutschen Mundarten gebraucht und ist häufig stark zusammengezogen (vgl. viele Formen von „Erdbeer“. Bd. IV/2, pag. 899): <span style="letter-spacing:0.5ex">Heilebere</span> (Göttingen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Heedelbeere</span> (obersächsisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Haarepier</span> (Oberhessen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hällbeere</span> (Rheinpfalz), <span style="letter-spacing:0.5ex">Heidelbeer(i)</span> (alemanisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Hoabeer</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Heibeer</span> (Baden), <span style="letter-spacing:0.5ex">Heiberi</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Heipperi</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Heuberi</span> (Schweiz). Eine Reihe hauptsächlich fränkischer Namen sind Zusammenziehungen aus „Waldbeere“: <span style="letter-spacing:0.5ex">Walbite</span> (Westfalen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Wolber</span>(ten) (bes. nieder- und rheinfränkisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Worbeln</span> (Eifel, Niederrhein), <span style="letter-spacing:0.5ex">Wabel</span> (Nassau). Gehört das rheinpfälzische <span style="letter-spacing:0.5ex">Wehle</span> auch zu „Wald“? Auf die Farbe der Beeren gehen <span style="letter-spacing:0.5ex">Schwarzbeer</span> (bes. bayerisch-österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Blaubeer</span> (z. B. Elsass, Baden, Niederösterreich). Das plattdeutsche <span style="letter-spacing:0.5ex">Bickbeere</span>, sowie <span style="letter-spacing:0.5ex">Pickbier</span> (Oberhessen), <span style="letter-spacing:0.5ex">Bibberken</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Bickbäre</span> (Westfalen) bedeutet wohl „Pechbeere“ mit Bezug auf die Farbe. Ebenso wird <span style="letter-spacing:0.5ex">Taubeere</span> (Altbayern) zu einem altirischen Wort „dub“ = schwarz gestellt, <span style="letter-spacing:0.5ex">Aeuglbeer</span>, <span style="letter-spacing:0.5ex">Eiglbeer</span> (bayerisch-österreichisch), <span style="letter-spacing:0.5ex">Schwarzäugelbeer</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Krainogen</span> [Krähenaugen] (plattdeutsch) beruhen auf einem Vergleich der Heidelbeeren mit Augen. Vereinzelte Benennungen sind <span style="letter-spacing:0.5ex">Besing</span> [Verkleinerungsform von niederd. bes = Beere] (Pommern), <span style="letter-spacing:0.5ex">Kohteken</span> [Vergleich mit den Kubpocken am Euter der Kühe?] (Altmark), <span style="letter-spacing:0.5ex">Sepbeer</span> (Oberösterreich), <span style="letter-spacing:0.5ex">Mombeere</span> (Eifel), <span style="letter-spacing:0.5ex">Mostbeere</span> (Tirol), <span style="letter-spacing:0.5ex">Margarethenbeere</span> [Reifezeit um den Margarethentag, 20. Juli] (Riesengebirge), <span style="letter-spacing:0.5ex">Gräm</span>-, <span style="letter-spacing:0.5ex">Grambeer</span> (Elsass), <span style="letter-spacing:0.5ex">Staudelbeer</span> (Rheinpfalz).« [[ #Graßmann - Deutsche Pflanzennamen 1870|<span>Graßmann (1870, S. 152)</span>]] [[ #Kanngiesser 1908|<span>Kanngiesser (1908, S.184)</span>]]: »<span style="letter-spacing:0.5ex">Heidelbeere</span>: <span style="letter-spacing:0.5ex">Heidebeere</span>, wie Fichtelgebirg aus Fichtengebirg; wächst auf der Heide. — <span style="letter-spacing:0.5ex">Blaubeere</span>, wegen der (schwarz-)blauen Farbe der Beeren. — <span style="letter-spacing:0.5ex">Bickbeere</span>; vergl. niederl. pik, pechschwarz; vergl. engl. pitchblack, niederl. pikdonkel.«
