Glossar:Flora/R

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Radiär

radiär (radiärsymmetrisch): radförmig symmetrisch; Blüten werden als radiär bezeichnet, wenn sie sich – von oben betrachtet – in alle Richtungen gleichmäßig erstrecken und damit in fast jeder Richtung eine Symmetrieachse gelegt werden kann. — Quelle: Görtz 2000. Siehe auch zweiseitig symmetrisch

Ranke

Ranke: Besonders langes und dünnes Blatt oder Fiederblättchen (seltener auch rankende Sproßteile), das sich zum Festhalten der Pflanze an anderen Pflanzen oder der Umgebung bildet. In bestimmten Familien (Kürbisgewächse, Schmetterlingsblütengewächse) sehr verbreitet. — Quelle: Görtz 2000

Rautenförmig

rautenförmig: Rautenförmige oder rhombische Blätter sehen aus wie auf die Spitze gestellte Vierecke. Die Wassernuß (Trapa natans) hat rautenförmige Blattspreiten. In der Abbildung zeigt die Skizze B ein rautenförmiges Blatt.

Rhachis

Rhachis: oder auch Blattspindel; bezeichnet bei gefiederten Blättern die längliche, im Querschnitt meist rundliche Struktur, an der die einzelnen Fiedern ansitzen; die Rhachis bildet die Fortsetzung des Blattstiels und beginnt an der Ansatzstelle der ersten Fieder.

Rhizom

Rhizom ([griechisch] rhiza = Wurzel): meist ± stark verdickte Sprossachse, welche horizontal oder aufsteigend im Boden wächst oder auf der Bodenoberfläche kriecht; das Rhizom von Wasserpflanzen kann im oder auf dem Sediment kriechen oder, bei frei schwimmenden Arten, auch auf der Wasseroberfläche wachsen. Dickere Rhizome dienen häufig der Nährstoffspeicherung; dünnere, sich stark verzweigenden Rhizome, häufig auch der vegetativen Vermehrung. — Siehe auch Rhizom (Gräser und Seggen)

Rhizom (Gräser und Seggen)

Rhizom: Wurzelstock, unterirdischer Trieb, sehr verschieden ausgebildet:
Ausläufer
Verlängertes Rhizom, das nicht aus jedem Knoten Triebe bildet. Als Ausläufer werden nur solche unterirdischen, ausnahmsweise oberirdischen Triebe bezeichnet, die von einem lebenden Trieb ausgehen und Tochtertriebe ausbilden. Horstwüchsige Arten (siehe Horst) hinterlassen bei einseitig fortschreitendem Wachstum zuweilen einen Rest, der bei oberflächlicher Betrachtung als Ausläufer angesehen werden könnte, aber die genannten Bedingungen nicht erfüllt. Auch gestreckte basale Internodien, die gerade in dichten Horsten die Wuchsbasis von Jungtrieben nach oben verlagern, sind keine Ausläufer. Es kommen zwei Typen von unterirdischen Ausläufern vor:
   Monopodiales Rhizom ([griechisch] mónos = einzeln, einfach; podós = Fuß)
Die Triebspitze bleibt immer unterirdisch, sie ist die „Gipfelknospe“ des Rhizoms. Die grünen Triebe werden als Seitenzweige in regelmäßigen Abständen – aus jedem 4. bzw. 5. Knoten – gebildet. Nur bei gleichährigen Seggen (Abb. 1).
   Sympodiales Rhizom ([griechisch] sym = zusammen; podós = Fuß)
Bei den behandelten Arten am häufigsten. Die Triebspitze der Ausläufer bildet den Tochtertrieb, an dessen Grund werden eine oder mehrere Knospen wieder zu Ausläufern (Abb. 2). Der Querschnitt des Rhizoms weist vor allem in der Ausbildung der Innenrinde brauchbare Merkmale auf (Abb. 3); der von Außen- und Innenrinde umgebene Zentralzylinder ist meist kompakt mit auf dem Querschnitt diffus verteilten Gefäßbündeln. Er kann auch von einem einfachen oder zuweilen zusammengesetzten zentralen Hohlraum durchzogen sein. Nicht als Ausläufer ausgebildete Rhizome bilden an jedem Knoten Triebe aus. Bei langen Rhizomgliedern (Internodien) ergibt das einen aufgelockert rasenartigen, bei kurzen Rhizomgliedern einen fast horstartigen Wuchs der Pflanzen. Die Niederblätter am Rhizom können dauerhaft oder hinfällig sein, im letzteren Fall hinterlassen sie entweder Fasern oder verschwinden ganz. — Quelle: Foerster 2008; Etymologie: Hentschel & Wagner 1996, Sauermost 1994

Rispe

Rispe: ↗ Blütenstand

Rundlich

rundlich: Eine Blattspreite wird als rundlich bezeichnet, wenn sie nicht genau kreisrund, aber annähernd rund ist. In der Regel sind die Blätter etwas länger als breit.

In der Schemazeichnung ist diese Blattform mit B bezeichnet.

Blätter mit rundlichen, ganzen Spreiten

A kreisrund
B rundlich
C elliptisch oder oval
D eiförmig
E verkehrt-eiförmig
F spatelförmig


Quellen

Foerster, E. 2008: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes. (http://www.lanuv.nrw.de, http://offene-naturfuehrer.de, abgerufen am 23. März 2021).
Görtz, M. 2000: Botanischer Schlüssel für krautige, blühende Pflanzen im Großraum Nürnberg. (Gültig für krautige, blühende Pflanzen im Raum Nürnberg – Erlangen – Fürth (bis etwa Lauf, Ansbach, Schwabach, Neustadt a. A.). Eigenverlag, Druck: Spanhel Herzogenaurach http://offene-naturfuehrer.de, abgerufen am 23. März 2021).
Hentschel, E. J. & Wagner, G. H. 1996: Zoologisches Wörterbuch. 6. Auflage. Gustav Fischer Verlag, Jena.
Sauermost, R. (Hrsg.) 1994: Lexikon der Biologie. Bd. 1-9, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 3-86025-156-2.


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