    gl. engl. pitchblack, niederl. pikdonkel.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1678f.)</span>]]: »Die Heidelbeere besitzt von unseren Vaccinien die dünnsten Laubblätter. Nach Messungen von <span style="font-variant:small-caps">Lohr</span> erreichen sie im Mittel etwa 160 μm Durchmesser, während jene von ''V. uliginosum'' etwa 230 μm und ''V. Vitis-Idaea''-Blätter 325 μm dick sind. Bei letzteren Arten sind die Stomata [Spaltöffnungen] auf die Blattunterseite beschränkt, ''V. Myrtillus'' dagegen hat auch auf der Oberseite eine geringe Anzahl Spaltöffnungen und zeigt also auch hierin weniger xeromorphe [Trocknungsschutz] Ausbildung. Die grössere Frostempfindlichkeit der Pflanze erklärt sich somit schon aus der Blattanatomie.«
    t sich somit schon aus der Blattanatomie.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1678f.)</span>]]: »Die Heidelbeere besitzt von unseren Vaccinien die dünnsten Laubblätter. Nach Messungen von <span style="font-variant:small-caps">Lohr</span> erreichen sie im Mittel etwa 160 μm Durchmesser, während jene von ''V. uliginosum'' etwa 230 μm und ''V. Vitis-Idaea''-Blätter 325 μm dick sind. Bei letzteren Arten sind die Stomata [Spaltöffnungen] auf die Blattunterseite beschränkt, ''V. Myrtillus'' dagegen hat auch auf der Oberseite eine geringe Anzahl Spaltöffnungen und zeigt also auch hierin weniger xeromorphe [Trocknungsschutz] Ausbildung. Die grössere Frostempfindlichkeit der Pflanze erklärt sich somit schon aus der Blattanatomie.«
    t sich somit schon aus der Blattanatomie.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Die Heidelbeeren werden allgemein gesammelt und frisch oder eingekocht — und zwar für sich allein oder mit Zucker, Milch oder Wein — als gesundes und wohlschmeckendes Beerenobst oder aber als Konfitüren, Kompott, Sirup (auch Limonade-Sirup) oder Mus (früher auch als Suppe) genossen. Auch zur Bereitung von allerlei Backwerk (Heidelbeerkuchen) …« [[ #Düll & Kutzelnigg 1994|<span style="font-variant:small-caps">Düll & Kutzelnigg (1994, S. 504)</span>]]: »als Kompott oder Marmelade«
    ;/span>]]: »als Kompott oder Marmelade«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Die Heidelbeeren werden allgemein gesammelt und frisch oder eingekocht — und zwar für sich allein oder mit Zucker, Milch oder Wein — als gesundes und wohlschmeckendes Beerenobst oder aber als Konfitüren, Kompott, Sirup (auch Limonade-Sirup) oder Mus (früher auch als Suppe) genossen. Auch zur Bereitung von allerlei Backwerk (Heidelbeerkuchen) …« [[ #Düll & Kutzelnigg 1994|<span style="font-variant:small-caps">Düll & Kutzelnigg (1994, S. 504)</span>]]: »als Kompott oder Marmelade«
    ;/span>]]: »als Kompott oder Marmelade«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Die Heidelbeeren werden allgemein gesammelt und frisch oder eingekocht — und zwar für sich allein oder mit Zucker, Milch oder Wein — als gesundes und wohlschmeckendes Beerenobst oder aber als Konfitüren, Kompott, Sirup (auch Limonade-Sirup) oder Mus (früher auch als Suppe) genossen. Auch zur Bereitung von allerlei Backwerk (Heidelbeerkuchen) …« [[ #Düll & Kutzelnigg 1994|<span style="font-variant:small-caps">Düll & Kutzelnigg (1994, S. 504)</span>]]: »als Kompott oder Marmelade«
    ;/span>]]: »als Kompott oder Marmelade«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Verwendung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Die Heidelbeeren werden allgemein gesammelt und frisch oder eingekocht — und zwar für sich allein oder mit Zucker, Milch oder Wein — als gesundes und wohlschmeckendes Beerenobst oder aber als Konfitüren, Kompott, Sirup (auch Limonade-Sirup) oder Mus (früher auch als Suppe) genossen. Auch zur Bereitung von allerlei Backwerk (Heidelbeerkuchen) …« [[ #Düll & Kutzelnigg 1994|<span style="font-variant:small-caps">Düll & Kutzelnigg (1994, S. 504)</span>]]: »als Kompott oder Marmelade«
    ;/span>]]: »als Kompott oder Marmelade«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1746: »2161. Primula elátior (L.) Schreber. Hohe Schlüsselblume. (…) <br />Ausdauernd, mit kräftigem Wurzelstock. Grüne Pflanzenteile mit gegliederten, langen (<span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">3</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">4</sub></span> mm) Haaren bedeckt; letztere am Kelch und an den Laubblättern auf den Rippen besonders lang und dicht stehend; Blattoberseite später oft verkahlend. Laubblätter in der Knospenlage nach rückwärts eingerollt, ± runzelig, in der Jugend unterseits etwas grau-grün, häutig, eiförmig oder eiförmig-länglich, vorn abgerundet, am Grunde beim Typus rasch in den geflügelten Blattstiel verschmälert, zur Blütezeit 3 bis 6 cm lang, später vergrössert, mit welligem, durch die vortretenden Blattnervenenden unregelmässig spitz gezähntem Rand; Anastomosen zwischen den Seitennerven 1. Ordnung in ihrem ganzen Verlaufe gleich stark, meist einfach oder wenig verzweigt. Blütenschaft 6 bis 30 cm lang, meist länger als die Laubblätter mit einseitswendiger, vielblütiger Dolde. Hüllblätter etwas trockenhäutig, lanzettlich oder aus eiförmigem Grunde pfriemlich, 4 bis 6 mm lang oder die untersten länger, kürzer als die 0,5 bis 2 cm langen Blütenstiele. Kelch walzen-förmig, eng anschliessend, scharfkantig, an den Kanten grün, die übrigen Teile blassgelb, 8 bis 14 mm lang, auf <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">3</sub></span> bis <span class="bruch template-frac" style="line-height:0"><sup style="font-size: 70%; vertical-align: 0.4em;">1</sup>⁄<sub style="font-size: 70%; vertical-align: 0em;">2</sub></span> eingeschnitten, mit lanzettlichen, zugespitzten Zähnen. Krone geruchlos, selten etwas wohlriechend, meist Schwefelgelb, getrocknet oft grünlich; Kronröhre so lang wie der Kelch oder etwas länger; Schlund mit grünlichgelbem bis hellorangefarbenem Ringe; Kronsaum flach oder weit trichterförmig, von 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser, mit verkehrt-herzförmigen Zipfeln. Kapsel zylindrisch oder nach oben etwas verschmälert, 11 bis 15 mm lang, den Kelch ± überragend. Samen zirka 1,5 mm lang, dunkelbraun, stark warzig. — III bis V (bis VIII). Auf frischem Boden in Wiesen, Gebüschen, Laub Wäldern (vor allem Auenwäldern), von der Ebene bis in die alpine Stufe. Im Gebirgsland durch ganz Mitteleuropa häufig, im Tiefland seltener und stellenweise fehlend (z. B. im nordöstlichen Deutschland), vor allem in den Flussauen herabsteigend. Zeigt Vorliebe für feuchte Schattenlagen und Nordhänge. Deutschland: Fehlt in Ost- und Westpreussen; in Posen nur im Cybinatal (wohl verwildert), in Pommern selten (Köslin [Glötzin], Belgard, Rügen); für Brandenburg zweifelhaft (an den Süd- und Westgrenzen); in der Provinz Sachsen in der Altmark und Magdeburg; in Mecklenburg nur in der Nordwestecke; in Nordwest- und Mitteldeutschland stellenweise verbreitet (in ganz Ostfriesland fehlend); häufig in der Eifel; in Schlesien nur im Bergland. Häufiger in Süddeutschland, besonders in den Gebirgsgegenden (Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerische Hochebene, Alpen bis 2200 m steigend, aber im Bayerischen Wald, wie im grösseren Teil des nördlichen Bayerns zerstreut). Selten in der Rheinebene. — In Oesterreich in allen Gebirgsgebieten verbreitet, auch im Bergland, doch im Tiefland fehlend oder selten, besonders in den Flussauen (Donau, March, Mur, Drau). Steigt in Niederösterreich (Schneeberg) bis 1950 m, in Steiermark bis 2200 m, in Nordtirol bis 2250 m (Rofanspitze), in Vorarlberg 2400 m (Tilisuna), in Südtirol (subsp. intricata) bis 2400 m (Schierngebiet). Fehlt im Küstentande; in Krain verbreitet in den Voralpen; in Kärnten zerstreut bis 2200 m. — In der Schweiz im Tessin wenig beobachtet von 205 bis 1600 m; selten im Puschlav; fehlt in der trockenen Talebene des inneren Wallis; bevorzugt in Bünden den Buchenbezirk und ist im Föhrengebiet spärlich und nur subalpin bis alpin; sonst durch das ganze Gebiet verbreitet und meist häufig. Steigt im Wallis bis 2280 m, im Berner Oberland (Lauter, brunnental) bis 2600 m, in St. Gallen bis 2200 m, in Graubünden (Aroser Weisshorn) bis 2645 m (Lägerflur). Allgemeine Verbreitung: Durch das ganze mittlere Europa vom südlichen England (in der Bretagne fehlend) bis nach Südrussland, nach Norden bis ins südliche Schweden (Schonen), doch die Polargrenze der Buche nicht erreichend, auf den südeuropäischen Gebirgen (subsp. ''intricata''), Kaukasus, Armenien, Nordpersien, Ural, Altai, Sajansk-Gebirge (var. Palläsii [Lehm.] Pax und var. ''cordifólia'' [Rupr.] Pax.). Eigenartig ist die Verbreitung von ''Primula elatior'' in England, wo sie sich nur in der Umgebung von Cambridge auf Kalkboden in 2 grösseren und einer Anzahl sehr kleiner Distrikte findet und früher als ''P. veris'' × ''P. vulgaris'' betrachtet wurde. Innerhalb des Areals ist die Art in Menge vorhanden in Gehölzen und seltener längs der Flüsse in feuchten Wiesen. Die Grenzen des Kalkbodens werden von ihr nirgends überschritten. Ringsum kommt überall ''Primula vulgaris'' vor, die aber nicht innerhalb des Verbreitungsgebietes von ''Primula elatior'' auftritt. Dagegen finden sich an den Arealgrenzen sehr zahlreich Bastarde der beiden Arten. Nach <span style="font-variant:small-caps">Chr. Miller</span> (Journ. of Ecology 10, 1922), müssen wir im Areal von Primula elatior Reste eines früheren ausgedehnteren Verbreitungsgebietes erblicken, das eingeengt und zerstückelt worden ist durch die später eingewanderte und sich mächtig ausbreitende Primula vulgaris. Die Ursache dazu erblickt er in den Bastardierungsvorgängen. Die Bastarde sind nach <span style="font-variant:small-caps">Miller</span> unfruchtbar (vgl. dagegen pag. 1785). Durch ihre Erzeugung wird längs der Arealgrenzen Primula elatior in der Reproduktionskraft geschwächt, geht schliesslich ein, und da sie dadurch keine Ausbreilungskraft besitzt, so verliert sie den Boden Schritt für Schritt an die vorrückende Primula vulgaris; sie wird „ausbastardiert“. Uebrigens ist ''Primula veris'' im Gebiet der ''P. elatior'' auf Wiesen überall verbreitet, bastardiert aber nur sehr selten mit ihr. Nur in den kleineren Enklaven des ''P. elatior''. Areals finden sich merkwürdigerweise auch diese Bastarde sehr häufig, vor allem in den sumpfigen Ufer wiesen. Ob <span style="font-variant:small-caps">Miller’s</span> Erklärung richtig ist, muss die weitere Beobachtung lehren; wir verweisen namentlich darauf, dass die neuen Untersuchungen von Ernst (vgl. pag. 1727) die Möglichkeit einer hybridogenen und polytopen Entstehung von ''P. elatior'', die auch schon früher behauptet wurde, als möglich erscheinen lassen. (…) Auch diese Art ist ein ausgesprochener Frühblüher, merklich früher als Primula veris (siehe pag. 1751), und da sie hoch ins Gebirge hinaufsteigt, so verlängert sich die Blühperiode vom März bis in den Juni und Juli hinein, am Weissbirg 2400 bis 2600 m längs Schneeflecken bis in den August (Lüdi, 1926). Anderseits beginnt sie unter günstigen Verhältnissen mit dem Blühen schon viel früher. So blühte sie im Winter 1924/25 in Adelboden (Berner Oberland) in 1400 bis 1500 m Meereshöhe um Neujahr reichlich an Sonnenhängen, die infolge einer längeren Föhnperiode wieder schneefrei geworden waren (Lüdi), und Hegi fand sie am Starnbergersee sogar im Herbst blühend (26. X. 1925). — Die aufrechte Stellung der jungen Blätter, die Einrollung und starke Runzelung werden als Mittel aufgefasst, um die Verdunstung durch die zarte Oberhaut zu vermindern. Später erstarkt das Blatt, breitet sich aus, legt sich wagrecht aus und verliert die Runzelung zum grossen Teil. Die Standorte von Primula elatior sind sehr mannigfaltig. Stets verlangt sie einen wenigstens im Frühling und Vorsommer frischen Boden, gedeiht sogar im Sumpfboden längs Bächen, in Quellfluren, am Gehänge, solange dieser nicht versauert ist. Im Gegensatz zu ''Primula vulgaris'' ist sie aber nicht thermophil und deshalb viel weiter verbreitet. <span style="font-variant:small-caps">Höck</span> zählt sie zu seinen Buchenbegleitern, was in bezug auf die Uebereinstimmung der Areale im westlichen, mittleren und südlichen Europa annähernd zutrifft. Wie die Buche flieht sie den kontinentalen Osten, bleibt aber im Norden und zum Teil auch im Osten und Süden hinter der Buchengrenze zurück. Dagegen besitzt sie, zwar in neuen Varietäten, in Vorder- und Zentralasien ein zweites Areal. Was die Standorte anbetrifft, so findet sich die Art allerdings in Zentraleuropa häufig in lichten Buchenwäldern (Fig. 2743) mit frischem Boden und krautigem Unterwuchs; aber wie schon angedeutet, ist dies nur ein Standort unter den vielen. Sie ist noch heimischer in Auenwäldern aller Art, in Gebüsch auf etwas feuchtem Boden (z. B. im Weidengebüsch, subalpin vor allem in den Grünerlenbeständen), auch in lichten subalpinen Fichtenwäldern mit krautigem Unterwuchs, ferner in Hochstaudenbeständen (so gibt <span style="font-variant:small-caps">K. Müller</span> [bei Karsten und Sehendes Vegetationsbilder] für den subalpinen Schwarzwald als Begleiter an ''Caltha palustris'', ''Aconitum Lycoctonum'', ''Ranunculus aconitifolius'', ''Aruncus Silvester'', ''Daphne Mezereum'', ''Adenostyles albifrons'', ''Petasites albus'', ''Mulgedium alpinum'', ''Prenanthes purpurea'', und in den Alpen können wir gleiche Listen erhalten) und schliesslich in zahlreichen Rasenbeständen in Sumpfwiesen mit unversauertem Boden (Quellfluren, Bachränder, Gehängesümpfe), in Frischwiesen und Fettwiesen von der Ebene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«
    bene bis weit in die alpine Stufe hinauf.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1679)</span>]]: »Vom Diskus am Grunde der Blüte wird reichlich Honig abgesondert, der als Anlockungsmittel für zahlreiche Insekten, namentlich Hummeln und Bienen, aber auch Falter und Dipteren, dient. Man beobachtet nämlich öfter die Blütenkrone am Grunde von Hymenopteren durchbissen, ein Mittel des Honigraubes, das auch bei allen ähnlich gebauten Ericaceenblüten Anwendung findet.«
    ebauten Ericaceenblüten Anwendung findet.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1735: »Die hochsteigende Primula elatior blüht in der Niederung schon im März; auf den Alpenhöhen finden wir sie noch im August blühend.«
    en finden wir sie noch im August blühend.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1735: »Die hochsteigende Primula elatior blüht in der Niederung schon im März; auf den Alpenhöhen finden wir sie noch im August blühend.«
    en finden wir sie noch im August blühend.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1735: »Die hochsteigende Primula elatior blüht in der Niederung schon im März; auf den Alpenhöhen finden wir sie noch im August blühend.«
    en finden wir sie noch im August blühend.«)
  • Wald-Schlüsselblume (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Beschreibung  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span style="font-variant:small-caps">Hegi u.a. (Bd. 5.3., 1927)</span>]], S. 1735: »Die hochsteigende Primula elatior blüht in der Niederung schon im März; auf den Alpenhöhen finden wir sie noch im August blühend.«
    en finden wir sie noch im August blühend.«)
  • Heidelbeere (Pflanzentafel Natura Miriquidica e.V.)/Wissenswertes  + ([[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|
    [[ #Hegi et al. Bd.5-3 Dicotyledones 1927|<span>Hegi u.a. (Bd.5.3., 1927, S. 1680)</span>]]: »Die ungemein weite Verbreitung der Heidelbeere ist nicht zum wenigsten auf die häufige endozoische Verbreitung durch Vögel zurückzuführen. Die Beeren werden u. a. von folgenden Vögeln gefressen: Schneehuhn, Steinhuhn, Birkhuhn, Ringamsel, Kohlamsel, Wacholderdrossel, Singdrossel, Misteldrossel, Elster, Nebelkrähe, Kolkrabe, Alpendohle, Tann– und Eichelhäher, Rotkehlchen, Rotschwanz, Mönchsgrasmücke, Seidenschwanz, Brachvogel, Heidepieper, Rohrhuhn.«
    hwanz, Brachvogel, Heidepieper, Rohrhuhn.«)